Klimawandel

Wann begreifen die Menschen endlich ihre Verantwortung?

Die Wochenend-Kolumne der Rheinischen Post "Wir leben alle wieder auf Pump" von Lothar Schröder, in der er sich mit der Verschwendung der Ressourcen beschäftigt und zum Schluss bemerkt

"Es ist auch unser Umgang mit der Schöpfung, der die Glaubensschwäche unserer Zeit dokumentiert."

gibt mir Veranlassung, wesentliche Einstiegsseiten meiner diversen Anmerkungen zu diesem Themenkreis gedanklich zu verbinden und hier zu bündeln.

Bereits 2008 habe ich mich mit dem Thema Energiekosten und Konsum auseinandergesetzt, nachdem ich schon zuvor die viel zu niedrigen Benzinpreise kritisiert hatte.

Im Jahre 2010 meldeten sich auch die Altbundespräsidenten mit ihren Mahnungen zu Wort.

Als der Streit anhob, ob der Klimawandel sich im Rahmen eines normalen Erdzeitzyklus bewegt oder doch von Menschen gemacht ist, habe ich dazu mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge entwickelt.

Nachtrag vom 25.07.2019:

SPIEGEL- ONLINE:
"Schweizer Forscher entkräften Argument von Klimawandel-Leugnern"

Zitat aus dem Bericht:

"In einer aktuellen Studie verweisen Forscher um Raphael Neukom von der Universität Bern auf einen entscheidenden Unterschied zwischen natürlichen Klimaveränderungen und dem vom Menschen herbeigeführten Klimawandel: Außerhalb des jüngsten rapiden Temperaturanstiegs entwickelten sich Warm- oder Kaltzeiten in den vergangenen zwei Jahrtausenden nie auf der ganzen Welt gleichzeitig."

Im Laufe des Tages gab es hierzu bereits diverse Berichte in den Fernseh- und Radioprogrammen. Darin wurde auch erläutert, dass die CO2-Belastung über Jahrtausende im Naturkreislauf regelmäßig ausgeglichen werden konnte. Durch den vom Menschen verursachten zusätzlichen Anfall von CO2 ist diese Bilanz inzwischen weltweit aus dem Gleichgewicht geraten.

Damit fühle ich mich in meinem persönlichen Verständnis vom Klimawandel wieder einmal voll bestätigt.

Besonders gefreut hat mich dann die Umweltenzyklika von Papst Franziskus, der darin mit seinem gesamten moralischen Gewicht die Ausbeutung der Schöpfung anprangert.

So schließt sich der Kreis zu dem Zitat am Anfang dieser Zeilen.

Die neue Religion ist die der Gier nach Vergnügen! Aber "Gier frisst Hirn" haben schon vor langer Zeit kluge Leute formuliert. Und so beuten Billig-Airlines ihre Piloten aus und produzieren Fluglärm zum Schaden der daheim gebliebenen Bürger, nur damit Schönheiten der Natur durch den Masssentourismus zerstört werden und die "Ur"-Einwohner in den Tourismushochburgen keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden.

Ein Teufelskreis! Wer bringt den Mut auf, ihn zu durchbrechen?

Als Propheten unserer Zeit mahnen sowohl moralische Instanzen als auch renomierte Wissenschaftler. Auf sie sollten die Menschen endlich hören. Dabei könnte vielleicht helfen, einmal das Buch über "Die Bibel als Tagebuch der Menschheit" zu lesen.

11.08.2018

Hinweis: Wenn Sie den vorstehenden Links auf meiner Homepage folgen, finden Sie am Ende der jeweiligen Anmerkungen auch einen Link, der dann hierher zurück führt!

Proteste gegen den Braunkohleabbau

Auch ich finde den Abbau der Braunkohle nicht mehr zeitgemäß; wir brauchen die Energiewende. Einer Gruppierung, die mich per Newsletter zur Teilnahme an den Protesten ermuntern wollte, hatte ich geantwortet:

Um [ die Energiewende ] zu erreichen, ist es erforderlich, vorrangig dafür zu sorgen, dass der vorhandene erneuerbare Strom auch über Trassen dahin gebracht wird, wo er gebraucht wird, und überschüssige Mengen sinnvoll zwischengespeichert werden. Solange sich hier nicht nur nichts tut, sondern der Bau geplanter Trassen durch Proteste der Anrainer über Jahre verzögert wird und Speicher kaum gebaut werden, geht jeder Protest gegen den Braunkohleabbau am Thema vorbei. Und wenn dieser Protest noch mit kriminellen Mitteln betrieben wird, wie jetzt im Hambacher Forst, kann das nicht meine Unterstützung finden.

Unter der Überschrift "Das Land braucht einen Kohlekonsens" kommentiert heute der Chefredakteuer der Rheinischen Post:

"Alle sind für Klimaschutz. Aber wer verzichtet dafür auf die Autofahrt zum Bäcker? Oder die Flugreise nach Mallorca, Paris oder Berlin? Wer reduziert seinen Stromverbrauch, damit die Abhängigkeit von der Kohle schneller sinkt, die für rund 25 Prozent des Verbrauchs herhalten muss. Wer von den Demonstranten schafft sein Smartphone oder Smart Home dafür ab? Wer akzeptiert den Stromkonverter hinter seinem Haus, damit der grüne Strom von der Nordsee schnell in den Süden gelangt? Man prüfe sich. Der Einsatz für den Wald ist löblich. Aber er reicht nicht. Ein nationaler Konsens muss Industrie, Wissenschaft, Gewerkschaften, Umweltschützer und Politik beinhalten."

Das trifft voll und ganz meine Auffassung, die ich auf dieser Homepage schon mehrfach vertreten habe. Es ist der Widerspruch unserer Gesellschaft, die immer mehr konsumieren will. Die gesamte Wirtschaftspolitik ist auf dieses Mehr ausgerichtet. Es bricht großer Jammer aus, wenn die Wachstumsraten hinter den Erwartungen zurück bleiben. Wer begreift endlich den alten Spruch: "Weniger ist mehr!"

Mehr Klimaschutz geht nur mit weniger Konsum!

