Klimawandel

Wann begreifen die Menschen endlich ihre Verantwortung?

                                                                Inhaltsverzeichnis am Ende dieser Seite!

Die Wochenend-Kolumne der Rheinischen Post "Wir leben alle wieder auf Pump" von Lothar Schröder, in der er sich mit der Verschwendung der Ressourcen beschäftigt und zum Schluss bemerkt

"Es ist auch unser Umgang mit der Schöpfung, der die Glaubensschwäche unserer Zeit dokumentiert."

gibt mir Veranlassung, wesentliche Einstiegsseiten meiner diversen Anmerkungen zu diesem Themenkreis gedanklich zu verbinden und hier zu bündeln.

Bereits 2008 habe ich mich mit dem Thema Energiekosten und Konsum auseinandergesetzt, nachdem ich schon zuvor die viel zu niedrigen Benzinpreise kritisiert hatte.

Im Jahre 2010 meldeten sich auch die Altbundespräsidenten mit ihren Mahnungen zu Wort.

Als der Streit anhob, ob der Klimawandel sich im Rahmen eines normalen Erdzeitzyklus bewegt oder doch von Menschen gemacht ist, habe ich dazu mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge entwickelt.

Nachtrag vom 25.07.2019:

SPIEGEL- ONLINE:
"Schweizer Forscher entkräften Argument von Klimawandel-Leugnern"

Zitat aus dem Bericht:

"In einer aktuellen Studie verweisen Forscher um Raphael Neukom von der Universität Bern auf einen entscheidenden Unterschied zwischen natürlichen Klimaveränderungen und dem vom Menschen herbeigeführten Klimawandel: Außerhalb des jüngsten rapiden Temperaturanstiegs entwickelten sich Warm- oder Kaltzeiten in den vergangenen zwei Jahrtausenden nie auf der ganzen Welt gleichzeitig."

Im Laufe des Tages gab es hierzu bereits diverse Berichte in den Fernseh- und Radioprogrammen. Darin wurde auch erläutert, dass die CO2-Belastung über Jahrtausende im Naturkreislauf regelmäßig ausgeglichen werden konnte. Durch den vom Menschen verursachten zusätzlichen Anfall von CO2 ist diese Bilanz inzwischen weltweit aus dem Gleichgewicht geraten.

Damit fühle ich mich in meinem persönlichen Verständnis vom Klimawandel wieder einmal voll bestätigt.

Besonders gefreut hat mich dann die Umweltenzyklika von Papst Franziskus, der darin mit seinem gesamten moralischen Gewicht die Ausbeutung der Schöpfung anprangert.

So schließt sich der Kreis zu dem Zitat am Anfang dieser Zeilen.

Die neue Religion ist die der Gier nach Vergnügen! Aber "Gier frisst Hirn" haben schon vor langer Zeit kluge Leute formuliert. Und so beuten Billig-Airlines ihre Piloten aus und produzieren Fluglärm zum Schaden der daheim gebliebenen Bürger, nur damit Schönheiten der Natur durch den Masssentourismus zerstört werden und die "Ur"-Einwohner in den Tourismushochburgen keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden.

Ein Teufelskreis! Wer bringt den Mut auf, ihn zu durchbrechen?

Als Propheten unserer Zeit mahnen sowohl moralische Instanzen als auch renomierte Wissenschaftler. Auf sie sollten die Menschen endlich hören. Dabei könnte vielleicht helfen, einmal das Buch über "Die Bibel als Tagebuch der Menschheit" zu lesen.

11.08.2018

Hinweis: Wenn Sie den vorstehenden Links auf meiner Homepage folgen, finden Sie am Ende der jeweiligen Anmerkungen auch einen Link, der dann hierher zurück führt!

Proteste gegen den Braunkohleabbau

Auch ich finde den Abbau der Braunkohle nicht mehr zeitgemäß; wir brauchen die Energiewende. Einer Gruppierung, die mich per Newsletter zur Teilnahme an den Protesten ermuntern wollte, hatte ich geantwortet:

Um [ die Energiewende ] zu erreichen, ist es erforderlich, vorrangig dafür zu sorgen, dass der vorhandene erneuerbare Strom auch über Trassen dahin gebracht wird, wo er gebraucht wird, und überschüssige Mengen sinnvoll zwischengespeichert werden. Solange sich hier nicht nur nichts tut, sondern der Bau geplanter Trassen durch Proteste der Anrainer über Jahre verzögert wird und Speicher kaum gebaut werden, geht jeder Protest gegen den Braunkohleabbau am Thema vorbei. Und wenn dieser Protest noch mit kriminellen Mitteln betrieben wird, wie jetzt im Hambacher Forst, kann das nicht meine Unterstützung finden.

Unter der Überschrift "Das Land braucht einen Kohlekonsens" kommentiert heute der Chefredakteur der Rheinischen Post:

"Alle sind für Klimaschutz. Aber wer verzichtet dafür auf die Autofahrt zum Bäcker? Oder die Flugreise nach Mallorca, Paris oder Berlin? Wer reduziert seinen Stromverbrauch, damit die Abhängigkeit von der Kohle schneller sinkt, die für rund 25 Prozent des Verbrauchs herhalten muss. Wer von den Demonstranten schafft sein Smartphone oder Smart Home dafür ab? Wer akzeptiert den Stromkonverter hinter seinem Haus, damit der grüne Strom von der Nordsee schnell in den Süden gelangt? Man prüfe sich. Der Einsatz für den Wald ist löblich. Aber er reicht nicht. Ein nationaler Konsens muss Industrie, Wissenschaft, Gewerkschaften, Umweltschützer und Politik beinhalten."

Das trifft voll und ganz meine Auffassung, die ich auf dieser Homepage schon mehrfach vertreten habe. Es ist der Widerspruch unserer Gesellschaft, die immer mehr konsumieren will. Die gesamte Wirtschaftspolitik ist auf dieses Mehr ausgerichtet. Es bricht großer Jammer aus, wenn die Wachstumsraten hinter den Erwartungen zurück bleiben. Wer begreift endlich den alten Spruch: "Weniger ist mehr!"

Mehr Klimaschutz geht nur mit weniger Konsum!

08.10.2018

Nachtrag vom 20.11.2018:

"Bleibt Kobalt das Zukunftsmetall?"

Zitat aus dem Bericht:

"Der Großteil des Kobalts wird im zentralafrikanischen Kongo abgebaut. (...) Im politisch instabilen Kongo herrschen offenbar brutale Arbeitsbedingungen und Umweltverbrechen. Die Non-Profit-Organisation Amnesty International beklagt beispielsweise seit Jahren Kinderarbeit, Unfälle und extreme Gesundheitsrisiken in den Minen."

Da ist sie wieder - die Frage nach dem gerechten Umgang mit den Menschen und der Natur! Die Menschen, insbesondere wir in den hoch entwickelten Industrieländern, müssen endlich erkennen, dass uns jede Form der Ausbeutung einen Schritt weiter in dem Abgrund führt.

Ob Abbau von Braunkohle oder Kobalt, beides zerstört die Natur. Nur echter Verzicht rettet unsere Lebensgrundlagen.


Der Extremsommer und seine Folgen

Unter der Überschrift "Ein Rinnsal namens Rhein" berichtet jetzt die Rheinische Post umfangreich über die Folgen dieses Extremsommers mit seiner Hitze und Trockenheit.

In ihrem Kommentar "Klimaschutz früh und konsequent verfolgen" plädiert sie dafür,

"sich so früh wie möglich auf Extremfälle wie in diesem Jahr einzustellen (und) Lehren aus der Not zu ziehen."

Sie erkennt aber auch zutreffend:

"Solche Fragen sind ereignisgetrieben, werden uns immer dann bewusst, wenn wir wie gerade durch die Trockenheit die Folgen spüren. Danach geraten sie schnell in Vergessenheit."

Was ich sowohl in dem Bericht als auch im Kommentar vermisse, ist ein Hinweis auf die Ursachen. Es nutzt nichts, Ratschläge zu erteilen, wie wir künftig auf die Folgen weiter drohender Extremsommer re-agieren können. Es muss endlich klar und deutlich ausgesprochen werden, dass nur ein Verzicht auf Konsum helfen wird, den Klimawandel zu stoppen. Da war der Kommentar vom 08.10.2018 schon deutlicher!

Vielleicht hilft aber auch dieser Hinweis aus dem Bericht weiter:

"Das mache sich vor allem beim Kunden bemerkbar, der im schlimmsten Fall das Drei- bis Vierfache des üblichen Preises bezahlen müsse, sagte Kleinbongartz. Aber auch der Endverbraucher müsse sich bald auf Preiserhöhungen einstellen."

Damit bewahrheitet sich jetzt auf dramatische Weise die Mahnung unserer Altbundespräsidenten, die aber gemeint hatten, dass diese Folgekosten schon vorab hätten eingepreist werden müssen, um so den Konsum von vorn herein zu bremsen und den Klimawandel zu verhindern.

18.10.2018


27.10.2018 - Rheinische Post: "Niedrigwasser lässt Benzinpreis steigen"

Zitat aus dem Bericht:

"Nach Angaben des Mineralölverbandes können Tankschiffe wegen der seit Wochen fallenden Pegel nur noch mit einem Drittel der gewöhnlichen Ladung befüllt werden. (...) Durch das Transportproblem können viele Tankstellen nicht mehr regelmäßig mit Benzin und Diesel beliefert werden. So mussten bereits Tankstellen in Düsseldorf, Meerbusch und Grevenbroich vorübergehend ihre Zapfanlagen abstellen, weil ihnen der Treibstoff ausgegangen war."

Wer das Buch über "Die Bibel als Tagebuch der Menschheit" gelesen hat, könnte auf die Idee kommen, dass das was wir jetzt erleben, die Strafe für unseren Umgang mit Gottes schöner Schöpfung ist. Und es könnte der der Natur eingegebenen Selbstheilungsfähigkeit zuzuschreiben sein, dass sie erkannt hat, wer sie geschädigt hat. Und da rächt sie sich gezielt an denen, die mit ihrer übertriebenen Mobilität einen erheblichen Anteil am Klimawandel haben.

Ob man diese Lesart nun teilt oder nicht, ein Nachdenken über das, was die Menschheit mit der Natur treibt, ist jedenfalls dringend geboten! Bei den aktuellen Wahlumfragen haben die Grünen einen deutlichen Zulauf. Ist das ein Zeichen, dass sich vorstehende Erkenntnisse breit machen?

Nachtrag vom 29.10.2018

Auch auf Tagesschau.de finden sich nachdenkliche Leserzuschriften! Und die Klatsche bei der Landtagswahl in Hessen ist doch auch deutlich!

Wie ich die Entwicklung des Benzinpreises sehe, finden Sie hier!


23.11.2018 - Tagesschau.de: "Sind die Kosten für Flugtickets zu hoch?"

Zitat aus dem Bericht:

"Möglicherweise gab es unerlaubte Absprachen, die zu überhöhten Preisen für Flugtickets geführt haben könnten."

Interessant ist die angehängte Diskussionsseite. Während die EU-Behörden Preisdumping fördern wollen, sehen das die Leser anders. In den Beiträgen wird überwiegend die Auffassung vertreten, die Preise seien zu billig. Daraus beispielhaft ein Zitat:

"Alles, aber auch wirklich alles muss eingepreist werden und dazu gehört eben auch der Landschaftverbrauch, die Lärmverschmutzung, die Luftverschmutzung und alles andere, was der Luftverkehr beeinträchtigt oder zerstört."

Das liegt ganz auf meiner Linie, wie ich sie insbesondere in meinen Anmerkungen zum Benzinpreis vertreten habe.


21.12.2018 - Rheinische Post:
"2018 war das wärmste Jahr in Deutschland seit 1881"

Zitat aus dem Bericht:

"Damit fallen inzwischen acht der neun wärmsten Jahre seit 1881 in das 21. Jahrhundert. 'Diese auffällige Ballung warmer Jahre zeigt ganz klar: Die Erwärmung ist ungebremst, der Klimawandel hat Deutschland im Griff', sagte DWD-Vizepräsident Paul Becker am Donnerstag in Offenbach. Er sprach von einem 'traurigen Rekord'."

Diese Zusammenballung der Rekordjahre widerlegt alle Behauptungen, die Erde befinde sich nun mal in einer der regelmäßgigen Wärmephasen. Für mich ist das vielmehr der Beweis für mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge als einer von Menschen zu verantwortenden weltweiten Explosion der über Jahrmillionen eingespeicherten Wärmeeinstrahlung durch Hebung und Verfeuerung der fossilen Brennstoffe. Auch ich habe keine Patentlösung, dies von heute auf morgen zu ändern, es wird aber Zeit, dass der Verschwendung von Energie Einhalt geboten wird.


Eine schon ältere Mahnung lautet:

„Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse,
aber nicht für jedermanns Gier.“

Mahatma Gandhi


Greta Thunberg und "Fridays for Future"

25.01.2019 - Rheinische Post:
"Greta redet Managern und Politikern beim Weltwirtschaftsgipfel ins Gewissen"

Zitat aus dem Bericht:

„An Orten wie Davos erzählen Menschen gerne Erfolgsgeschichten. Aber ihr finanzieller Erfolg hat ein unvorstellbares Preisschild. Und beim Klimawandel müssen wir anerkennen, dass wir versagt haben.“

Eine sehr treffende und mutige Aussage einer 16-jährigen!


14.03.2019 - Tagesschau.de: "Thunberg für Nobelpreis vorgeschlagen"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Bewegung [ "Fridays for Future" ] soll morgen ihren bisherigen Höhepunkt erreichen."