08.10.2018

Nachtrag vom 20.11.2018:

"Bleibt Kobalt das Zukunftsmetall?"

Zitat aus dem Bericht:

"Der Großteil des Kobalts wird im zentralafrikanischen Kongo abgebaut. (...) Im politisch instabilen Kongo herrschen offenbar brutale Arbeitsbedingungen und Umweltverbrechen. Die Non-Profit-Organisation Amnesty International beklagt beispielsweise seit Jahren Kinderarbeit, Unfälle und extreme Gesundheitsrisiken in den Minen."

Da ist sie wieder - die Frage nach dem gerechten Umgang mit den Menschen und der Natur! Die Menschen, insbesondere wir in den hoch entwickelten Industrieländern, müssen endlich erkennen, dass uns jede Form der Ausbeutung einen Schritt weiter in dem Abgrund führt.

Ob Abbau von Braunkohle oder Kobalt, beides zerstört die Natur. Nur echter Verzicht rettet unsere Lebensgrundlagen.


Der Extremsommer und seine Folgen

Unter der Überschrift "Ein Rinnsal namens Rhein" berichtet jetzt die Rheinische Post umfangreich über die Folgen dieses Extremsommers mit seiner Hitze und Trockenheit.

In ihrem Kommentar "Klimaschutz früh und konsequent verfolgen" plädiert sie dafür,

"sich so früh wie möglich auf Extremfälle wie in diesem Jahr einzustellen (und) Lehren aus der Not zu ziehen."

Sie erkennt aber auch zutreffend:

"Solche Fragen sind ereignisgetrieben, werden uns immer dann bewusst, wenn wir wie gerade durch die Trockenheit die Folgen spüren. Danach geraten sie schnell in Vergessenheit."

Was ich sowohl in dem Bericht als auch im Kommentar vermisse, ist ein Hinweis auf die Ursachen. Es nutzt nichts, Ratschläge zu erteilen, wie wir künftig auf die Folgen weiter drohender Extremsommer re-agieren können. Es muss endlich klar und deutlich ausgesprochen werden, dass nur ein Verzicht auf Konsum helfen wird, den Klimawandel zu stoppen. Da war der Kommentar vom 08.10.2018 schon deutlicher!

Vielleicht hilft aber auch dieser Hinweis aus dem Bericht weiter:

"Das mache sich vor allem beim Kunden bemerkbar, der im schlimmsten Fall das Drei- bis Vierfache des üblichen Preises bezahlen müsse, sagte Kleinbongartz. Aber auch der Endverbraucher müsse sich bald auf Preiserhöhungen einstellen."

Damit bewahrheitet sich jetzt auf dramatische Weise die Mahnung unserer Altbundespräsidenten, die aber gemeint hatten, dass diese Folgekosten schon vorab hätten eingepreist werden müssen, um so den Konsum von vorn herein zu bremsen und den Klimawandel zu verhindern.

18.10.2018


27.10.2018 - Rheinische Post: "Niedrigwasser lässt Benzinpreis steigen"

Zitat aus dem Bericht:

"Nach Angaben des Mineralölverbandes können Tankschiffe wegen der seit Wochen fallenden Pegel nur noch mit einem Drittel der gewöhnlichen Ladung befüllt werden. (...) Durch das Transportproblem können viele Tankstellen nicht mehr regelmäßig mit Benzin und Diesel beliefert werden. So mussten bereits Tankstellen in Düsseldorf, Meerbusch und Grevenbroich vorübergehend ihre Zapfanlagen abstellen, weil ihnen der Treibstoff ausgegangen war."

Wer das Buch über "Die Bibel als Tagebuch der Menschheit" gelesen hat, könnte auf die Idee kommen, dass das was wir jetzt erleben, die Strafe für unseren Umgang mit Gottes schöner Schöpfung ist. Und es könnte der der Natur eingegebenen Selbstheilungsfähigkeit zuzuschreiben sein, dass sie erkannt hat, wer sie geschädigt hat. Und da rächt sie sich gezielt an denen, die mit ihrer übertriebenen Mobilität einen erheblichen Anteil am Klimawandel haben.

Ob man diese Lesart nun teilt oder nicht, ein Nachdenken über das, was die Menschheit mit der Natur treibt, ist jedenfalls dringend geboten! Bei den aktuellen Wahlumfragen haben die Grünen einen deutlichen Zulauf. Ist das ein Zeichen, dass sich vorstehende Erkenntnisse breit machen?

Nachtrag vom 29.10.2018

Auch auf Tagesschau.de finden sich nachdenkliche Leserzuschriften! Und die Klatsche bei der Landtagswahl in Hessen ist doch auch deutlich!

Wie ich die Entwicklung des Benzinpreises sehe, finden Sie hier!


23.11.2018 - Tagesschau.de: "Sind die Kosten für Flugtickets zu hoch?"

Zitat aus dem Bericht:

"Möglicherweise gab es unerlaubte Absprachen, die zu überhöhten Preisen für Flugtickets geführt haben könnten."

Interessant ist die angehängte Diskussionsseite. Während die EU-Behörden Preisdumping fördern wollen, sehen das die Leser anders. In den Beiträgen wird überwiegend die Auffassung vertreten, die Preise seien zu billig. Daraus beispielhaft ein Zitat:

"Alles, aber auch wirklich alles muss eingepreist werden und dazu gehört eben auch der Landschaftverbrauch, die Lärmverschmutzung, die Luftverschmutzung und alles andere, was der Luftverkehr beeinträchtigt oder zerstört."

Das liegt ganz auf meiner Linie, wie ich sie insbesondere in meinen Anmerkungen zum Benzinpreis vertreten habe.


21.12.2018 - Rheinische Post:
"2018 war das wärmste Jahr in Deutschland seit 1881"

Zitat aus dem Bericht:

"Damit fallen inzwischen acht der neun wärmsten Jahre seit 1881 in das 21. Jahrhundert. 'Diese auffällige Ballung warmer Jahre zeigt ganz klar: Die Erwärmung ist ungebremst, der Klimawandel hat Deutschland im Griff', sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker am Donnerstag in Offenbach. Er sprach von einem 'traurigen Rekord'."

Diese Zusammenballung der Rekordjahre widerlegt alle Behauptungen, die Erde befinde sich nun mal in einer der regelmäßgigen Wärmephasen. Für mich ist das vielmehr der Beweis für mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge als einer von Menschen zu verantwortenden weltweiten Explosion der über Jahrmillionen eingespeicherten Wärmeeinstrahlung durch Hebung und Verfeuerung der fossilen Brennstoffe. Auch ich habe keine Patentlösung, dies von heute auf morgen zu ändern, es wird aber Zeit, dass der Verschwendung von Energie Einhalt geboten wird.


Eine schon ältere Mahnung lautet:

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse,
aber nicht für jedermanns Gier.“

Mahatma Gandhi


Greta Thunberg und "Fridays for Future"

25.01.2019 - Rheinische Post:
"Greta redet Managern und Politikern beim Weltwirtschaftsgipfel ins Gewissen"

Zitat aus dem Bericht:

„An Orten wie Davos erzählen Menschen gerne Erfolgsgeschichten. Aber ihr finanzieller Erfolg hat ein unvorstellbares Preisschild. Und beim Klimawandel müssen wir anerkennen, dass wir versagt haben.“

Eine sehr treffende und mutige Aussage einer 16-jährigen!


14.03.2019 - Tagesschau.de: "Thunberg für Nobelpreis vorgeschlagen"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Bewegung [ "Fridays for Future" ] soll morgen ihren bisherigen Höhepunkt erreichen."

Schon in den letzten Tagen habe ich die Diskussion verfolgt, ob Schüler für diese Demonstrationen die Schule "schwänzen" dürfen. Unverständnis hat bei mir die Kommentierung von Christian Lindner (FDP) ausgelöst, die Schüler sollten erst mal schön in die Schule gehen; das Thema Klima sollten sie den Fachleuten überlassen.

Meine eigenen Gedanken zum Klimawandel habe ich vorstehend zusammen-gefasst. Jeder Fortschritt ist nur möglich, wenn besorgte Bürger über den Tellerrand ihres engeren Umfeldes hinwegschauen und Ideen entwickeln, wie Zukunft zu gestalten ist. Und sich dafür auch mit ausgefallenen Aktionen einsetzen.

Es ist nicht nur ein schönes Wortspiel mit den englischen Worten vom freien Tag für eine bessere Zukunft. Ich sehe darin den berechtigten Aufschrei der Jugend, die sich Sorgen um ihre Zukunft macht.

Politiker, die offensichtlich nur das Wohl der Wirtschaft im Blick haben, sollten sich besser zurückhalten. Solange sie nicht bereit sind, der Autoindustrie die Leviten zu lesen wegen des betrügerischen Einsatzes von Software, ist die Jugend berechtigt, ihre Sorgen um die eigene Zukunft auch mit einem regelwidrigen Aufschrei zum Ausdruck zu bringen. Beendet werden können diese Aktionen allerdings sehr schnell, wenn die Politiker aller Parteien sagen: "Wir haben verstanden". Und dann danach handeln.

Nachtrag vom 26.03.2019:

"Wer sind die „Fridays For Future“-Aktivisten?"

Die Beilage zur Süddeutschen Zeitung bietet eine interessante Analyse auf der Grundlage einer Befragung der Teilnehmer der vorgenannte Demontrationen.

Nachtrag vom 30.03.2019:

"Gretas Schulstreik wird zum Selbstläufer"

Eine lesenswerte Analyse der Rheinischen Post mit einem Bericht über die Demo in Berlin.

Nachtrag vom 13.04.2019:

"Die Schüler nehmen die Bundesregierung beim Wort"

Eine Kolumne der Süddeutschen Zeitung, die die Diskussion um Regeln zurechtrückt.

Nachtrag vom 28.06.2019:

"Die Welt schien auf sie gewartet zu haben"

Zitat aus dem Bericht:

"Hier schreibt eine Mutter, die viel durchgemacht hat, und in ihr Schreiben fließt auch die Begeisterung über ihre Tochter ein, die bis vor einem Jahr mit niemandem außerhalb der Familie redete und sich für ein derart großes Zeichen zivilen Ungehorsams entschied."

Weil über Greta Thunberg immer wieder Zweifel zu hören sind, ob sie wirklich aus eigenem Antrieb an die Öffentlichkeit gegangen ist, habe ich diesen Artikel vom Mai 2019, den ich schon früher gefunden hatte, jetzt nachträglich hier verlinkt.


15.03.2019 - Tagesschau.de: "Die junge Generation hat Recht"

Zitat aus dem Bericht:

"Einer der Unterzeichner ist Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Es gebe viele Stimmen aus der Politik, die den streikenden Schülern gesagt haben, sie sollten wieder zur Schule gehen und hätten keine Ahnung, so der Forscher. 'Deswegen sitzen wir auch hier. Wir sind die Profis, wir sagen: Die junge Generation hat recht. Es ist ja auch mutig, mal nicht in die Schule zu gehen.' Er und seine Mitunterzeichner fordern deshalb mit Nachdruck, die Forderungen der Schüler umzusetzen."

Das ist der notwendige Schulterschluss!


24.03.2019 - Tagesschau.de: "Mobilität wird teurer werden"

Ein kritischer Blick in die Zukunft mit dieser Schlussfolgerung:

"Doch mit Innovation und Förderung allein, das haben die Experten nun klar berechnet, werden die Klimaschutzziele 2030 im Verkehr nicht erreicht. Dafür muss Scheuer dann doch Vorschläge liefern - bis Ende 2019 soll das Klimaschutzgesetz der Koalition stehen."

Dass Klimaschutz teuer wird und nur durch Verzicht zu erreichen ist, habe ich bereits oben dargelegt.


02.04.2019 - Tagesschau.de: "Vier Prozent weniger Treibhausgase"

Zitat aus dem Bericht:

"Neben dem Ausbau von Wind- und Solarstrom machten sich der heiße Sommer und der milde Winter bemerkbar: So wurde zum einen weniger geheizt. Durch das Niedrigwasser vieler Flüsse weniger gefahren und auch weniger Kohle in Kraftwerken verbrannt."