Schon in den letzten Tagen habe ich die Diskussion verfolgt, ob Schüler für diese Demonstrationen die Schule "schwänzen" dürfen. Unverständnis hat bei mir die Kommentierung von Christian Lindner (FDP) ausgelöst, die Schüler sollten erst mal schön in die Schule gehen; das Thema Klima sollten sie den Fachleuten überlassen.

Meine eigenen Gedanken zum Klimawandel habe ich vorstehend zusammen-gefasst. Jeder Fortschritt ist nur möglich, wenn besorgte Bürger über den Tellerrand ihres engeren Umfeldes hinwegschauen und Ideen entwickeln, wie Zukunft zu gestalten ist. Und sich dafür auch mit ausgefallenen Aktionen einsetzen.

Es ist nicht nur ein schönes Wortspiel mit den englischen Worten vom freien Tag für eine bessere Zukunft. Ich sehe darin den berechtigten Aufschrei der Jugend, die sich Sorgen um ihre Zukunft macht.

Politiker, die offensichtlich nur das Wohl der Wirtschaft im Blick haben, sollten sich besser zurückhalten. Solange sie nicht bereit sind, der Autoindustrie die Leviten zu lesen wegen des betrügerischen Einsatzes von Software, ist die Jugend berechtigt, ihre Sorgen um die eigene Zukunft auch mit einem regelwidrigen Aufschrei zum Ausdruck zu bringen. Beendet werden können diese Aktionen allerdings sehr schnell, wenn die Politiker aller Parteien sagen: "Wir haben verstanden". Und dann danach handeln.

Nachtrag vom 26.03.2019:

"Wer sind die „Fridays For Future“-Aktivisten?"

Die Beilage zur Süddeutschen Zeitung bietet eine interessante Analyse auf der Grundlage einer Befragung der Teilnehmer der vorgenannte Demontrationen.

Nachtrag vom 30.03.2019:

"Gretas Schulstreik wird zum Selbstläufer"

Eine lesenswerte Analyse der Rheinischen Post mit einem Bericht über die Demo in Berlin.

Nachtrag vom 13.04.2019:

"Die Schüler nehmen die Bundesregierung beim Wort"

Eine Kolumne der Süddeutschen Zeitung, die die Diskussion um Regeln zurechtrückt.

Nachtrag vom 28.06.2019:

"Die Welt schien auf sie gewartet zu haben"

Zitat aus dem Bericht:

"Hier schreibt eine Mutter, die viel durchgemacht hat, und in ihr Schreiben fließt auch die Begeisterung über ihre Tochter ein, die bis vor einem Jahr mit niemandem außerhalb der Familie redete und sich für ein derart großes Zeichen zivilen Ungehorsams entschied."

Weil über Greta Thunberg immer wieder Zweifel zu hören sind, ob sie wirklich aus eigenem Antrieb an die Öffentlichkeit gegangen ist, habe ich diesen Artikel vom Mai 2019, den ich schon früher gefunden hatte, jetzt nachträglich hier verlinkt.


15.03.2019 - Tagesschau.de: "Die junge Generation hat Recht"

Zitat aus dem Bericht:

"Einer der Unterzeichner ist Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Es gebe viele Stimmen aus der Politik, die den streikenden Schülern gesagt haben, sie sollten wieder zur Schule gehen und hätten keine Ahnung, so der Forscher. 'Deswegen sitzen wir auch hier. Wir sind die Profis, wir sagen: Die junge Generation hat recht. Es ist ja auch mutig, mal nicht in die Schule zu gehen.' Er und seine Mitunterzeichner fordern deshalb mit Nachdruck, die Forderungen der Schüler umzusetzen."

Das ist der notwendige Schulterschluss!


24.03.2019 - Tagesschau.de: "Mobilität wird teurer werden"

Ein kritischer Blick in die Zukunft mit dieser Schlussfolgerung:

"Doch mit Innovation und Förderung allein, das haben die Experten nun klar berechnet, werden die Klimaschutzziele 2030 im Verkehr nicht erreicht. Dafür muss Scheuer dann doch Vorschläge liefern - bis Ende 2019 soll das Klimaschutzgesetz der Koalition stehen."

Dass Klimaschutz teuer wird und nur durch Verzicht zu erreichen ist, habe ich bereits oben dargelegt.


02.04.2019 - Tagesschau.de: "Vier Prozent weniger Treibhausgase"

Zitat aus dem Bericht:

"Neben dem Ausbau von Wind- und Solarstrom machten sich der heiße Sommer und der milde Winter bemerkbar: So wurde zum einen weniger geheizt. Durch das Niedrigwasser vieler Flüsse weniger gefahren und auch weniger Kohle in Kraftwerken verbrannt."

Das könnte ich als Bestätigung meiner These vom 27.10.2018 ansehen. Diese Meldung als Erfolg zu feiern, erscheint mir jedenfalls unangebracht, solange sich daraus kein dauerhafter Trend entwickelt.


Süddeutsche Zeitung: "Der längste Sommer"
Eine beeindruckende Dokumentation!


Klimaschutz - Fast alle dafür, aber kaum einer will zahlen

02.05.2019 - Tagesschau.de: "Nur jeder Dritte für eine CO2-Steuer"

Zitat aus dem Bericht:

"85 Prozent der Befragten sind (...) der Ansicht, dass wir ohne Einschränkungen in unserem Lebensstil den Klimawandel nicht werden stoppen können. Andererseits sehen 68 Prozent der Befragten eher die Industrie in der Pflicht als den einzelnen Konsumenten."

Wie soll die Industrie das denn hinbekommen? In der Vergangenheit haben wir es doch immer wieder erlebt, dass mit jeder technischen Neuerung, die zu einer Energieeinsparung (= CO2-Minderung) hätte führen können, neue Energie-verschwender auf den Markt geworfen worden sind, die den Einspareffekt vernichtet haben. Diesen "rebount" Effekt kann man nur unterbinden, indem die Enegieverschwendung kräftig besteuert wird.

Wer Sorge hat, dass dadurch die Bürger ungerecht belastet werden, möge sich bitte auf dieser Homepage umsehen, welche Entlastungen an anderer Stelle angeboten werden können.

05.05.2019 - Süddeutsche Zeitung:
"Technik alleine wird den Klimawandel nicht stoppen"

Ein lesenswerter Kommentar, dem nichts hinzuzufügen ist!


Schlechte Aussichten - Ein überzeugender Kommentar:

10.05.2019 - Süddeutsche Zeitung:

"Artensterben und Klimawandel sind Zwillingskrisen"

Zitat:

"Die Menschen müssen aufhören, zu viel Wald abzuholzen, die Weltmeere zu überfischen und auch noch alles zuzumüllen. Es muss ins kollektive Bewusstsein dringen, dass saubere Luft zum Atmen, Wasser zum Trinken und fruchtbare Böden nicht kostenlos und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Und eines ist klar: Es wird nicht funktionieren, von den Bürgern zu verlangen, im Einklang mit der Natur zu leben, wenn das System um sie herum darauf keinerlei Rücksicht nimmt."

Wann begreifen das Politiker und Wirtschaftsmanger?

Der aktuelle Streit um eine CO2-Steuer zeugt nicht von der Bereitschaft zur Wende. Auch sind Vorschläge inakzeptabel, immer mehr Grünflächen oder gar Kleingartenkolonien in den Ballungszentren für den Wohnungsbau zu opfern, wie jetzt in einem Kommentar der Rheinischen Post zu lesen. In meinen Beiträgen zur Regional- und Landesplanung habe ich mich intensiv mit dem fehlgeleiteten Wettbewerb der Kommunen um Gewerbe und Einwohner auseinandergesetzt und fühle mich jetzt wieder durch den Kommentar der Süddeutschen Zeitung bestätigt.

Die Evolutionstheorie wird wohl recht behalten, dass echter Fortschritt nur aus der Katastrophe heraus möglich ist - für die wenigen Arten, die sie überleben! Ob der Mensch dabei sein wird, erscheint mir fraglich.

Siehe auch: Das "Zwillingsproblem" - eine Fortsetzung

Potsdam-Institut für Klimaforschung:

"Wetterextreme im Sommer 2018 waren verbunden durch stockende Riesenwellen im Jetstream"

Zitat aus der Pressemitteilung:

"Es ist zu erwarten, dass das beobachtete Wellenmuster durch den Klimawandel und die menschgemachte globale Erwärmung in Zukunft häufiger auftreten wird."

Ein hoch interssanter Bericht, der die Klimadiskussion beflügeln sollte. Wir haben nicht mehr viel Zeit für eine Korrektur. Das Ergebnis der EU-Wahl zeigt, dass die Bürger endlich Taten statt Sonntagsreden erwarten.

29.05.2019 - Rheinische Post:
"Bekommen wir jetzt wieder einen Hitze-Sommer?"

Zitat aus dem Bericht:

"Klimawandel heißt nicht, dass jeder Sommer ein Hitzesommer wird. Doch macht der Klimawandel Hitzesommer wahrscheinlicher."

Es muss endlich gehandelt werden. Diskussion über Verbote oder die Hoffung auf technische Innovationen führen zu nichts. Es hilft nur eines: Energieverbrauch muss wesentlich kräftiger besteuert werden.

Ich habe die Probleme noch kurz vor der EU-Wahl in einer Mail an einen Spitzenpolitiker, der sich über die Schülerproteste mokierte, wie folgt zusammengefasst:

Viele der von Ihnen angesprochenen Spannungsverhältnisse sehe ich genau so. Ihre Zuspitzung ist aber Folge einer Politik, die trotz aller schönen Sonntagsreden nie wirklich gehandelt hat. So kommt es jetzt bei jedem Lösungsversuch zu Protesten von irgend einer Seite.

Am Beispiel Benzinpreis kann man das bestens aufzeigen. Wäre dieser entsprechend der allgemeinen Einkommensentwicklung (durch eine angemessene Besteuerung !) laufend gestiegen, hätten wir heute viele Probleme des Individualverkehrs nicht. Wahrscheinlich wäre mehr Geld in den ÖPNV geflossen. Der jetzt notwendige Umbruch tut allerdings weh. Das ist wie bei jeder Krankheit, die man sich infolge falschen Lebenswandels zugezogen hat.

Auch die Probleme der Landwirtschaft wären deutlich geringer, wenn für unsere Lebensmittel ehrliche Preise gefördert worden wären. Warum kosten Eier heute in Cent noch genau dasselbe, das sie vor mehr als 60 Jahren gekostet haben? Damals rund 20 Pfennig; heute rund 20 Cent!

Sie haben vollkommen recht, der Klimawandel fordert uns heraus. Lesen Sie das neue GEO-Heft mit drei Artikeln und einem Interview zu diesem Thema. Da kann es einem schaudern. Deshalb ist es gut, dass unter dem Druck der Kinder, denen sich immer mehr - auch Senioren - anschließen, endlich geredet wird. Die Lösungen liegen allein im Verzicht. Man braucht keinen SUV, um seine individuelle Mobilität zu sichern. Verzicht auf Schnickschack spart Energie. Warum müssen nachts Gärten und Balkone beleuchtet sein, obwohl die Rollladen geschlossen sind? Wir müssen neben der Frage, wie der Strom zu transportieren ist, auch die Frage stellen, ob wir noch immer diese Mengen benötigen. Mit einer anständigen Bepreisung, kann das dann jeder Bürger selbst entscheiden.


11.06.2019 - Rheinische Post: "Klimaschutz mit Augenmaß"

Zitat aus dem Kommentar:

"Wie weit die Bereitschaft tatsächlich geht, den persönlichen Komfort einzuschränken, wird sich zeigen, wenn man nicht mehr mit dem Pkw in die Innenstadt kommt, die Versandhandelsprodukte ebenso wie Fleisch teurer werden, man den Kaffee nicht mehr unterwegs trinken und man sich Flugreisen nur noch alle paar Jahre leisten kann."

In meiner vorstehend zitierten Mail an einen Bundespolitiker habe ich bereits den notwendigen Klimaschutz mit einer Krankentherapie verglichen, die schmerzhaft sein wird. Der Kommentar der Rheinischen Post macht das deutlich. Wer aber die Viren oder Bakterien, die zu einer Infektion geführt haben, nicht bekämpfen will, hat keine Chance, gesund zu werden!

Der von der Autorin aufgelistete Komfort spiegelt doch nur einige der Ursachen der Krankheit "Klimawandel". Sie stehen aber beispielhaft für die Auswüchse unserer Versündigung gegen unsere eigene Lebensgrundlage. Die Menschheit - allen voran in den Industriestaaten - muss sich entscheiden, ob sie sich infolge des Klimawandels aus dieser Welt verabschieden oder noch eine Chance haben will.


Luxusprobleme

15.06.2019 - Rheinische Post:
"Wie ich lernte, die perfekte Welle zu reiten"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Betriebskosten für die künstliche Welle sind hoch. 350 Kilowatt Strom verbraucht die Welle pro Stunde, nicht viel weniger als ein vierköpfiger Haushalt pro Monat. Die Anlage wird, wie die vier Wasserski-Anlagen auch, vollständig aus Öko-Strom gespeist."

Der Bericht ist nicht nur Reklame für eine Attraktion in Langenfeld, er macht auch deutlich, dass wir in Deutschland ein Luxusproblem haben:

"Auch sie [ die Enkel des Gründers ] wissen, dass Freizeitangebote dauerhaft nur erfolgreich sein können, wenn sie der jungen Generation ständig etwas Neues bieten."