Das könnte ich als Bestätigung meiner These vom 27.10.2018 ansehen. Diese Meldung als Erfolg zu feiern, erscheint mir jedenfalls unangebracht, solange sich daraus kein dauerhafter Trend entwickelt.


Süddeutsche Zeitung: "Der längste Sommer"
Eine beeindruckende Dokumentation!


Klimaschutz - Fast alle dafür, aber kaum einer will zahlen

02.05.2019 - Tagesschau.de: "Nur jeder Dritte für eine CO2-Steuer"

Zitat aus dem Bericht:

"85 Prozent der Befragten sind (...) der Ansicht, dass wir ohne Einschränkungen in unserem Lebensstil den Klimawandel nicht werden stoppen können. Andererseits sehen 68 Prozent der Befragten eher die Industrie in der Pflicht als den einzelnen Konsumenten."

Wie soll die Industrie das denn hinbekommen? In der Vergangenheit haben wir es doch immer wieder erlebt, dass mit jeder technischen Neuerung, die zu einer Energieeinsparung (= CO2-Minderung) hätte führen können, neue Energie-verschwender auf den Markt geworfen worden sind, die den Einspareffekt vernichtet haben. Diesen "rebount" Effekt kann man nur unterbinden, indem die Enegieverschwendung kräftig besteuert wird.

Wer Sorge hat, dass dadurch die Bürger ungerecht belastet werden, möge sich bitte auf dieser Homepage umsehen, welche Entlastungen an anderer Stelle angeboten werden können.

05.05.2019 - Süddeutsche Zeitung:
"Technik alleine wird den Klimawandel nicht stoppen"

Ein lesenswerter Kommentar, dem nichts hinzuzufügen ist!


Schlechte Aussichten - Ein überzeugender Kommentar:

10.05.2019 - Süddeutsche Zeitung:

"Artensterben und Klimawandel sind Zwillingskrisen"

Zitat:

"Die Menschen müssen aufhören, zu viel Wald abzuholzen, die Weltmeere zu überfischen und auch noch alles zuzumüllen. Es muss ins kollektive Bewusstsein dringen, dass saubere Luft zum Atmen, Wasser zum Trinken und fruchtbare Böden nicht kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Und eines ist klar: Es wird nicht funktionieren, von den Bürgern zu verlangen, im Einklang mit der Natur zu leben, wenn das System um sie herum darauf keinerlei Rücksicht nimmt."

Wann begreifen das Politiker und Wirtschaftsmanger?

Der aktuelle Streit um eine CO2-Steuer zeugt nicht von der Bereitschaft zur Wende. Auch sind Vorschläge inakzeptabel, immer mehr Grünflächen oder gar Kleingartenkolonien in den Ballungszentren für den Wohnungsbau zu opfern, wie jetzt in einem Kommentar der Rheinischen Post zu lesen. In meinen Beiträgen zur Regional- und Landesplanung habe ich mich intensiv mit dem fehlgeleiteten Wettbewerb der Kommunen um Gewerbe und Einwohner auseinandergesetzt und fühle mich jetzt wieder durch den Kommentar der Süddeutschen Zeitung bestätigt.

Die Evolutionstheore wird wohl recht behalten, dass echter Fortschritt nur aus der Katastrophe heraus möglich ist - für die wenigen Arten, die sie überleben! Ob der Mensch dabei sein wird, erscheint mir fraglich.


Potsdam-Institut für Klimaforschung:

"Wetterextreme im Sommer 2018 waren verbunden durch stockende Riesenwellen im Jetstream"

Zitat aus der Pressemitteilung:

"Es ist zu erwarten, dass das beobachtete Wellenmuster durch den Klimawandel und die menschgemachte globale Erwärmung in Zukunft häufiger auftreten wird."

Ein hoch interssanter Bericht, der die Klimadiskussion beflügeln sollte. Wir haben nicht mehr viel Zeit für eine Korrektur. Das Ergebnis der EU-Wahl zeigt, dass die Bürger endlich Taten statt Sonntagsreden erwarten.

29.05.2019 - Rheinische Post:
"Bekommen wir jetzt wieder einen Hitze-Sommer?"

Zitat aus dem Bericht:

"Klimawandel heißt nicht, dass jeder Sommer ein Hitzesommer wird. Doch macht der Klimawandel Hitzesommer wahrscheinlicher."

Es muss endlich gehandelt werden. Diskussion über Verbote oder die Hoffung auf technische Innovationen führen zu nichts. Es hilft nur eines: Energieverbrauch muss wesentlich kräftiger besteuert werden.

Ich habe die Probleme noch kurz vor der EU-Wahl in einer Mail an einen Spitzenpolitiker, der sich über die Schülerproteste mokierte, wie folgt zusammengefasst:

Viele der von Ihnen angesprochenen Spannungsverhältnisse sehe ich genau so. Ihre Zuspitzung ist aber Folge einer Politik, die trotz aller schönen Sonntagsreden nie wirklich gehandelt hat. So kommt es jetzt bei jedem Lösungsversuch zu Protesten von irgend einer Seite.

Am Beispiel Benzinpreis kann man das bestens aufzeigen. Wäre dieser entsprechend der allgemeinen Einkommensentwicklung (durch eine angemessene Besteuerung !) laufend gestiegen, hätten wir heute viele Probleme des Individualverkehrs nicht. Wahrscheinlich wäre mehr Geld in den ÖPNV geflossen. Der jetzt notwendige Umbruch tut allerdings weh. Das ist wie bei jeder Krankheit, die man sich infolge falschen Lebenswandels zugezogen hat.

Auch die Probleme der Landwirtschaft wären deutlich geringer, wenn für unsere Lebensmittel ehrliche Preise gefördert worden wären. Warum kosten Eier heute in Cent noch genau dasselbe, das sie vor mehr als 60 Jahren gekostet haben? Damals rund 20 Pfennig; heute rund 20 Cent!