Zum Glück wird die Anlage ausschließlich privatwirtschaftlich betrieben. Auch wenn hier angeblich Ökostrom eingesetzt wird, so sind die Strompreise für eine solche Anlage aber immer noch nicht hoch genug, um den sogenannten Rebound-Effekt zu stoppen.

Übrigens; wer die Langenfelder Verhältnisse kennt, kennt auch den Spruch:

"Mit Kies Kies gemacht!":

Insgesamt passt der Artikel zu der vorstehend kommentierten Frage nach dem Augenmaß. Die Energiewende wird nie gelingen, wenn wir den Energie-verbrauch nicht drastisch einschränken. Das gilt für alle Anwendungen. Nicht alles Machbare muss auch gemacht werden.

Nachtrag vom 05.07.2019:

„Ich würde niemals einen Fuß in ein Flugzeug setzen“

Zitat aus dem Interview mit Niko Paech;
Ökonom und Wachstumskritiker:

"Wir sind mit vielem zu weit gegangen, weil wir fortschrittsbesoffen sind. Wer gibt uns das Recht, auf Kosten unserer Umwelt immer weiter zu wachsen? Diese Frage müssen wir uns stellen. Der Luxus, den wir uns gönnen, ufert aus."

Die klare Ansage eines Wissenschaftlers!

Nachtrag vom 28.12.2019:

"Spektakulärer Dahlmeier-Abschied auf Schalke"

Was hat da wohl die künstliche Winterlandschaft auf Schalke gekostet? Muss dieses "traditionelle Spektakel vor dem Jahreswechsel" wirklich sein?


30.06.2019 - Tagesschau.de: "Umweltbundesamt fordert CO2-Aufschlag"

Zitat aus dem Bericht:

"Durch den Aufschlag für Heiz- und Kraftstoffe sollten die Treibhausgasemissionen gesenkt werden. Die Einnahmen daraus könnten die Bürger durch die Senkung der Ökostrom-Umlage (EEG) und auf anderen Wegen wieder zurückerhalten, schlägt Amtspräsidentin Maria Krautzberger vor."

"Andere Wege zu einer CO2-Bepreisung hält das Umweltbundesamt dem Bericht zufolge für zu langwierig. So sehe die Behörde keine politische Mehrheit für den Ausbau des europäischen Emissionshandels, den etwa einige Unionspolitiker fordern, hieß es unter Berufung auf ein Papier mit Vorschlägen der Behörde."

Endlich ein in sich schlüssiger Vorschlag!

Das liegt ganz auf der Linie früherer Vorschläge des Umweltbundesamtes. Vergleiche dazu: Umweltschädliche Subventionen


05.07.2019 - Tagesschau.de: Schulze für CO2-Steuer mit "Klimaprämie"

Zitat aus dem Bericht:

"Es sollten keine Mehreinnahmen für den Staat geschaffen werden, sagte die SPD-Politikerin. Die Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung sollten über eine "Klimaprämie" an die Bürger zurückgegeben werden. Dabei solle derjenige mehr zurückbekommen, der sich klimafreundlich verhält."

Endlich ein konkreter Vorschlag!


Flüsse leiden unter Niedrigwasser

08.07.2019 - Rheinische Post: "Die Klimakrise erreicht unsere Flüsse"

Zitate aus dem Bericht:

"Für Tiere und Pflanzen bedeute der Zustand purer Stress. Auch die Folgen für die Wirtschaft seien massiv."

"Nach Einschätzung der Bundesregierung kann Niedrigwasser auch positive Effekte auf die Natur haben, weil dadurch temporär wertvoller Lebensraum entstehe. Die Natur habe sich auf den Wechsel der Wassermenge eingestellt, allerdings müsse dieser regelmäßig erfolgen. Zudem könnten sich durch extremes Niedrigwasser Belastungen verschärfen und es könne das natürliche Gleichgewicht gefährden. So führe die geringere Strömungsgeschwindigkeit zu einer Erwärmung des Wassers mit negativen Auswirkungen auf den Sauerstoffhaushalt."

Vergleiche auch Meldung und Anmerkung vom 27.10.2018


12.07.2019 - Rheinische Post:
"Wirtschaftsweise wollen Benzin und Heizöl spürbar teurer machen"

Zitate aus dem Bericht:

"(...) die Regierung [ habe ] zwei Optionen: Entweder sie führe einen nationalen Emissionshandel für CO2-Zertifikate im Verkehrs- und Gebäudesektor ein – oder sie entscheide sich für eine neue CO2-Steuer auf Benzin, Diesel und Heizöl."

"Zwar sei die Ausweitung des für die Industrie bereits existierenden europäischen Emissionshandels auf alle Wirtschaftsbereiche aus ökonomischer Sicht die beste Variante. Da diese Ausweitung kurzfristig jedoch (...) nur schwer umsetzbar sei, (...) brauche Deutschland eine Übergangslösung, so die Ökonomen. 'Für diese Übergangslösung für den Nicht-EU-ETS-Bereich stehen zwei Wege zur Verfügung, ein separater Emissionshandel und eine CO2-Steuer', heißt es in dem Gutachten."

Der Vorschlag erscheint mir fundiert. Er ermöglicht eine schnelle Umsetzung, damit sich endlich etwas tut, ohne den Weg für eine gesamteuropäische Lösung zu verbauen.


Kontraproduktive Ideen

13.07.2019 - Tagesschau.de: "CO2-Bepreisung nicht auf Mieter umlegen"

Zitat aus dem Bericht:

"Mieterbund-Präsident Lukas Siebenkotten sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die dadurch entstehenden Kosten dürften nicht auf die Mieter umgelegt werden."

Noch ist überhaupt nichts beschlossen, da wird schon laut gerufen, wer auf keinen Fall die Kosten für den Klimaschutz bezahlen soll. So wird das nie was. Mieter müssen sich überlegen, ob sie eine preiswerte Kaltmiete zahlen wollen, dafür aber etwas höhere Betriebskosten anfallen. Wohnqualität gibt es nicht zum Null-Tarif.

Weiteres Zitat aus dem Bericht:

"Um Wohnungseigentümer dazu zu bewegen, auf klimafreundliche Heizungen umsteigen, schlug Siebenkotten 'substanzielle Investitionskostenzuschüsse' vor."

Auch bei diesem Vorschlag sollte man erst einmal hinterfragen, wer das denn finanzieren soll. Da wird doch der Grundgedanke der Bepreisung des CO2-Ausstoßes pervertiert. Mit der Bepreisung werden doch genügend Anreize geboten, nach wirtschaftlichen Lösungen zu suchen. Und das muss dann jeder Hauseigentümer im Benehmen mit seinen Mietern nach eigenen finanziellen Möglichkeiten selbst abwägen. Der Klimawandel ist doch die Folge ungezügelten Verbrauchs von Ressourcen. Da hilft als Bremse nur der Griff in die Geldbörse. - Aller Beteiligten! Staatliche Zuschüsse stören diesen Mechanismus nur.

Ergänzung vom 15.07.2019:

Jetzt hat auch noch Markus Söder im ZDF-Sommerinterview gefordert, zum Ausgleich der CO2-Bepreisung des Sprits die Pendlerpauschale zu erhöhen.

Natürlich muss man endlich mal grundsätzlich über die Wirkung der Pendlerpauschale nachdenken. Dazu habe ich bereits Vorschläge unterbreitet, die helfen können, die Entscheidungen über die Wahl des Wohnens und Arbeitens nach wirtschaftlichen, nicht aber nach steuerlichen Gesichtspunkten angemessen zu treffen. Wie in meinen Anmerkungen ergänzend dargelegt, rechnet das Umweltbundesamt die Pendlerpauschale auch noch zu den umweltschädlichen Subventionen.

Da fehlt dem CSU-Vorsitzenden offensichtlich die notwendige Kenntnis über sensible Zusammenhänge von Klimaschäden und Fehlsubventionen.


18.07.2019 - Tagesschau.de: "Kaum besteuert, schädlich und umkämpft"

Zitat aus dem Bericht:

"Dabei belastet der Flug das Klima deutlich mehr als die Bahnfahrt, auch wenn ein eng bestuhlter Billigflieger ähnlich viel Sprit verbraucht wie ein ICE - zwei Liter pro Passagier und 100 Kilometer. Aber der Klimaeffekt in der Luft ist zwei- bis fünfmal so groß wie am Boden. Da spielen eine Menge physikalischer Effekte eine Rolle. Wenn es um Klimaschutz ginge, müsste also der Aufschlag für den Flug bis zu fünf Mal so hoch sein wie bei anderen Verkehrsmitteln."

Eine Analyse, die es auf den Punkt bringt!


19.07.2019 - Tagesschau.de:
"Dass Kerosin nicht besteuert wird, ist ein Unding"

Zitat aus dem Kommentar:

"Wer jetzt sagt, höhere Flugpreise seien unfair, dann könnten sich Menschen mit weniger Geld Fliegen nicht mehr leisten. Ja, das stimmt! Aber Fliegen ist auch kein Grundrecht. Und übrigens: 90 Prozent der Menschheit haben noch nie ein Flugzeug von innen gesehen. Es sind aber gerade die, die unter den Konsequenzen des Klimawandels am meisten leiden. Soviel zur Fairness."

Mutig und richtig!


Das große Dilemma

Ausgabe August 2019

Hauptthema dieses Heftes ist der Umstand, dass durch die Rotoren der Windräder "Hunderttausende Vögel und Fledermäuse sowie Milliarden von Insekten beim Zusammenstoß" sterben.

Liest man diesen Artikel, so versteht man immer mehr, dass es der Mensch ist, der jegliches Maß für das verloren hat, was er seinem Heimatplaneten antut. Mit seiner unersättlichen Gier nach Energie hat er die über Jahrmillionen in den fossilen Brennstoffen eingelagerte Sonnenenergie verpulvert zum Schaden des Klimas (vergl. dazu mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge). Mit dem Umschwenken auf die Windkraft tötet er Vögel, Fledermäuse und Insekten. Vergl. auch Zwillingskrisen!

Eine Lösung für dieses Dilemma kann allein in dem Versuch zu finden sein, mit einem deutlich abgesenkten Energieverbauch zu leben. Das wird aber nur möglich, wenn wir alle auf den übertriebenen Luxus in unserer mobilen Gesellschaft verzichten.

Nachtrag vom 16.10.2021:

Im GEO-Heft 11/2021 ist jetzt unter der Überschrift "Eine Formel für die ZUKUNFT" ein Bericht erschienen, in dem bessere Lösungen für Windräder und Solarparks beschrieben werden. Windräder können selbständig stoppen, wenn sich gefährdete Vögel wie z.B. ein Milan annähern, und Solarparks viel effektiver Strom erzeugen.

Es hat sich gezeigt, dass bei entsprechender Aufstellung von Fotovoltaik-Freiflächenanlagen viel Lebensraum für Tiere und Pflanzen verbleiben. Nährstoffarme Trockenflächen lassen sich so ökologisch aufwerten. Es wird ein Vielfaches an Strom erzeugt, gegenüber der Menge, die durch Biogasanlagen erzeugt wird, für die auf vergleichbarer Fläche guten Ackerlandes Maisanbau betrieben wird. Ganz zu schweigen von dem eingesparten Einsatz von Dünger und Pesitziden.

Ein intessanter Bericht, der hoffen lässt, dass die Gewinnung regenerativer Energie sogar in einer Weise vorangetrieben werden kann, von der die Natur nur profitieren kann. Genau das sollte ja das Ziel sind, um dem Klimawandel zu begegnen.

Nachtrag vom 26.11.2021:

"Sonnenkraft neben der Autobahn"

Zitat aus dem Bericht der Süddeutschen Zeitung:

"An der A 96 entsteht die größte Photovoltaik-Anlage des Landkreises Starnberg - es soll Strom für bis zu 5000 Haushalte erzeugt werden. Das Projekt gilt als vorbildlich auch für andere Gemeinden."

Auch bei diesem Projekt sollen unter den Modulen der PV-Anlage "Pflanzen gesät und Blühwiesen angelegt werden", um so dem Arten- und dem Klimaschutz zu dienen.


Mehr zahlen für Fliegen oder Wohnen?

23.07.2019 - Süddeutsche Zeitung: "Wie sehr Fliegen dem Klima schadet"

Zitat aus dem Bericht:

"Außerdem trägt der beim Verbrennen von Kerosin entstehende Wasserdampf dazu bei, dass sich Eiswolken (Cirrus) in der oberen Troposphäre bilden, in acht bis 13 Kilometern Höhe. Anders als die tiefliegenden Stratuswolken, die einen kühlenden Effekt haben, lassen Cirruswolken das meiste Sonnenlicht durch, werfen aber Wärmestrahlung zurück zur Erde. Damit fördern auch sie den Klimawandel."

"Wer im Urlaub zum Beispiel von München nach New York fliegt, verschlechtert seine persönliche Bilanz dramatisch: Hin- und Rückflug verursachen zusammen rund 1,1 Tonnen CO2. Rechnet man die übrigen beim Fliegen ausgestoßenen Klimagase und den Wasserdampf-Effekt ein, wird es deutlich mehr: Der Rechner des Umweltbundesamtes veranschlagt knapp vier Tonnen für die Reise. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Haushalt verbraucht im Jahr rund drei Tonnen CO2 zum Heizen, mit Abstand die größte Emissionsquelle im Wohnbereich."

Unterstreichungen von mir!

Wohnen in geheizten Räumen
gehört zum Grundbedarf des Menschen
- Fliegen nicht!

Während die immer wieder empfohlene Dämmung der Gebäude sehr kritisch gesehen wird, weil der verwendete Schaumstoff auch Ressourcen verbraucht und seine Entsorgung noch nicht abschließend geklärt ist, kann das Fliegen jederzeit durch drastische Verteuerung reduziert und damit das Klima nachhaltig geschützt werden. Und wer trotzdem zum Spaß fliegen will, muss für den dadurch verursachten Klimaschaden eben kräftig bezahlen. Das ist sozialer, als ihn mit fragwürdigen Maßnahmen zur Gebäudesanierung zu drangsalieren.

Übrigens; eine Minderung des Flugverkehrs hätte auch eine deutliche Entlastung vom Fluglärm zur Folge.

Lesen Sie auch bitte: Die Crux mit den SUV

24.07.2019

Nachtrag: vergl. jetzt auch noch Teibhausgas-Emissionen des Verkehrs im Vergleich

Erdüberlastungstag

29.07.2019 - Süddeutsche Zeitung: "Nachhaltigkeit ist wie Zähne putzen"

Zitate aus dem Interview:

"Ab dem heutigen Montag leben wir nicht mehr vom Einkommen der Natur, sondern wir bauen das Vermögen ab. Man kann es auch so ausdrücken: Die Nachfrage nach produktiven Flächen für die Nahrungsmittel- und Textilproduktion, für die Holzwirtschaft, für Straßen und Städte, für die Absorption des Kohlendioxids, was die Menschheit produziert, ist 75 Prozent höher als die produktiven Flächen, die auf unserem Planeten tatsächlich existieren."

"Wenn alle Menschen auf der Erde so leben würden wie die Deutschen, bräuchte man sogar drei Erden. Wenn sie so leben wie die Bürger in den USA, wären es fünf Erden - und Japan benötigt eigentlich 7,7 Mal seine eigene Fläche, um den dortigen Ressourcenverbrauch zu befriedigen."

"In unserem Wirtschaftssystem hat das Naturkapital (...) praktisch keinen monetären Wert. Wir übernutzen die Erde, aber das zeigt sich monetär gar nicht, der Markt bekommt kein Feedback."

Angesichts dieser dramatischen Erkenntnisse ist es geradezu lächerlich, wie die Politik um Maßnahmen für den Klimaschutz feilscht. Vergleiche Rheinische Post: "CDU-Fraktionsvize Linnemann lehnt Mehrwertsteuersenkung auf Bahntickets ab".

Schon meine Einleitung zu dieser Seite beginnt mit dem Hinweis auf die Erdüberlastung. Aber immerhin wird jetzt das Klima thematisiert. Aber die Politik glaubt, alles neu erfinden zu müssen. Dabei war es doch das Umwelt-bundesamt, das schon vor Jahren den Abbau umweltschädlicher Subventionen gefordert hat. Warum wird das nicht endlich umgesetzt? Die derzeitige Diskussion um Anreize durch Verzicht auf Steuereinnahmen wirkt nur lächerlich. Grundlegendes ist endlich angesagt!

Nachtrag vom 29.07.2021:

"Menschheit verbraucht '1,74 Erden'"

Zitat aus dem Bericht:

"2020 hatte sich der Erdüberlastungstag wegen des Lockdowns um fast drei Wochen nach hinten verschoben, auf den 22. August."


02.08.2019 - Rheinische Post: "Zaudern geht jetzt nicht mehr"

Zitat aus dem Gastbeitrag von Prof. Stefan Rahmstorf:

"Der jetzt diskutierte Preis für den Ausstoß von CO2 ist ein längst überfälliger, notwendiger Schritt und entspricht nur dem akzeptierten Verursacherprinzip: Wer der Allgemeinheit durch sein Verhalten Kosten aufbürdet, der sollte dafür auch bezahlen."

Das ist eine klare Aussage. Mit ihr schließt sich der Kreis zu der von mir bei vielen Themen zitierten Aussage von Richard von Weizsäcker:

"(...) noch immer muss die Allgemeinheit dort die Kosten tragen, wo der private Markt externe Folgen verursacht, die nicht im Preis enthalten sind. Das gesamtgesellschaftlich faire und schließlich auch das ökonomisch vernünftige Ziel ist es, dass die Preise selbst die ökologische Wahrheit sagen."

Man soll die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich gute Ideen endlich durchsetzen.


Waldbrände im Amazonas-Gebiet

Seit Tagen wird über die Brände im Amazons-Regenwald berichtet. Auf Tagesschau.de werden die Zusammenhänge für das Weltklima erklärt.

Es gibt auch noch einen anderen Zusammenhang, der gerade unsere Wohlstandsgesellschaft in Frage stellt. Da darauf nur in Nebensätzen hingewiesen wird, möchte ich das hier einmal klar zusammenfassen.

Die Brandrodungen in Brasilien haben doch allein den Sinn, immer mehr Ackerfläche für den Anbau von billigem Futtermittel für die Masssentierhaltung zu gewinnen. Unter der Überschrift Gesunde Kreislaufwirtschaft habe ich die Frage aufgegriffen, ob unsere deutschen Bauern unser Grundwasser mit der Gülle verpesten müssen, um Fleisch für die chinesischen Kühlschränke zu liefern. Und im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise habe ich das Problem aufgegriffen, dass aus der Sicht deutscher Verbraucher minderwertiges Fleisch nach Afrika entsorgt wird und die dortigen Märkte für einheimisches Geflügel zerstört.

Alles hängt mit allem zusammen. So ist das nun mal im globalen Dorf. Und es ist unsere Verantwortung für das Weltklima, dass unser übertriebener Wohlstand nicht noch die letzten Ressourcen für unser Klima zerstört.

Es ist dringend an der Zeit, unseren Luxuswahnsinn zu bremsen und den Fleischkonsum zurückzufahren. Nichts gegen den Sonntagsbraten oder ein leckeres Steak. Aber wenn man sich das gönnt, sollte man auch bereit sein, dafür einen ehrlichen Preis zu zahlen, damit Fleisch auf der Grundlage einer Kreislaufwirtschaft erzeugt werden kann, die ohne die Zerstörung lebenswichtiger Ressourcen auskommt.

Natürlich will und soll auch Brasilien seine Entwicklungsmöglichkeiten ausloten. Aber auch dort hat man sich zum Klimaschutz verpflichtet. Das darf nach einem Regierungswechsel nicht einfach über den Haufen geworfen werden. Und unserem Wohlstand tut es keinen Abbruch, wenn wir für qualitativ hochwertiges Importfleisch einen Preis zahlen, der klimafreundlichen Produktionskosten gerecht wird.

Und noch einen Gedanken möchte ich hier anschließen, um zu begründen, warum gerade wir Europäer eine große Verantwortung für die Entwicklung des Klimas tragen.

Es waren doch Europäer, die den amerikanischen Kontinent entdeckt und unter Verdrängung der Eingeborenen besiedelt haben. Diese Völkerwanderung wurde auch dadurch befeuert, dass der Lebensraum in Europa für die expandierende Bevölkerung nicht mehr reichte. Somit sind es Europäer, die sich jetzt schon wieder auf Kosten der Natur breit machen und glauben, die Ressourcen seien unendlich. Gegen diesen Trend einer Vergewaltigung der Natur muss die weltweite Gemeinde endlich vorgehen.

Schließlich vernichten wir mit dem Regenwald nicht nur Ressourcen für unser Klima. Wir vernichten auch den Lebensraum der letzten indigenen Völker, die auf den Regenwald angewiesen sind. Sie konnten über Jahrhunderte und können noch immer davon in einer gesunden Kreislaufwirtschaft leben.

Damit schließt sich der Kreis der Verantwortung. Der Mensch kann nicht gegen die Regeln der Natur verstoßen, ohne dafür bestraft zu werden. "Die Bibel als Tagebuch der Menschheit" gibt dort einen verständnisvollen Rückblick auf die im Laufe der menschlichen Evolution gemachten Fehler. Daraus zu lernen, wird immer dringender.

Nachtrag vom 11.01.2020:

Inzwischen wüten Buschbrände in Australien. In dem Zusammenhang habe ich jetzt einen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung gefunden, der mir treffend erscheint:

"Australien im Feuer des Kolonialismus"

Zitate aus dem Gastbeitrag:

"Eine tiefe Symbolik liegt darin, dass ausgerechnet Australien als erstes Land des sogenannten Globalen Nordens, also der reichen Industrienationen, Schauplatz massiver Folgen der Klimakatastrophe wird, die ihren Ausgang in ebenjener industrialisierten Welt nahm. Mit Australien trifft es ein Land, dessen größter Beitrag zur Klimakatastrophe nicht die eigene Industrie ist, sondern die Rolle als weltweit größter Kohle-Exporteur und Lieferant dieses Rohstoffes, der die Umwelt mit zerstört; das ist bezeichnend und verweist auf Australiens koloniale Geschichte."

"Der globale Siegeszug des Kapitalismus mit seiner Ideologie des permanenten Wachstums stand von Anfang an in einer symbiotischen Beziehung zum Kolonialismus. Die territoriale Expansion ermöglichte es Europa, seinen wachsenden Ressourcenbedarf zu decken, ohne dass die Konsequenzen fortwährenden Wachstums und Verbrauchs mit voller Härte in Europa selbst zu spüren gewesen wären. Durch die Ausweitung der Kolonialgebiete brachte man immer neue Ressourcen unter eigene Kontrolle."

"Wieso soll man von der bequemen Wachstumsideologie Abstand nehmen, wenn die dadurch verursachten wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verwerfungen weit entfernt stattfinden? Den Preis für diese Form des Kapitalismus zahlen nach wie vor Mensch und Natur am anderen Ende der Welt."

"Die australischen Brände haben ihren Ursprung in dieser Geschichte, in der Beziehung zwischen europäischer Expansion und Industrialisierung, Kolonialismus und Kapitalismus. Es ist das koloniale Wirtschaften an sich, das nicht nachhaltig ist, es nie war."

Damit wird meine Anmerkung zu dem Umgang mit dem Amazonas bestätigt. Wir Europäer tragen die Verantwortung für das Klimadesaster auf fernen Kontinenten.


Endlich mal klare Worte!

30.08.2019 - Rheinische Post: "Vor der eigenen Haustür kehren"

Zitat aus dem Kommentar zum Einsatz von Frau Klöckner für den Klimaschutz:

"Dann müsste sie sich auch dafür stark machen, dass die Massentierhaltung in Deutschland eingeschränkt wird, damit weniger Futter für Rinder aus dem Ausland kommt, wo Wald für Sojaanbau abgeholzt wird. Das würde auch den CO2-Ausstoß senken, womit wir wieder beim deutschen Wald wären, für den das eine große Entlastung wäre."

Ob diese Worte endlich bei der Ministerin ankommen? Ob sie diese dann auch umsetzt? Es ist noch ein langer Weg zum Klimaschutz!


Teibhausgas-Emissionen des Verkehrs im Vergleich

Eine Studie des Umweltbundesamtes

Zwei eindrucksvolle Grafiken aus dem Bericht:

Belastung pro Personenkilometer:

Belastung pro Frachtkilometer:

Damit dürfte klar bewiesen sein, dass der Flugverkehr die schlimmste Belastung für das Klima darstellt.


14.09.2019 - Süddeutsche Zeitung: "Großes Schweigen zum CO2-Ausstoß"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Frage nach dem CO2 ist unpopulärer als ein Feuerwerk der Förderung"

Ein treffender Kommentar zu dem Gehampel der Regierung!


Klimapaket beschlossen!

Darüber ist nun viel berichtet worden; das brauche ich hier sicher nicht zu wiederholen. Anmerken will ich nur, dass ich allen Kritikern aus Politik und den Medien voll und ganz darin zustimme, dass mit dem Ergebnis keine - zumindest keine schnelle - Rettung des Klimas möglich ist. Und das Geld, das für die vielen Versprechen ausgegeben werden soll, muss doch noch irgendwie beschafft werden!

Da bleibt nur die vage Hoffnung, dass im Laufe der Gesetzesberatungen noch Änderungen eingebracht und verabschiedet werden.

22.09.2019

Nachtrag vom 26.09.2019:

"Regierung entfernt konkrete CO2-Angaben aus dem Klimaprogramm"

Zitat aus dem Bericht der Rheinischen Post:

"Die Bundesregierung verzichtet in ihrem Klimaschutzprogramm auf Angaben, wie viel die einzelnen Maßnahmen zum Klimaschutz beitragen sollen."

Wird das Wenige, das man vereinbart hat, nun auch noch weiter minimiert?


Die Wutrede von Greta Thunberg

„Wie könnt Ihr es wagen! Mit euren leeren Worten habt Ihr meine Träume und meine Kindheit gestohlen“, beschwert sie sich über die Politiker dieser Welt. Und doch, sagt die 16-Jährige aus Schweden – mit zittriger Stimme, wie man sie sonst von ihr nicht kennt – gehöre sie noch zu den Glücklichen. Anderswo brächen ganze Ökosysteme zusammen. „Wir stehen am Beginn einer massenhaften Auslöschung. Und alles, wovon ihr reden könnt, ist euer Geld, sind eure Märchen vom ewigen Wirtschaftswachstum. Wie könnt Ihr es wagen!“ Und weiter: „Wenn Ihr uns im Stich lasst, werden wir euch nie verzeihen.“

zitiert nach dem Bericht der Rheinischen Post.

Schon am 08.10.2018 habe ich zum Braunkohleausstieg angemerkt, dass mehr Klimaschutz nur mit weniger Konsum zu erreichen ist! Die Jugend scheint zu begreifen, dass die Visionen vom ewigen Wachstum ausgeträumt sind. Wann sagen die Alten endlich "Mea culpa", wie im Schuldbekenntnis, das in der katholischen Kirche gesprochen wird?