Sie haben vollkommen recht, der Klimawandel fordert uns heraus. Lesen Sie das neue GEO-Heft mit drei Artikeln und einem Interview zu diesem Thema. Da kann es einem schaudern. Deshalb ist es gut, dass unter dem Druck der Kinder, denen sich immer mehr - auch Senioren - anschließen, endlich geredet wird. Die Lösungen liegen allein im Verzicht. Man braucht keinen SUV, um seine individuelle Mobilität zu sichern. Verzicht auf Schnickschack spart Energie. Warum müssen nachts Gärten und Balkone beleuchtet sein, obwohl die Rollladen geschlossen sind? Wir müssen neben der Frage, wie der Strom zu transportieren ist, auch die Frage stellen, ob wir noch immer diese Mengen benötigen. Mit einer anständigen Bepreisung, kann das dann jeder Bürger selbst entscheiden.


11.06.2019 - Rheinische Post: "Klimaschutz mit Augenmaß"

Zitat aus dem Kommentar:

"Wie weit die Bereitschaft tatsächlich geht, den persönlichen Komfort einzuschränken, wird sich zeigen, wenn man nicht mehr mit dem Pkw in die Innenstadt kommt, die Versandhandelsprodukte ebenso wie Fleisch teurer werden, man den Kaffee nicht mehr unterwegs trinken und man sich Flugreisen nur noch alle paar Jahre leisten kann."

In meiner vorstehend zitierten Mail an einen Bundespolitiker habe ich bereits den notwendigen Klimaschutz mit einer Krankentherapie verglichen, die schmerzhaft sein wird. Der Kommentar der Rheinischen Post macht das deutlich. Wer aber die Viren oder Bakterien, die zu einer Infektion geführt haben, nicht bekämpfen will, hat keine Chance, gesund zu werden!

Der von der Autorin aufgelistete Komfort spiegelt doch nur einige der Ursachen der Krankheit "Klimawandel". Sie stehen aber beispielhaft für die Auswüchse unserer Versündigung gegen unsere eigene Lebensgrundlage. Die Menschheit - allen voran in den Industriestaaten - muss sich entscheiden, ob sie sich infolge des Klimawandels aus dieser Welt verabschieden oder noch eine Chance haben will.


Luxusprobleme

15.06.2019 - Rheinische Post:
"Wie ich lernte, die perfekte Welle zu reiten"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Betriebskosten für die künstliche Welle sind hoch. 350 Kilowatt Strom verbraucht die Welle pro Stunde, nicht viel weniger als ein vierköpfiger Haushalt pro Monat. Die Anlage wird, wie die vier Wasserski-Anlagen auch, vollständig aus Öko-Strom gespeist."

Der Bericht ist nicht nur Reklame für eine Attraktion in Langenfeld, er macht auch deutlich, dass wir in Deutschland ein Luxusproblem haben:

"Auch sie [ die Enkel des Gründers ] wissen, dass Freizeitangebote dauerhaft nur erfolgreich sein können, wenn sie der jungen Generation ständig etwas Neues bieten."

Zum Glück wird die Anlage ausschließlich privatwirtschaftlich betrieben. Auch wenn hier angeblich Ökostrom eingesetzt wird, so sind die Strompreise für eine solche Anlage aber immer noch nicht hoch genug, um den sogenannten Rebound-Effekt zu stoppen.

Übrigens; wer die Langenfelder Verhältnisse kennt, kennt auch den Spruch:
"Mit Kies Kies gemacht!":

Insgesamt passt der Artikel zu der vorstehend kommentierten Frage nach dem Augenmaß. Die Energiewende wird nie gelingen, wenn wir den Energie-verbrauch nicht drastisch einschränken. Das gilt für alle Anwendungen. Nicht alles Machbare muss auch gemacht werden.

Nachtrag vom 05.07.2019:

„Ich würde niemals einen Fuß in ein Flugzeug setzen“

Zitat aus dem Interview mit Niko Paech;
Ökonom und Wachstumskritiker:

"Wir sind mit vielem zu weit gegangen, weil wir fortschrittsbesoffen sind. Wer gibt uns das Recht, auf Kosten unserer Umwelt immer weiter zu wachsen? Diese Frage müssen wir uns stellen. Der Luxus, den wir uns gönnen, ufert aus."

Die klare Ansage eines Wissenschaftlers!


30.06.2019 - Tagesschau.de: "Umweltbundesamt fordert CO2-Aufschlag"

Zitat aus dem Bericht:

"Durch den Aufschlag für Heiz- und Kraftstoffe sollten die Treibhausgasemissionen gesenkt werden. Die Einnahmen daraus könnten die Bürger durch die Senkung der Ökostrom-Umlage (EEG) und auf anderen Wegen wieder zurückerhalten, schlägt Amtspräsidentin Maria Krautzberger vor."

"Andere Wege zu einer CO2-Bepreisung hält das Umweltbundesamt dem Bericht zufolge für zu langwierig. So sehe die Behörde keine politische Mehrheit für den Ausbau des europäischen Emissionshandels, den etwa einige Unionspolitiker fordern, hieß es unter Berufung auf ein Papier mit Vorschlägen der Behörde."

Endlich ein in sich schlüssiger Vorschlag!

Das liegt ganz auf der Linie früherer Vorschläge des Umweltbundesamtes. Vergleiche dazu: Umweltschädliche Subventionen


05.07.2019 - Tagesschau.de: Schulze für CO2-Steuer mit "Klimaprämie"

Zitat aus dem Bericht:

"Es sollten keine Mehreinnahmen für den Staat geschaffen werden, sagte die SPD-Politikerin. Die Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung sollten über eine "Klimaprämie" an die Bürger zurückgegeben werden. Dabei solle derjenige mehr zurückbekommen, der sich klimafreundlich verhält."

Endlich ein konkreter Vorschlag!


Flüsse leiden unter Niedrigwasser

08.07.2019 - Rheinische Post: "Die Klimakrise erreicht unsere Flüsse"

Zitate aus dem Bericht:

"Für Tiere und Pflanzen bedeute der Zustand purer Stress. Auch die Folgen für die Wirtschaft seien massiv."

"Nach Einschätzung der Bundesregierung kann Niedrigwasser auch positive Effekte auf die Natur haben, weil dadurch temporär wertvoller Lebensraum entstehe. Die Natur habe sich auf den Wechsel der Wassermenge eingestellt, allerdings müsse dieser regelmäßig erfolgen. Zudem könnten sich durch extremes Niedrigwasser Belastungen verschärfen und es könne das natürliche Gleichgewicht gefährden. So führe die geringere Strömungsgeschwindigkeit zu einer Erwärmung des Wassers mit negativen Auswirkungen auf den Sauerstoffhaushalt."

Vergleiche auch Meldung und Anmerkung vom 27.10.2018


12.07.2019 - Rheinische Post:
"Wirtschaftsweise wollen Benzin und Heizöl spürbar teurer machen"

Zitate aus dem Bericht:

"(...) die Regierung [ habe ] zwei Optionen: Entweder sie führe einen nationalen Emissionshandel für CO2-Zertifikate im Verkehrs- und Gebäudesektor ein – oder sie entscheide sich für eine neue CO2-Steuer auf Benzin, Diesel und Heizöl."

"Zwar sei die Ausweitung des für die Industrie bereits existierenden europäischen Emissionshandels auf alle Wirtschaftsbereiche aus ökonomischer Sicht die beste Variante. Da diese Ausweitung kurzfristig jedoch (...) nur schwer umsetzbar sei, (...) brauche Deutschland eine Übergangslösung, so die Ökonomen. 'Für diese Übergangslösung für den Nicht-EU-ETS-Bereich stehen zwei Wege zur Verfügung, ein separater Emissionshandel und eine CO2-Steuer', heißt es in dem Gutachten."

Der Vorschlag erscheint mir fundiert. Er ermöglicht eine schnelle Umsetzung, damit sich endlich etwas tut, ohne den Weg für eine gesamteuropäische Lösung zu verbauen.


Kontraproduktive Ideen

13.07.2019 - Tagesschau.de: "CO2-Bepreisung nicht auf Mieter umlegen"

Zitat aus dem Bericht:

"Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die dadurch entstehenden Kosten dürften nicht auf die Mieter umgelegt werden."

Noch ist überhaupt nichts beschlossen, da wird schon laut gerufen, wer auf keinen Fall die Kosten für den Klimaschutz bezahlen soll. So wird das nie was. Mieter müssen sich überlegen, ob sie eine preiswerte Kaltmiete zahlen wollen, dafür aber etwas höhere Betriebskosten anfallen. Wohnqualität gibt es nicht zum Null-Tarif.

Weiteres Zitat aus dem Bericht:

"Um Wohnungseigentümer dazu zu bewegen, auf klimafreundliche Heizungen umsteigen, schlug Siebenkotten 'substanzielle Investitionskostenzuschüsse' vor."

Auch bei diesem Vorschlag sollte man erst einmal hinterfragen, wer das denn finanzieren soll. Da wird doch der Grundgedanke der Bepreisung des CO2-Ausstoßes pervertiert. Mit der Bepreisung werden doch genügend Anreize geboten, nach wirtschaftlichen Lösungen zu suchen. Und das muss dann jeder Hauseigentümer im Benehmen mit seinen Mietern nach eigenen finanziellen Möglichkeiten selbst abwägen. Der Klimawandel ist doch die Folge ungezügelten Verbrauchs von Ressourcen. Da hilft als Bremse nur der Griff in die Geldbörse. - Aller Beteiligten! Staatliche Zuschüsse stören diesen Mechanismus nur.

Ergänzung vom 15.07.2019:

Jetzt hat auch noch Markus Söder im ZDF-Sommerinterview gefordert, zum Ausgleich der CO2-Bepreisung des Sprits die Pendlerpauschale zu erhöhen.

Natürlich muss man endlich mal grundsätzlich über die Wirkung der Pendlerpauschale nachdenken. Dazu habe ich bereits Vorschläge unterbreitet, die helfen können, die Entscheidungen über die Wahl des Wohnens und Arbeitens nach wirtschaftlichen, nicht aber nach steuerlichen Gesichtspunkten angemessen zu treffen. Wie in meinen Anmerkungen ergänzend dargelegt, rechnet das Umweltbundesamt die Pendlerpauschale auch noch zu den umweltschädlichen Subventionen.

Da fehlt dem CSU-Vorsitzenden offensichtlich die notwendige Kenntnis über sensible Zusammenhänge von Klimaschäden und Fehlsubventionen.


18.07.2019 - Tagesschau.de: "Kaum besteuert, schädlich und umkämpft"

Zitat aus dem Bericht:

"Dabei belastet der Flug das Klima deutlich mehr als die Bahnfahrt, auch wenn ein eng bestuhlter Billigflieger ähnlich viel Sprit verbraucht wie ein ICE - zwei Liter pro Passagier und 100 Kilometer. Aber der Klimaeffekt in der Luft ist zwei- bis fünfmal so groß wie am Boden. Da spielen eine Menge physikalischer Effekte eine Rolle. Wenn es um Klimaschutz ginge, müsste also der Aufschlag für den Flug bis zu fünf Mal so hoch sein wie bei anderen Verkehrsmitteln."

Eine Analyse, die es auf den Punkt bringt!


19.07.2019 - Tagesschau.de:
"Dass Kerosin nicht besteuert wird, ist ein Unding"

Zitat aus dem Kommentar:

"Wer jetzt sagt, höhere Flugpreise seien unfair, dann könnten sich Menschen mit weniger Geld Fliegen nicht mehr leisten. Ja, das stimmt! Aber Fliegen ist auch kein Grundrecht. Und übrigens: 90 Prozent der Menschheit haben noch nie ein Flugzeug von innen gesehen. Es sind aber gerade die, die unter den Konsequenzen des Klimawandels am meisten leiden. Soviel zur Fairness."

Mutig und richtig!


Das große Dilemma

Ausgabe August 2019

Hauptthema dieses Heftes ist der Umstand, dass durch die Rotoren der Windräder "Hunderttausende Vögel und Fledermäuse sowie Milliarden von Insekten beim Zusammenstoß" sterben.