Deutschland hat es in vielen Dingen zum Weltmeister gebracht. Gerade darum trifft uns auch die Verantwortung, mit gutem Beispiel voran zu gehen beim Kampf gegen den von uns Menschen verursachten Klimawandel. Durch unseren Verzicht auf klimaschädliches Verhalten können wir die Bedrohung der Menschen in anderen Regionen abwenden. Nach zwei Hitzesommern sollte auch in unserem Land das Bewusstsein für die Gefahren gewachsen sein.

Es ist wie ein Menetekel, wenn heute gleichzeitig die Berichte von der Pleite des weltweit ersten und größten Veranstalters von Massentourismus über die Bildschirme läuft. Welche Mengen an Schadstoff sind von dieser Boombranche zu verantworten? Eine Branche, die allein die Gier nach Vergnügen befriedigt. Reisen war früher ein Privileg, das sich nur wenige leisten konnten. Wegen der hohen Kosten war es ein herausragendes Erlebnis im Leben unserer Eltern und Großeltern. Davon zehrten sie ein ganzes Leben - und konnten sich an viele Einzelheiten erinnern! Wer kann das heute noch?

Mit der Frage, ob der Massentourismus noch vertretbar ist, hatte ich mich bereits im Sommer beschäftigt und dazu einige Gedanken aufgeschrieben, diese aber bisher nicht öffentlich freigeschaltet. Jetzt finden Sie diese hier.

23.09.2019 / 24.09.2019


Wie schwer das Umdenken in der Verkehrsplanung ist,
können Sie hier lesen:
Info-Veranstaltung von Straßen.NRW zum Ausbau der Autobahn A3


Eine unverständliche Kolumne!

26.09.2019 - Rheinische Post: "Weniger Hysterie, mehr Verstand"

Schlusszitat:

"Zum 25. Todestag des Philosophen Karl Popper erinnerte der Publizist Thomas Schmid daran, dass der Mensch die Begabung zur Freiheit habe. Machen wir doch mehr Gebrauch davon und widerstehen wir dem Hang, von Zeit zu Zeit Ideologien zu huldigen."

Bitte lesen Sie nicht nur die Kolumne, sondern auch die dazu eingegangen Kommentare.

Ich habe mich ebenfalls über diese Art der Auseinandersetzung mit dem Thema geärgert und dem Verfasser folgendes geschrieben:

(...) ich verbinde Ihren Namen eigentlich mit besseren Meinungsäußerungen. Was Sie sich aber in der oben genannten Kolumne geleistet haben, zeugt von einer Arroganz, gegen die gerade die Jugend anzurennen alle Rechte der Welt besitzt.

Wie schon von anderen Lesern in der Kommentarspalte angemerkt, ist es auch die Presse, die mit Ihrem Negieren der Probleme über viele Jahre dazu beigetragen hat, dass jetzt - wo die Folgen auch uns in zwei Sommern hintereinander schwer treffen - die Fronten mit voller Wucht aufeinander prallen.

Schauen Sie sich um auf meiner Homepage, was ich zu dem Klimawandel zusammengetragen habe. Als ehemaliger Lokal- und Steuerpolitiker habe ich noch viele weitere Themen angesprochen. Es ist doch erbärmlich, wie die Politik auf Kritik reagiert.

Es dürfte Ihnen sicher nicht entgangen sein, dass ich inzwischen Klage wegen der undurchsichtigen Spendenpraxis der Parteien führe. Von Ihrer Zeitung kommt ein lapidarer Bericht des Lokalredakteurs, der offensichtlich nicht bereit ist, meine Gedankengänge wirklich zu durchdringen, und deshalb einen Bericht veröffentlicht, nur weil der WDR am Donnerstag vielfältig über die Verhandlung vor dem Landgericht berichtet hat.

Man kann an allen Ecken fühlen, wie die Politik nur noch den Profit der Wirtschaft im Blick hat. Dabei wissen doch inzwischen alle, dass die Wissenschaftler mit ihren jahrelangen Hinweisen auf den bevorstehenden Klimawandel recht hatten. Nur die Politik meint noch immer, mit Globuli die Welt retten zu können. Und mit Ihrer Kolumne stoßen Sie in das selbe Horn und veralbern so die Sorgen der Jugend.

28.09.2019

Nachtrag vom 02.10.2019:

Unter der Überschrift Anderssein ist eine „Superkraft“ ist jetzt ein Bericht über Greta Thunberg und ihre "Krankheit" erschienen.

Zitat aus dem Bericht:

"Sie hörte im Alter von acht Jahren das erste Mal etwas von Erderwärmung und Klimawandel – und stellte gleich im gesamten Elternhaus das Licht ab. Für sie die einzig logische Konsequenz. Sie verstand schon damals nicht, warum der Rest der Welt dieses Thema nicht genauso wichtig fand wie sie."

Im Bericht wird dann ausgeführt, wie das Asperger-Syndrom dazu führt, sich auf besondere Interessen zu konzentrieren und diese mit Ausdauer zu verfolgen.

Ist dieser Bericht jetzt als Wiedergutmachung für die desaströse Kolumne zu werten?


11.10.2019 - Tagesschau.de: "Hat es genug geregnet?"

Eine beeindruckende Darstellung der Extremwetter-Folgen!


05.11.2019 - Tageschau.de: "11.000 Forscher warnen vor Klimanotfall"

Zitat aus dem Bericht:

"Nach Ansicht eines ebenfalls heute erschienenen Artikels der US-amerikanischen Wissenschaftsorganisation 'Universal Ecological Fund' reichten die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht aus. Drei Viertel der 184 eingereichten Zusagen zum Einsparen von Treibhausgasen seien nicht ehrgeizig genug."

"Besonders im Fokus der Autoren des neuen Berichts zu den nationalen Zusagen stehen vier Staaten, die zusammen mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgase ausstoßen: China, Indien, die USA und Russland."

Ein dramatischer Appell! Der Verweis auf die Länder mit den schlimmsten Emissionen sollte uns aber nicht veranlassen, uns zurückzulehnen. Als reiche Nation sollten wir mit vorbildlichen Maßnahmen voran gehen.


Zu den Folgen der Streaming-Dienste für das Klima
lesen bitte auf gesonderter Seite.


Venedig versunken in Wassermassen

14.11.2019 - Tagesschau.de: "Venedig streitet über den Flutschutz"

Zitate aus dem Bericht:

"Venedig kämpft mit den Folgen des verheerenden Hochwassers."

"Gestritten wurde wieder heftig um das skandalgeplagte Flutschutzprojekt."

Was muss eigentlich noch geschehen, bis die Menschen - lokal und global - verstehen, dass wir alle in einem Boot sitzen und endlich gemeinsam etwas gegen den Klimawandel und seine Folgen tun müssen. Geschäftemacherei und Korruption sind da fehl am Platz. Und wie steht es mit internationaler Unterstützung für ein Weltkulturerbe?


Endlich Diskussion über die direkten Folgen für den Menschen

14.11.2019 - Tagesschau.de: "Kinder leiden am meisten"

Zitate aus dem Bericht:

"Kinder seien von den Auswirkungen des Klimawandels am stärksten betroffen, betonte Nick Watts, der Chef des Lancet-Konsortiums. Ihr Körper und ihr Immunsystem entwickele sich noch und Schäden in der Kindheit könnten bleiben. Auch Ernterückgänge durch den Klimawandel und infolgedessen Unterernährung träfen sie am schlimmsten, schreiben die Wissenschaftler. Sie litten stärker an Durchfall und an von Mücken übertragenen Erkrankungen wie Dengue."

"Die Autoren der Studie haben vier Kernforderungen: Sie sprechen sich für eine schnelle und komplette Abkehr vom Kohlestrom weltweit aus. Reiche Staaten sollten garantieren, dass sie - wie bereits zugesagt - den ärmeren ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar an Klimaunterstützung geben."

Beachtenswert sind auch die dem Artikel beigefügten Grafiken. Wenn danach die Klimabelastung durch die Europäischen Staaten und den USA leicht zurückgehen und die gravierenden Steigerungen in China und Indien festzustellen sind, so ist das kein Grund, sich zurückzulehnen und mit dem Finger auf andere zu zeigen. Die reichen Länder Europas und Nordamerikas haben der Weltgemeinschaft einen Standard auf Kosten der Umwelt vorgelebt, dem nun auch die übrigen versuchen, nachzueifern. Das ist verständlich, für das Klima aber fatal.

Deshalb ist die Forderung richtig, dass die reichen Länder den aufstrebenden Staaten helfen, ihre Entwicklung ohne Klimaschäden voranzubringen. Wenn uns das Geld kostet und bremsend auf unsere Wirtschaftsentwicklung wirkt, ist das eben der Preis für das unverantwortliche Handeln in der Vergangenheit.

Unter der Überschrift "Land will CO2-Ziele verschärfen" berichtet die Rheinische Post über Maßnahmen, die sich die Landesregierung NRW vorgenommen hat. Das kann man so sicher unterstützen; ich möchte in Bezug auf die Gebäude-dämmung aber auch darauf hinweisen, dass zu Beginn der kälteren Jahreszeit wieder zu beobachten ist, wie bei dem Gastgewerbe mit Außenflächen immer mehr Heizstrahler auftauchen, die es den Gästen ermöglichen, trotz der Kälte auf der Terrasse zu sitzen. Wärmedämmung der Gebäude ist ja gut angedacht, aber was nützt das, wenn auf der anderen Seite draußen geheizt wird, um es auch außerhalb Hauses noch mollig zu haben!?


25.11.2019 - Rheinische Post:
"Studie warnt vor Starkregen-Ereignissen in ganz Deutschland"

Zitate aus dem Bericht:

"Kurze, heftige Niederschläge treten überall mit einer ähnlich hohen Wahrscheinlichkeit auf."

"Gerade kurze, heftige Niederschläge verursachen laut der Untersuchung besonders viele Schäden. Unter den fünf Landkreisen, in denen demnach Hausbesitzer am häufigsten betroffen waren, sind drei aus NRW."

Schlechte Aussichten! Die Wende zu einem nachhaltigen Wirtschaften wird immer dringender.


Sprit muss teurer werden

05.12.2019 - Süddeutsche Zeitung:
"Umweltbundesamt: Sprit muss bis zu 70 Cent teurer werden"

Zitat aus dem Bericht:

"Um die deutschen Klimaziele im Verkehr zu erreichen, sind nach Einschätzung des Umweltbundesamtes drastische Einschnitte nötig. Alle Privilegien etwa für Dienstwagen und Dieselkraftstoffe müssten wegfallen, auch die Pendlerpauschale müsse abgeschafft werden, heißt es in einem internen Papier der Behörde."

Endlich wieder Klartext.

Schon vor fünf Jahren hatte sich das Umweltbundesamt zu Wort gemeldet mit einem Bericht über Umweltschädliche Subventionen. Auch darauf hatte die Politik insgesamt nicht gehört, obwohl es vor einem Jahr einen leisen Versuch gegeben hat: Benzinpreise - ein Dreisatz macht die Fehlentwicklung deutlich Kaum zu glauben, dass diesmal ein Durchbruch zu erwarten ist. Allein die Zurückhaltung der Empfehlungen der bundeseigenen Fachbehörde lässt tief blicken.


06.12.2019 - Rheinische Post: "Der Spritpreis muss kräftig steigen"

Zitat aus dem Kommentar:

"Der Einstiegspreis für CO2-Emissionen ist viel zu gering, um eine Lenkungswirkung zu entfalten, zumal zu allem Überfluss zugleich die Pendlerpauschale erhöht wird. Mag Scheuer sich zum Robin Hood der Vielfahrer aufspielen – seine Politik ist verlogen. "

Anders als noch vor einem Jahr zeigt sich jetzt auch die Rheinische Post lernfähig.


Kompromisspaket beschlossen

17.12.2019 - Rheinische Post: "Klimaschutz macht Sprit und Gas teurer"

Zitat aus dem Bericht:

"Nach Druck der Grünen einigen sich Bund und Länder auf höhere CO2-Preise. Im Gegenzug werden Pendler entlastet: Ab 2021 können sie 35 Cent je Kilometer steuerlich geltend machen. Die Industrie fordert Hilfe. "

Der Kompromiss ist ein Einstieg; dass aber für jede Belastung auch wieder eine Entlastung gestaltet werden muss, hilft nicht, das Verhalten der Bürger zu ändern. Die Einnahmen sollten besser in die Entwicklung von Ausgleichs-maßnahmen gesteckt werden, um der Natur bei der Bewältigung der Klimaschäden zu helfen. Das wäre dann endlich der Preis, den Richard von Weizsächer bereits in seiner Abschiedrede als Bundespräsident gefordert hatte.

Nur der bewusste Verzicht auf Energieverschwendung kann dem Klima helfen. Aber wie schwer das ist, zeigt eine andere Meldung, die heute auf derselben Seite der Printausgabe der RP zu lesen ist: "NRW-Flughäfen erwarten Rekordansturm."


24.12.2019 - Tagesschau.de: "Klimaschutz gibt es nicht zum Nulltarif"

Zitat aus dem Bericht:

"Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat an die Deutschen appelliert, sich auf Abstriche in ihren Lebens- und Konsum-gewohnheiten zugunsten des Klimaschutzes einzustellen. 'Es gibt Klimaschutz nicht zum Nulltarif', sagte Schäuble in einem Interview der 'Neuen Osnabrücker Zeitung'. Das Klimapaket der Bundesregierung dürfe den Menschen nicht 'als soziale Wohltat' verkauft werden."