Liest man diesen Artikel, so versteht man immer mehr, dass es der Mensch ist, der jegliches Maß für das verloren hat, was er seinem Heimatplaneten antut. Mit seiner unersättlichen Gier nach Energie hat er die über Jahrmillionen in den fossilen Brennstoffen eingelagerte Sonnenenergie verpulvert zum Schaden des Klimas (vergl. dazu mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge). Mit dem Umschwenken auf die Windkraft tötet er Vögel, Fledermäuse und Insekten. Vergl. auch Zwillingskrisen!

Eine Lösung für dieses Dilemma kann allein in dem Versuch zu finden sein, mit einem deutlich abgesenkten Energieverbauch zu leben. Das wird aber nur möglich, wenn wir alle auf den übertriebenen Luxus in unserer mobilen Gesellschaft verzichten.


Mehr zahlen für Fliegen oder Wohnen?

23.07.2019 - Süddeutsche Zeitung: "Wie sehr Fliegen dem Klima schadet"

Zitat aus dem Bericht:

"Außerdem trägt der beim Verbrennen von Kerosin entstehende Wasserdampf dazu bei, dass sich Eiswolken (Cirrus) in der oberen Troposphäre bilden, in acht bis 13 Kilometern Höhe. Anders als die tiefliegenden Stratuswolken, die einen kühlenden Effekt haben, lassen Cirruswolken das meiste Sonnenlicht durch, werfen aber Wärmestrahlung zurück zur Erde. Damit fördern auch sie den Klimawandel."

"Wer im Urlaub zum Beispiel von München nach New York fliegt, verschlechtert seine persönliche Bilanz dramatisch: Hin- und Rückflug verursachen zusammen rund 1,1 Tonnen CO2. Rechnet man die übrigen beim Fliegen ausgestoßenen Klimagase und den Wasserdampf-Effekt ein, wird es deutlich mehr: Der Rechner des Umweltbundesamtes veranschlagt knapp vier Tonnen für die Reise. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Haushalt verbraucht im Jahr rund drei Tonnen CO2 zum Heizen, mit Abstand die größte Emissionsquelle im Wohnbereich."

Unterstreichungen von mir!

Wohnen in geheizten Räumen
gehört zum Grundbedarf des Menschen
- Fliegen nicht!

Während die immer wieder empfohlene Dämmung der Gebäude sehr kritisch gesehen wird, weil der verwendete Schaumstoff auch Ressourcen verbraucht und seine Entsorgung noch nicht abschließend geklärt ist, kann das Fliegen jederzeit durch drastische Verteuerung reduziert und damit das Klima nachhaltig geschützt werden. Und wer trotzdem zum Spaß fliegen will, muss für den dadurch verursachten Klimaschaden eben kräftig bezahlen. Das ist sozialer, als ihn mit fragwürdigen Maßnahmen zur Gebäudesanierung zu drangsalieren.

Übrigens; eine Minderung des Flugverkehrs hätte auch eine deutliche Entlastung vom Fluglärm zur Folge.

Lesen Sie auch bitte: Die Crux mit den SUV

24.07.2019

Nachtrag: vergl. jetzt auch noch Teibhausgas-Emissionen des Verkehrs im Vergleich

Erdüberlastungstag

29.07.2019 - Süddeutsche Zeitung: "Nachhaltigkeit ist wie Zähne putzen"

Zitate aus dem Interview:

"Ab dem heutigen Montag leben wir nicht mehr vom Einkommen der Natur, sondern wir bauen das Vermögen ab. Man kann es auch so ausdrücken: Die Nachfrage nach produktiven Flächen für die Nahrungsmittel- und Textilproduktion, für die Holzwirtschaft, für Straßen und Städte, für die Absorption des Kohlendioxids, was die Menschheit produziert, ist 75 Prozent höher als die produktiven Flächen, die auf unserem Planeten tatsächlich existieren."

"Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden wie die Deutschen, bräuchte man sogar drei Erden. Wenn sie so leben wie die Bürger in den USA, wären es fünf Erden - und Japan benötigt eigentlich 7,7 Mal seine eigene Fläche, um den dortigen Ressourcenverbrauch zu befriedigen."

"In unserem Wirtschaftssystem hat das Naturkapital (...) praktisch keinen monetären Wert. Wir übernutzen die Erde, aber das zeigt sich monetär gar nicht, der Markt bekommt kein Feedback."

Angesichts dieser dramatischen Erkenntnisse ist es geradezu lächerlich, wie die Politik um Maßnahmen für den Klimaschutz feilscht. Vergleiche Rheinische Post: "CDU-Fraktionsvize Linnemann lehnt Mehrwertsteuersenkung auf Bahntickets ab".

Schon meine Einleitung zu dieser Seite beginnt mit dem Hinweis auf die Erdüberlastung. Aber immerhin wird jetzt das Klima thematisiert. Aber die Politik glaubt, alles neu erfinden zu müssen. Dabei war es doch das Umwelt-bundesamt, das schon vor Jahren den Abbau umweltschädlicher Subventionen gefordert hat. Warum wird das nicht endlich umgesetzt? Die derzeitige Diskussion um Anreize durch Verzicht auf Steuereinnahmen wirkt nur lächerlich. Grundlegendes ist endlich angesagt!


02.08.2019 - Rheinische Post: "Zaudern geht jetzt nicht mehr"

Zitat aus dem Gastbeitrag von Prof. Stefan Rahmstorf:

"Der jetzt diskutierte Preis für den Ausstoß von CO2 ist ein längst überfälliger, notwendiger Schritt und entspricht nur dem akzeptierten Verursacherprinzip: Wer der Allgemeinheit durch sein Verhalten Kosten aufbürdet, der sollte dafür auch bezahlen."

Das ist eine klare Aussage. Mit ihr schließt sich der Kreis zu der von mir bei vielen Themen zitierten Aussage von Richard von Weizsäcker:

"(...) noch immer muss die Allgemeinheit dort die Kosten tragen, wo der private Markt externe Folgen verursacht, die nicht im Preis enthalten sind. Das gesamtgesellschaftlich faire und schließlich auch das ökonomisch vernünftige Ziel ist es, dass die Preise selbst die ökologische Wahrheit sagen."