Die Einsicht ist doch nicht neu! Vergl. z.B.: Braunkohleausstieg


Die Folgen der Digitalisierung

11.01.2020 - Rheinische Post: "Wir streamen uns zu Tode"

Zitate aus dem Bericht:

"Das Berliner Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit hat ausgerechnet, dass sich der gesamte Energiebedarf deutscher Rechenzentren auf rund 14 Milliarden Kilowattstunden beläuft. Das entspricht mit einem Ausstoß von rund sechs Millionen Tonnen CO2 ziemlich genau den Emissionen des gesamten deutschen Flugverkehrs."

"Eine unlängst veröffentlichte Studie der Pariser Denkfabrik The Shift Project schätzt den Anteil der Digitalwirtschaft an den globalen Treibhausgasemissionen schon heute auf 3,7 Prozent. Ihr Energieverbrauch steigt jedes Jahr um neun Prozent. Setzt sich dieser Trend fort und nimmt auch das Datenvolumen im Internet weiter alle zwölf Monate um fast 30 Prozent zu, ist die Branche schon in fünf Jahren für acht Prozent aller Emissionen verantwortlich – so viel, wie heute weltweit der Betrieb aller Autos und Motorräder verursacht."

"Denn leider ist es die Summe unserer banalen Alltagsnutzungen des Internets, die für dessen miese Umweltbilanz sorgt: schnell ein paar Whatsapp-Nachrichten verschicken, im Bus ein kleines Video anschauen, mit Freunden Fotos teilen."

Zum Schluss folgendes Fazit:

"(...) es bringt nichts, das Auto stehen zu lassen und sich das Schnitzel zu verkneifen, wenn gleichzeitig der digitale Konsum immer weiter ausufert. Das Internet bietet riesige Chancen, gerade auch, um eine ökologischere Wirtschaft zu organisieren. Aber wir müssen begreifen, dass digital nicht automatisch grün ist."

Bereits vor vier Jahren habe ich unter der Überschrift Kosten des Internets - Das Übel der Flatrates die Entwicklung des Streaming-Booms kritisiert. Mit der realen Warenwirtschaft verglichen wäre das so, als wenn sich ein Rheinländer seine Flasche bayrischen Bieres jeweils persönlich als abendliches Getränk aus München anliefern lassen würde oder das Viertel Rotwein vom Winzer persönlich vorbeigebracht werden müsste!

Bitte lesen Sie dort weiter!


Das "Zwillingsproblem" - eine Fortsetzung

Bereits am 10.05.2019 habe ich einen Kommentar der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen, der den Klimawandel und das Artensterben gemeinsam betrachtete und als Zwillingskrisen bezeichnete. Heute bin ich durch ein Radiointerview mit dem Biologen Matthias Glaubrecht auf die Besprechung seines Buches aufmerksam geworden:

NDR: "Das Ende der Evolution": Biologe warnt vor Artensterben

Darin warnt er vor dem größten Massensterben seit dem Aussterben der Dinosaurier. Die Welt könnte in den nächsten Jahren und Jahrzehnten, bis zu einer Million Arten verlieren. Der Grund für diese Veränderung sei der Mensch: Er beute die Natur aus.

Glaubrecht plädiert für:

Zehn Gebote zum Schutz der Natur und unserer Zukunft:

  1. Du sollst dich nicht massenhaft und exponentiell vermehren, sondern deine Geburtenrate den Lebensmöglichkeiten aller Organismen der Erde anpassen.
  2. Du sollst die Natur achten und den Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten nicht ohne Not einschränken oder gar zerstören.
  3. Du sollst wenigstens ein Drittel bis zur Hälfte der terrestrischen Erdoberfläche unter Naturschutz stellen, Schutzgebiete und naturnahe Lebensräume wirkungsvoll vernetzen.
  4. Du sollst nicht Bäume fällen und Wälder roden; sollst stattdessen Bäume pflanzen und Wälder aufforsten.
  5. Du sollst nicht Landschaften und Gärten ausräumen, Böden versiegeln und Gifte ausbringen, sondern das Land nachhaltig nutzen und bewirtschaften.
  6. Du sollst biotopreiche Kulturlandschaften erhalten statt Monokulturen zu schaffen; sollst naturnahe Lebensräume erhalten oder renaturieren.
  7. Du sollst nicht Städte und Siedlungen ausufern lassen und Verkehrswege sowie Industrieflächen jeglicher Art mit Bedacht auf die Natur planen.
  8. Du sollst nicht wildern, sondern jegliche Wilderei und den Schwarzmarkthandel mit Wilderei-Produkten international wirkungsvoll unterbinden; nicht rücksichtslos Fischerei betreiben, sondern gebotene Fangquoten beachten.
  9. Du sollst der Natur und ihren Organismen, den Tier- und Pflanzenarten ebenso wie Landschaftselementen einklagbare legale Rechte verleihen und die Umwelt so juristisch schützen.
  10. Du sollst die biologische Vielfalt in all ihren Facetten erforschen.

Wer mit etwas Verstand und gutem Willen die Ereignisse in unserer Umwelt beobachtet, kann an diesen Thesen nicht mehr vorbei leben!

12.02.2020

Nachtrag vom 17.10.2021:

"Artenschutz: Für immer verloren"

Schlussempfehlung aus dem Kommentar:

"Ohne Verzicht in der Gegenwart wird sich der Schwund von Tieren und Pflanzen nicht stoppen lassen. Es würde sich lohnen."


Bremst ein neuer Virus den Massentourismuns und die Wirtschaft?

06.03.2020 - Rheinische Post:
"Corona-Krise - Lufthansa halbiert Flugkapazität"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Deutsche Lufthansa wird in den nächsten Wochen die Kapazitäten um bis zu 50 Prozent herunterfahren. Damit reagiert das Unternehmen auf den radikalen Einbruch der Buchungen seit dem Beginn der Krise um den Corona-Virus."

Für Schadenfreude oder Verschwörungstheorien besteht kein Anlass.

Wenn aber bereits am 01.03.2020 die Tagesschau berichtet hatte, dass Satellitenbilder zeigen, welche Auswirkungen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in China haben (vergl. Tagesschau.de: "Weniger Luftverschmutzung in China") so wird doch deutlich, welche Auswirkungen das allein auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaften des Menschen auf das Klima hat. Dieser Zusammenhang ist nicht mehr wegzudiskutieren. Er sollte uns wachrütteln und helfen, statt in Hysterie zu verfallen, mit gesundem Menschenverstand für mehr nachhaltiges Wirtschaften einzutreten.

Karten nach dem Stand vom 27.03.2020:

"Profitiert der Klimaschutz von der Krise?"

Zitat aus dem Bericht auf Tagesschau.de:

"Satellitenkarten zeigen etwas, was man als Glück im Unglück betrachten könnte."

Die Europakarte zeigt nicht nur den Rückgang der Belastung in Norditalien. Gut zu erkennen ist auch eine deutliche Abnahme der Belastung im Ballungsraum Rhein-Ruhr und rund um den Ärmelkanal. Die Zusammenhänge sind signifikant! Auch, wenn in dem Bericht noch auf andere Zusammenhänge verwiesen wird, wie etwa der milde Winter.


Interview mit Luisa Neubauer

14.03.2020 - Rheinische Post: "Jungs, sorry, ihr wart nicht gut genug"

Zitate aus dem Interview:

"Vor Fridays for Future gab es zu wenig Gründe für eine Regierung, eine stringente Klimapolitik umzusetzen, weil die kurzfristigen Kosten so hoch sind. Es gab keine starke Lobby und damit gar keine Zielgruppe, für die man diese Politik machen sollte. Es wurde auch einfach nicht belohnt. Zusätzlich haben wir ein gigantisches Aufklärungsdefizit in Politik und Medien."

"Die Coronakrise beweist doch, dass es anders gehen kann. Wir hängen an den Lippen der Virologen. Hier erklären uns Experten, was zu tun ist, und dann setzen wir das um. Scientist for Future hat 30.000 Leute, die seit Jahrzehnten forschen, aber nicht gehört werden. Wir rechnen immer noch nicht um, was die Klimakrise kostet. Es steht nirgends, was es gekostet hat, dass es im Sommer nicht regnete."

"Würden wir die Klimakrise halb so ernst nehmen wie die Coronakrise, wäre uns geholfen."

Klare Worte, die meine Zustimmung finden!

Während angesichts des wirtschaftlichen Einbruchs durch die Corona-Krise jetzt die Füllhörner für alle Branchen geöffnet werden (vergl. "Regierung sagt unbegrenzte Kredite zu"), werden die Landwirte mit den Klimafolgen allein gelassen. Da gibt es nur gute Ratschläge, wie sie sich darauf einstellen sollen: "So können sich Landwirte für den Klimawandel wappnen"

Nachtrag vom 24.02.2021:

In einem neuerlichen Interview mit der Rheinischen Post „Wir können nicht gesund bleiben in einer kranken Umwelt“ hat sich die Klimaaktivistin jetzt noch einnmal zu den Zusammenhängen rund um Klimanwandel und Corona-Pandemie geäußert und einen interessanten Begriff gefunden:

"Ja, es gibt ein enormes Ungleichgewicht darin, wie viel über die tagesaktuelle Lage in der Pandemie gesprochen wird und wie wenig über die Umstände, die die Pandemie ermöglicht haben. Wir erleben einen 'Jetzismus', also eine Gegenwartsversessenheit in neuer Qualität."

Treffender kann man das Problem menschlichen Handelns nicht umschreiben. Der Mensch reagiert nur auf die Dinge in seiner Umwelt, die ihm im Augenblick des Erlebens vor Augen führen, wie hilflos er diesen Einflüssen ausgeliefert ist. Der Mensch ist aber nur wenig einsichtsfähig in die Zusammenhänge seines eigenen Handelns, die zu diesen Beschwernissen geführt haben.

Das Mehrfachproblem von Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und jetzt die Corona-Pandemie werden wir nur in den Griff bekommen, wenn wir alle den inneren Zusammenhang dieser Krisen begreifen und unseren Lebenswandel insgesamt ändern. Solange immer noch (monetäres) Wachstum im Vordergrund steht und nachhaltiges Wirtschaften nicht zum Allgemeinziel erhoben wird, besteht keine Hoffnung auf Besserung der Katastrophenlage.

Nachtrag vom 22.07.2021:

"Wir haben die Wahl zwischen mehr Klimaschutz oder mehr Klimakrise"

Zitat aus dem heutigen Interview:

"In den allermeisten Parteiprogrammen finden sich Maßnahmen wieder, mit denen das 1,5-Grad-Ziel niemals eingehalten werden wird. Diese Zusagen sind deswegen auch gefährlich. Denn sie erzählen ein Märchen von einer Regierung, die sich schon kümmert und die Lage im Griff hat. Doch wenn man sich die Lage anschaut, stellt man fest, dass niemand hier etwas im Griff hat. Und die Klimakrise eskaliert."


Der Klimawandel ist angekommen!

29.05.2020 - Tageschau.de:
"Wetterbilanz Frühjahr 2020 - Zu sonnig - zu trocken"

Zitate aus dem Bericht:

"Zum siebten Mal zu trocken - so lautet die Frühjahrsbilanz des Deutschen Wetterdienstes."

"Mit 9,2 Grad lag der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner vorläufigen Bilanz schreibt."

"Mit rund 108 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fielen im Frühjahr 2020 nur gut 50 Prozent des vieljährigen Durchschnitts. Damit war der diesjährige Frühling unter den sechs niederschlags-ärmsten seit 1881 und zum siebten Mal in Folge zu trocken."

Für mich gibt es an diesen Daten nichts zu deuteln. Seit Wochen wässere ich meinen Garten fast täglich. Ich kann es nicht mit ansehen, wie die Natur leidet

Wann endlich begreift es die Mehrheit, dass wir unseren Lebensstil radikal wandeln müssen? Zum Klimawandel kommt die Corona-Pandemie. Aber auch da steht inzwischen mehr die Wiederbelebung der Wirtschaft im Vordergrund, als dass auf die Botschaft der Wissenschaft gehört wird. Bitte lesen Sie dort weiter.

Nachtrag vom 18.06.2020:

Durch einen Hinweis von "Wetterfrosch" Sven Plöger habe ich jetzt diese Seite gefunden: Der Klimawandel als unheimlich schöner Strichcode

Chancen für neues Denken und Handeln

15.06.2020 - Rheinische Post: "Elektromobilität gefährdet den Wohlstand"

Zitate aus dem Interview mit dem Klimaexperten Franz Josef Radermacher:

"Die Corona-Krise verschafft der Umwelt eine Verschnaufpause. Das ist richtig, aber auch trivial. Es ist nun mal so, dass in Bezug auf Klima, Ressourcen und Wasser wir Menschen das eigentliche Problem sind. Je wohlhabender wir sind, umso intensiver wird unser Leben. Aber umso mehr belasten wir gleichzeitig unsere Umwelt."

Die vorgesehene Förderung der Elektromobilität hält er für den falschen Weg und meint:

"Deutschland und die EU lenken die Wirtschaft mit den Milliarden-subventionen für erneuerbare Energien „made in Europe“ und die Elektromobilität in eine Richtung, die unseren Wohlstand gefährdet. (...) Ich halte den alternativen Weg, synthetische Kraftstoffe für unsere Autos zu fördern, für den besseren."

Zur Herstellung dieser Kraftstoffe verweist er auf Afrika.

"Afrika mit seinen Wüsten und Savannen ist dafür ein Ort. Wenn wir z. B. mit den afrikanischen Ländern eng kooperieren, dort massiv erneuerbare Energien produzieren und über grüne Wasserstoff-technologie synthetische Kraftstoffe produzieren, bringen wir Wohlstand in diese Länder und nützen dem Klima – und uns selber."

Damit schließt sich der Kreis zu früheren Anmerkungen über die Aussichten zum Energieverbrauch. Ich frage mich nur, warum muss es erst zu schwer wiegenden Einschnitten in unserem globalen Leben kommen, bis sich gute Ideen endlich durchsetzen.

Lesen bitte selbst das volltändige Interview; es lohnt sich.


Landesamt für Natur Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen: 01.07.2020: "Pressemitteilung zum Dürresommer"

Zitat aus der Pressemitteilung:

"In Nordrhein-Westfalen fällt aktuell zu wenig Niederschlag, die Böden sind zu trocken, Grundwasserstände zu niedrig."

Die umfangreiche Datensammlung sollte sich jeder ansehen. Eindringlich wird damit der Klimawandel belegt.

Die Frage ist nur, ob endlich alle Menschen daraus die Konsequenzen ziehen und ihre Lebensweise nachhaltiger gestalten. Die Bemühungen der Politik, nach dem Lockdown infolge der Corona-Pandemie die Wirtschaft wieder auf die Höhe wie vor der Pandemie zu bringen, bieten keine guten Aussichten für die weitere Entwicklung des Klimas. Wenn wir zu der bisherigen Mentalität der Konsum-, Wegwerf- und Vergnügungsgesellschaft zurückkehren, ist kein Wandel zum Besseren in Sicht.


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Klimawandel und Wasserwirtschaft
Interview mit einem Alttestamentler


Gefunden am 24.09.2020 in der Rheinischen Post:

"Die Mächtigen haben keinen Willen
und die Willigen keine Macht"

Carla Reemtsma und Nick Heubeck
zum Auftakt der neuen Demos "Fridays for Future"


07.12.2020 - Tagesschau.de: "Wärmerekord im November"

Zitat aus dem Bericht:

"Vergangenen Monat ist ein weiterer weltweiter Hitzerekord verzeichnet worden: Es sei der heißeste November seit Beginn der Wetterdatenaufzeichnungen gewesen, teilte das EU - Erd-beobachtungsprogramm Copernicus mit. Der Monat sei 0,8 Grad wärmer gewesen als das 30-Jahres-Mittel von 1981 bis 2010."

"Am stärksten waren Copernicus zufolge die Temperatur-abweichungen über Nordeuropa, Sibirien und dem nördlichen Polarmeer."

Da sollten wirklich bei allen Mächtigen die Alarmglocken läuten!


Klimaschutz dank Corona

04.01.2021 - Tagesschau.de: "Klimaziele für 2020 wegen Corona erreicht"

Zitate aus dem Bericht:

"Im Pandemie-Jahr 2020 konnte Deutschland seine CO2-Emissionen um 80 Millionen Tonnen verringern - und übertrifft damit seine Klimaziele. Experten rechnen aber wieder mit mehr Treibhausgasen, sobald die Wirtschaft wieder anzieht."

"Echte Klimaschutzeffekte hat es 2020 nur im Stromsektor gegeben, denn hier gehen die CO2-Minderung auf den Ersatz von Kohle durch Gas und Erneuerbare Energien zurück."

Damit sollte doch auch dem letzten Bürger klar sein, wohin die Reise gehen muss, um unsere Lebensgrundlagen zu sichern!


Neue Jahresmittelwerte

04.01.2021 - Tagesschau.de:

Zitat aus dem mit dieser Grafik beginnenden Bericht:

"Seit ein paar Tagen ist nun der nächste dreißigjährige Zeitraum voll, so dass die Umstellung auf die neue Referenzperiode 1991 bis 2020 ansteht. Diese Umstellung hat Konsequenzen, weil sich das Klima noch nie so schnell verändert hat wie in den vergangenen dreißig Jahren."

Klicken Sie bitte auf die Grafik, um den vollständigen Bericht zu lesen!

Abweichung vom vorindustriellen Niveau

15.01.2021 - Tagesschau.de:

Zitat aus dem mit dieser Grafik beginnenden Bericht:

"Wir steuern in diesem Jahrhundert auf einen katastrophalen Temperaturanstieg von 3 bis 5 Grad Celsius zu. Frieden mit der Natur zu schließen ist das wichtigste Ziel des 21. Jahrhunderts. Das muss oberste Priorität für jeden und überall sein." sagte der UN-Generalsekretär António Guterres.

Klicken Sie bitte auf die Grafik, um den vollständigen Bericht zu lesen!


Die Mechanik des Golfstroms

26.02.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Der Golfstrom ist so schwach wie seit 1600 Jahren nicht mehr"

Zitate aus dem Bericht:

"Seit vier Jahrzehnten heizt sich die Welt immer stärker auf. An einem Ort aber passiert genau das Gegenteil: im Nordatlantik. Statt sich zu erhitzen, kühlt die Region ab. Dass das passiert, ist kein Zufall, meinen manche Wissenschaftler. Sie erklären das mit einer Abschwächung der Atlantischen Meridionalen Umwälzströmung (AMOC), zu der auch der Golfstrom gehört. Diese lenkt warme Salzwassermassen aus den Tropen in den Nordatlantik, wo sie in die Tiefe sinken; von dort fließt kaltes, salzarmes Wasser zurück in den Süden. Weil aber die Eismassen Grönlands abschmelzen und es in der Region mehr regnet, dringt nun massenhaft Süßwasser ins System, das leichter ist als Salzwasser und deshalb schlechter herabsinken kann. Damit gerät die große Umwälzpumpe ins Stottern."

Ein lesenswerter Artikel über die Mechanik des Golfstroms und die Auswirkungen auf unser Klima, wenn das nicht mehr funktioniert!


Karlsruhe entscheidet für mehr Klimaschutz

29.04.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Deutsches Klimaschutzgesetz ist in Teilen verfassungswidrig"

Zitate aus dem Bericht:

"Das Klimaschutzgesetz der Bundesregierung greift aus Sicht des Bundesverfassungsgerichts zu kurz. Die Karlsruher Richter verpflichteten den Gesetzgeber, bis Ende kommenden Jahres die Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen für die Zeit nach 2030 näher zu regeln."

"Die teilweise noch sehr jungen Beschwerdeführenden seien durch die Regelungen in dem Gesetz in ihren Freiheitsrechten verletzt, erklärten die Richter. 'Die Vorschriften verschieben hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030.'"

"Luisa Neubauer von Fridays for Future sagte der Süddeutschen Zeitung: 'Wenn die Bundesregierung mutwillig die Klimakrise befeuert und das Pariser Abkommen übergeht, dann verletzt der Staat seine Schutzpflicht (...) Wir haben ein Recht darauf, auf einem intakten Planeten zu leben und gesund zu bleiben.'"

Das ist endlich einmal eine in die Zukunft weisende Entscheidung des höchsten deutschen Gerichts! In der Tat ist es so, dass alle begreifen müssen, wie wichtig der Erhalt unserer Lebensgrundlagen ist. Wir haben nur diesen Planeten und sind auf den Erhalt der in Jahrmillionen gewachsenen Strukturen unseres Daseins angewiesen.

Für mich schließt sich damit auch der Kreis zu den Ursachen der Corona-Pandemie. Gut, wenn jetzt der Staat an seine grundgesetzlich verbriefte Pflicht zum Schutz der Lebensrechte erinnert wird. Auch der Jungen und Jüngsten! Er muss eben noch zielgerichteter handeln.

29.04.2021 - RP-online: "Urteil ist ein Denkzettel für die große Koalition"

Zitat aus dem Kommentar:

" Das Bundesverfassungsgericht füllt mit seinem bahnbrechenden Urteil zum Klimaschutzgesetz eine politische Leerstelle: Weil die Politik nicht in der Lage war, beim Klimaschutz auch die Freiheitsrechte der Jüngeren und Jüngsten zu achten und zu schützen, gestaltet das Gericht die Politik einfach selbst."

Fazit:

Wenn jetzt in den Medien darauf hingewiesen wird, dass sich aus dem Urteil auch weitere Aspekte der Generationengerechtigkeit ableiten lassen, so stimmt das mit meiner Anmerkungen zur Finanzierung der Corona-Folgen überein. Es kann eben nicht sein, dass wir uns heute einen Luxus leisten, dessen wahre Kosten über Schulden finanziert werden, die die Generation unserer Kinder und Enkel tilgen sollen. Mit dem heutigen Urteil hat das Verfassungsgericht deutlich gemacht, dass jede Generation die Folgelasten der von ihr in Anspruch genommenen Leistungen auch selbst zu tragen hat.

Hinweise:

Pressemitteilung des BVerfG
Artikel 20a GG

Nachtrag vom 01.11.2021:
"Justitia soll die Welt retten"

Zitat aus dem Bericht der Süddeutschen Zeitung:

"Der fulminante Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom Frühjahr hat letzte Zweifel daran beseitigt, dass auch die Gerichte bei der Rettung der Welt ein wichtiges Wort mitzureden haben."

Ein lesenswerter Überblick über die inzwischen weltweite Befassung der Gerichte mit Klagen zum Umweltschutz.


30.04.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Der Preis des Zögerns"

Zitate aus dem Bericht:

"Jedes weitere Jahr, in dem die Emissionen nicht sinken, erhöht die Kosten des Gegensteuerns enorm. Die Optionen für künftige Generationen schwinden."

"Tatsächlich aber ist die Realität des Klimawandels nicht nur seit Jahrzehnten bekannt, sondern wird auch schon ähnlich lange politisch diskutiert. "

Der Bericht ist eine Analyse der verpassten Gelegenheiten!

In der Tat ist das Thema nicht neu und vieles hätte man einfach früher anfassen können. Es ist aber wohl leider so, dass der Mensch nur aus den Fehlern zu lernen bereit ist, die unmittelbar auf ihn zurückfallen. Bei Fehlern, die sich erst nach vielen Jahren als solche herausstellen, bringt der Mensch Ursache und Wirkung oft nicht mehr in einen direkten Zusammenhang. Dafür haben wir aber die Wissenschaft, die eben schon früh vor den Gefahren des Klimawandels gewarnt hat.

Und noch ein Problem sehe ich in dem Umstand, dass es dem Menschen immer wieder gelungen ist, Beeinträchtungen kurzfristig durch neue Technik zu lösen. Unter Vermeidung durchgreifender Lösungen!

Wenn jetzt im Fernsehen ein Bericht zu sehen war über die Parkplatzprobleme des ersten Autobooms und wie sich daraus in den großen Städten die Parkhäuser entwickelt haben, kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass Fehler durch neue Fehler behoben werden, statt der Ursache gegenzusteuern. Zum Schluss des Berichts wurde nämlich darauf hingewiesen, dass die in den Parkhäusern markierten Parkflächen für die heutigen Automodelle bereits zu klein sind. Das veranlasst mich, auf meinen Vorschlag zur Reform der Kraftfahrzeugbesteuerung hinzuweisen. Zehn Jahre sind seither vergangen, in denen man dem Wahn immer größerer Autos hätte erfolgreich begegnen können.

Und wenn am Schluss des Artikels Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung mit dem Satz zitiert wird, dass die Politik nicht nur Ziele, sondern auch Instrumente definieren müsse, um diese zu erreichen, ist das die richtige Konsequenz, der wir uns alle stellen müssen.


07.05.2021 - Tagesschau.de: "Was die CO2-Steuer wirklich kostet"

Zitate aus dem Bericht:

"FDP-Chef Lindner musste für seine Berechnung der Mehrkosten durch eine höhere CO2-Abgabe viel Kritik einstecken. Wie hoch ist die Belastung für jeden einzelnen Bürger wirklich?"

"Berechnungen zum Beispiel des Mercator-Instituts MCC kommen zu dem Ergebnis, dass bei den bestehenden Regelungen Haushalte mit niedrigem Einkommen anfangs sogar von der CO2-Abgabe profitieren, weil sie mehr Geld zurückbekommen, als sie für die Abgabe zahlen."

"Ein (...) positiver Effekt einer [ Erstattungsregelung ], die in anderen Ländern wie etwa der Schweiz oder Kanada schon lange existiert, wäre eine erhöhte Akzeptanz der CO2-Bepreisung in der Bevölkerung. Die Debatte über das richtige Model und die soziale Ausgestaltung der CO2-Bepreisung dürfte auch in Deutschland noch nicht am Ende sein. Schließlich geht es auch hierzulande nicht darum, mit der CO2-Abgabe Einkommen abzuschöpfen, sondern sozial ausgewogen Konsum und Wirtschaft klimafreundlicher und am Ende klimaneutral zu machen."

Der Artikel ist nicht zuletzt als "Faktenfinder" gekennzeichnet. In der Tat bedarf es einer sorgfältigen Abwägung, wie die Einnahmen aus der CO2-Abgabe am Ende eingesetzt werden. Will man die soziale Schieflage ernsthaft ändern, gefällt mir der "Klima-Scheck" am besten, denn eine ESt-Ermäßigung greift erst ab höheren Einkommen.

Wie aber schon am 02.08.2019 angemerkt, bedarf es endlich einer Umsetzung der Mahnung unseres verstorbenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, die Kosten des Konsums ursachengerecht auf den Preis aufzuschlagen. Nur so kann der Markt dem Klimawandel begegnen. Wenn Herr Lindner am Ende seiner Rechnung auch von Marktmechanismen redet, war seine Spielerei mit dem Taschenrechner einfach nur Volksverdummung.


Finanzierungsfragen

In einem Interview mit der Rheinischen Post hat sich jetzt Peter Altmaier zur Energiewende geäußert: "Vieles hätte schneller geschehen müssen".