Man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich gute Ideen endlich durchsetzen.


Waldbrände im Amazonas-Gebiet

Seit Tagen wird über die Brände im Amazons-Regenwald berichtet. Auf Tagesschau.de werden die Zusammenhänge für das Weltklima erklärt.

Es gibt auch noch einen anderen Zusammenhang, der gerade unsere Wohlstandsgesellschaft in Frage stellt. Da darauf nur in Nebensätzen hingewiesen wird, möchte ich das hier einmal klar zusammenfassen.

Die Brandrodungen in Brasilien haben doch allein den Sinn, immer mehr Ackerfläche für den Anbau von billigem Futtermittel für die Masssentierhaltung zu gewinnen. Unter der Überschrift Gesunde Kreislaufwirtschaft habe ich die Frage aufgegriffen, ob unsere deutschen Bauern unser Grundwasser mit der Gülle verpesten müssen, um Fleisch für die chinesischen Kühlschränke zu liefern. Und im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise habe ich das Problem aufgegriffen, dass aus der Sicht deutscher Verbraucher minderwertiges Fleisch nach Afrika entsorgt wird und die dortigen Märkte für einheimisches Geflügel zerstört.

Alles hängt mit allem zusammen. So ist das nun mal im globalen Dorf. Und es ist unsere Verantwortung für das Weltklima, dass unser übertriebener Wohlstand nicht noch die letzten Ressourcen für unser Klima zerstört.

Es ist dringend an der Zeit, unseren Luxuswahnsinn zu bremsen und den Fleischkonsum zurückzufahren. Nichts gegen den Sonntagsbraten oder ein leckeres Steak. Aber wenn man sich das gönnt, sollte man auch bereit sein, dafür einen ehrlichen Preis zu zahlen, damit Fleisch auf der Grundlage einer Kreislaufwirtschaft erzeugt werden kann, die ohne die Zerstörung lebenswichtiger Ressourcen auskommt.

Natürlich will und soll auch Brasilien seine Entwicklungsmöglichkeiten ausloten. Aber auch dort hat man sich zum Klimaschutz verpflichtet. Das darf nach einem Regierungswechsel nicht einfach über den Haufen geworfen werden. Und unserem Wohlstand tut es keinen Abbruch, wenn wir für qualitativ hochwertiges Importfleisch einen Preis zahlen, der klimafreundlichen Produktionskosten gerecht wird.

Und noch einen Gedanken möchte ich hier anschließen, um zu begründen, warum gerade wir Europäer eine große Verantwortung für die Entwicklung des Klimas tragen.

Es waren doch Europäer, die den amerikanischen Kontinent entdeckt und unter Verdrängung der Eingeborenen besiedelt haben. Diese Völkerwanderung wurde auch dadurch befeuert, dass der Lebensraum in Europa für die expandierende Bevölkerung nicht mehr reichte. Somit sind es Europäer, die sich jetzt schon wieder auf Kosten der Natur breit machen und glauben, die Ressourcen seien unendlich. Gegen diesen Trend einer Vergewaltigung der Natur muss die weltweite Gemeinde endlich vorgehen.

Schließlich vernichten wir mit dem Regenwald nicht nur Ressourcen für unser Klima. Wir vernichten auch den Lebensraum der letzten indigenen Völker, die auf den Regenwald angewiesen sind. Sie konnten über Jahrhunderte und können noch immer davon in einer gesunden Kreislaufwirtschaft leben.

Damit schließt sich der Kreis der Verantwortung. Der Mensch kann nicht gegen die Regeln der Natur verstoßen, ohne dafür bestraft zu werden. "Die Bibel als Tagebuch der Menschheit" gibt dort einen verständnisvollen Rückblick auf die im Laufe der menschlichen Evolution gemachten Fehler. Daraus zu lernen, wird immer dringender.


Endlich mal klare Worte!

30.08.2019 - Rheinische Post: "Vor der eigenen Haustür kehren"

Zitat aus dem Kommentar zum Einsatz von Frau Klöckner für den Klimaschutz:

"Dann müsste sie sich auch dafür stark machen, dass die Massentierhaltung in Deutschland eingeschränkt wird, damit weniger Futter für Rinder aus dem Ausland kommt, wo Wald für Sojaanbau abgeholzt wird. Das würde auch den CO2-Ausstoß senken, womit wir wieder beim deutschen Wald wären, für den das eine große Entlastung wäre."

Ob diese Worte endlich bei der Ministerin ankommen? Ob sie diese dann auch umsetzt? Es ist noch ein langer Weg zum Klimaschutz!


Teibhausgas-Emissionen des Verkehrs im Vergleich

Eine Studie des Umweltbundesamtes

Zwei eindrucksvolle Grafiken aus dem Bericht:

Belastung pro Personenkilometer:

Belastung pro Frachtkilometer:

Damit dürfte klar bewiesen sein, dass der Flugverkehr die schlimmste Belastung für das Klima darstellt.


14.09.2019 - Süddeutsche Zeitung: "Großes Schweigen zum CO2-Ausstoß"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Frage nach dem CO2 ist unpopulärer als ein Feuerwerk der Förderung"

Ein treffender Kommentar zu dem Gehampel der Regierung!


Inhaltsverzeichnis dieser Seite:

11.08.2018 Start dieser Seite mit der Verknüpfung früherer Einzelanmerkungen
08.10.2018 Braunkohleausstieg
25.01.2019 Greta Thunberg und "Fridays for Future"
10.05.2019 Zwillingskrisen
29.05.2019 Potsdam-Institut für Klimaforschung
15.06.2019 Luxusprobleme
08.07.2019 Flüsse leiden unter Niedrigwasser
08.07.2019 Kontraproduktive Ideen
21.07.2019 Das große Dilemma
24.07.2019 Mehr zahlen für Fliegen oder Wohnen?
29.07.2019 Erdüberlastungstag
24.08.2019 Waldbrände im Amazonas-Gebiet