Dabei hat er zur Finanzierung folgendes gesagt:

"Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss wegen des verschärften Klimaschutzgesetzes jetzt schneller ansteigen als bisher geplant. Das darf nicht zu steigenden Strompreisen für private Haushalte und Unternehmen führen, denn das würde die Konjunktur abwürgen und kleine Einkommen zu stark belasten. Deshalb muss die Förderung für Wind, Sonne und Bioenergie künftig aus dem Bundeshaushalt finanziert werden, aber nicht mehr von den Verbrauchern über die Stromrechnung, wie bislang. Konkret: Der Strompreis muss deutlich sinken. Das muss der Finanzminister bereitstellen, wenn er es mit dem Klimaschutz ernst meint. Wir sind uns mit unserem Koalitionspartner einig, dass die Sozialbeiträge auch künftig nicht über 40 Prozent eines Bruttomonatsgehalts steigen dürfen. Auch das wird viel Geld aus dem Haushalt kosten. Das sind zwei wichtige Leitplanken. Steuererhöhungen mögen vielleicht ein einfacher Weg sein, aber kein zukunftsfähiger. Denn sie sind Gift für unseren Standort und unsere Wirtschaftskraft."

Unterstreichungen von mir!

Diese Aussage veranlasste mich, ihn folgendes zu fragen:

"Angenommen, die CDU stellt demnächst den Finanzminister und das wären Sie, so hätte ich doch eine ganz einfache Frage: Woher wollen Sie das Geld für den Klimaschutz nehmen und gleichzeitig Steuererhöhungen vermeiden? Oder strebt die CDU nicht mehr nach Regierungsmacht?

Für wie blöd halten Sie eigentlich die Wähler?"

Die Bekämpfung des Klimawandels ist eine Existenzfrage für die gesamte Menschheit und wird uns viel Geld kosten, weil wir viel zu lange "drauf los" gelebt haben; vergl. Anmerkung vom 02.08.2019. Jetzt so zu tun, als gäbe es irgend jemanden auf einem fremden Stern, der uns mit einem Geldsegen rettet, ist reine Volksverdummung.

17.05.2021


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Finanzierung der Corona-Folgen


Gerichtsurteil in den Niederlanden

26.05.2021 - Tagesschau.de: "Shell muss CO2-Emissionen reduzieren"

Zitate aus dem Bericht:

"Der Ölkonzern Shell wurde in Den Haag dazu verurteilt, seinen CO2-Ausstoß bis 2030 deutlich zu verringern. Geklagt hatten Umweltschützer. Der Richterspruch könnte einen bedeutenden Präzedenzfall schaffen."

Die Aussichten für den Umweltschutz steigen!

Übrigens; eine lesenswerte Neuerscheinung:
"Mensch, Erde! Wir könnten es so schön haben" von Eckart von Hirschhausen


Neue Klatsche vom EuGH

03.06.2021 - Tagesschau.de:
"Deutschland wegen hoher Stickoxid-Werte verurteilt"

Eingangszitat aus dem Bericht:

"Deutschland hat jahrelang zu wenig gegen zu hohe Stickoxid-Werte getan - und damit gegen EU-Recht verstoßen. Nun könnten neue Auflagen für Dieselfahrzeuge und Bußgelder aus Brüssel drohen."

Aber noch immer wehren sich Politiker gegen Konsequenzen:

04.06.2021 - Tagesschau.de: "Esken hält höhere Benzinpreise für falsch"

Wieviel Luft wir für anständige Klimaschutzpolitik haben, zeigt doch der Dreisatz in meinen Ausführungen vom 10.11.2018! Dem brauche ich jetzt nichts hinzuzufügen. Wen es aber interessiert, hier noch die Links zu meinen weiteren Ausführungen betreffend Verkehrswesen.

Übrigens; wenn Sie den voraussichtlichen Jahresbruttolohn von 2020 zugrunde legen, ergibt die Rechnung sogar einen Benzinpreis von über 3,00 €! Wenn dann die Einahmen als Kopfprämie an die Bürger zurückerstattet werden, profitieren die Sparsamen und nur die Verschwender zahlen wirklich.


Flugbenzin - endlich eine gute Idee aus Brüssel

05.07.2021 - Süddeutsche Zeitung: "EU erwägt Kerosinsteuer"

Zitate aus dem Bericht:

"Um die Klimaziele zu erreichen, plant Brüssel offenbar auch mit einem Ende der jahrzehntealten Ausnahmeregelung beim Flugbenzin."

"Die Luftverkehrsbranche spricht sich nicht grundsätzlich gegen das Paket aus, die Kerosinsteuer speziell stößt aber auf einhellige Ablehnung. Die EU könnte eine solche Steuer nur für innereuropäische Flüge einführen, dadurch würden nicht-europäische Fluggesellschaften und deren Drehkreuze einen Wettbewerbsvorteil bekommen, argumentiert die Industrie."

Klar, dass sich die Luftfahrtbranche dagegen wehrt, hat sie eben doch Jahrzehnte hervorragend von der Steuerfreiheit profitiert. Fakt ist aber, dass die Fliegerei ein gewichtiger Treiber des Klimawandels ist. Auch hat sich gezeigt, dass die hochgradige Globalität die Corona-Pandemie "befördert" hat.

Ich habe kein Verständnis dafür, dass die Idee von der betroffenen Industrie in Bausch und Bogen abgelehnt wird. Wenn man ehrlich will, findet sich auch ein Weg, alle mit ins Boot zu nehmen - zum Vorteil des Klimas und unser aller Gesundheit.


Zur aktuellen Diskussion um das Tempolimit 130 nehme ich gesondert Stellung.


Ein bemerkenswertes Interview

12.07.2021 - Rheinische Post:
„Wir können einen gefährlichen Klimawandel vermeiden“

Zitate aus dem Interview mit PIK-Direktor Ottmar Edenhofer:

"Wir haben noch die Zeit, überlegt zu handeln, aber wir haben nicht mehr die Zeit zu einer großen Bummel-Veranstaltung."

"Wenn Deutschland seine selbstgesteckten Ziele erreichen will, bleibt der neuen Bundesregierung nichts anderes übrig als den CO2 Preis schneller anzuheben. Ich gehe davon aus, dass wir nach 2026 in Deutschland steigende CO2-Preise in den Sektoren Verkehr und Gebäude haben werden."

"Die Politik braucht dringend die zusätzlichen Einnahmen aus dem CO2-Preis, um die Förder- und Subventionsprogramme zu finanzieren."

"Klimapolitik kann sehr wohl sozial gerecht sein."

Lesen Sie bitte das vollständige Interview und Sie werden verstehen, was angesichts des erkennbaren Klimawandels dringend geboten ist. Wir werden uns von dem heutigen Luxus der Energieverschwendung verabschieden oder teuer dafür bezahlen müssen. Damit das nicht zu sozialen Verwerfungen führt, müssen eben "starke Schultern" mehr Belastung auf sich nehmen. Auf den "Preis des Zögerns" hatte bereits die Süddeutsche Zeitung am 30.04.2021 hingewiesen. Auch dabei wurde bereits PIK-Direktor Ottmar Edenhofer zitiert. Siehe dazu meine Anmerkung oben.


Unwetter mit gewaltigen Schäden

Jetzt hat eine Unwetterwelle Deutschland überrollt und auch gerade in NRW große Schäden verursacht - und sogar Tote sind zu beklagen. Die Berichte entfalten hoffentlich endlich ein geschärftes Bewusstsein für den Klimawandel.

In dem Bericht der Rheinischen Post von heute "Ministerpräsident Laschet sichert Opfern des Unwetters Hilfe zu" fordert Laschet jedenfalls "weltweit mehr Tempo beim Klimaschutz". Ich kann ihm nicht trauen. Hat er doch gerade noch bei der Diskussion um das Tempolimit 130 behauptet, das sei eine "unsinnige Debatte". Wer nicht einmal bereit ist, über die preiswertesten Möglichkeiten zur Eindämmung der CO2-Verpestung zu reden, disqualifiziert sich selbst; seine Reden entpuppen sich als aktionistisches Geschwätz.

Und dann habe ich noch dies gefunden: "Fluss Inde überspült Deich und läuft in Tagebau" berichtet ebenfalls die Rheinische Post. Soll das als ein besonderes Zeichen gedeutet werden?

15.07.2021

Auch lesenswert:

15.07.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Hochwasserkatastrophe: Und dann war alles weg"


16.07.2021 - RP-online:
"Meteorologe Sven Plöger : 'Was wir heute erleben, ist der Anfang'"

Zitate aus dem Interview:

"Wir erleben im Moment auf der Welt geballt Extremwetter, für uns persönlich momentan durch den Starkregen. Gleichzeitig herrscht in Finnland die Dauerhitze, in West-Russland die Trockenheit. Im Grunde ist das, was wir heute erfahren, wovor uns die Klimaforschung vor 40 Jahren gewarnt hat. Das zeigt zum einen die Qualität dieser Forschung und es bewegt mich, weil es deutlich macht, wie behäbig und langsam die Menschheit auf ihr eigenes gesammeltes Wissen reagiert."

[Zum Jetstream:] "Das ist wie bei einem kaputten Rasensprenger, der nicht mehr gleichmäßig arbeitet. Auf der einen Seite sorgt er für eine Pfütze, auf der anderen verdorrt der Boden."

"Eine wärmere Atmosphäre enthält mehr Energie, und es passt auch mehr Wasserdampf hinein. Pro Grad Celsius sind nämlich sieben Prozent mehr Wasserdampf enthalten. Da kann natürlich auch mehr kondensieren und herausfallen. Das ist klar der Trend. Und wenn wir das nicht wollen, müssen wir nun endlich beherzt gegensteuern. Verschiedene Studien sagen übrigens, dass jeder Euro, den wir jetzt nicht in den Klimaschutz stecken, uns später zwei bis elf Euro kosten wird. Je nach Studie. Nichts zu tun, wird also immer teurer und irgendwann für die nachfolgenden Generationen unbezahlbar."

"Wir müssen die Städte quasi verländlichen, wir brauchen mehr Grün und Blau, also Pflanzen und Wasser, um Verdunstungskälte zu erhalten."

Lesen Sie bitte das gesamte Interview. Auch weise ich noch einmal auf mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge hin. Dem hatte mir Sven Plöger in einem Gedankenaustausch per Mail ausdrücklich zugestimmt.

Kürzlich wurden er und insbesondere sein Kollege Carsten Schwanke kritisiert, sie würden viel zu viel Hinweise zum Klimawandel in ihre Wetterberichte aufnehmen. Ich habe beide ermuntert, weiter zu machen. Solche Unterstützung ist auch offensichtlich von anderer Seite gekommen. Nach der Katastrophe der letzten Tage dürfte jetzt wohl kein Grund mehr bestehen, die Warnungen zu leugnen.

Und wenn Herr Laschet behauptet, die Diskussion um das Tempolimit 130 sei eine "unsinnige Debatte", ist das eben auch völlig unverständlich. Klimaschutz wird viel Geld kosten; da ist es doch ein hilfreicher Anfang, erst einmal durch Verzicht auf ungezügeltes Vergnügen damit zu beginnen. - Und man spart sogar noch dabei!


Zum Verhalten des Kanzlerkandidaten Laschet nehme ich hier Stellung:
Unwürdiger Auftritt im Hintergrund

Über die Folgen der Naturkatastrophe in Langenfeld lesen Sie bitte hier:
Starkregenfolgen auch in Langenfeld


20.07.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Klimawandel, das war immer woanders"

Fazit eines aufschlussreichen Interviews:

"Man bekommt das sehr unbehagliche Gefühl, dass das kollektive Gedächtnis, die Baukultur, die Risikovorsorge in Deutschland überhaupt noch nicht auf die Veränderungen eingestellt sind."


Immer mehr Berichte erscheinen in den Medien über die vielen Toten und die Zerstörung ganzer Städte und Infrastrukturen. Ich möchte hier meine tiefe Bestürzung und Trauer zum Ausdruck bringen und mich bewegende Fragen in den Raum stellen:

Werden diese Ereignisse endlich dazu führen, neues Bewusstsein zu schaffen für unser aller Verantwortung?

Verantwortung im Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen zum Wohle nachfolgender Generationen?

Oder steht uns wirklich schon das Ende der Evolution bevor?


23.07.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Es braucht jetzt keine Leisetreter"

Einleitung zu dem Kommentar:

"Nach der Flutkatastrophe hat der Wahlkampf sein Thema bekommen. Doch anstatt die Klimapolitik anzupacken, agieren die Kandidaten ängstlich und verzagt. Warum nur?"

Sehr treffend analysiert!


Zum Begriff des Witschaftswachstums lesen Sie bitte diesen Hinweis:
Jetzt liegen Zahlen auf dem Tisch!


Und weitere Meldungen:
Heftige Waldbrände am Mittelmeer
Golfstrom könnte vor dem Umkippen stehen
Italien: Unwetter im Norden, Brände im Süden


Wirtschaftsinteressen contra Hochwasserschutz?

08.08.2021 - Tagesschau.de: "Hier ist Ingenieurskunst gefragt"

Zitate aus dem Interview:

"In den 1920er-Jahren wurden die schon sehr konkreten Pläne [ der Hochwasser-Schutzmaßnahmen ] zugunsten des Baus des Nürburgrings zurückgestellt. Dazu zählen Maßnahmen wie Hochwasser-Rückhaltebecken, die insgesamt 11,3 Millionen Kubikmeter Wasser hätten zurückhalten können."

Das Interview macht deutlich, wie falsch verstandene Wirtschaftsinteressen dem Ahrtal geschadet haben. Da muss noch Vieles von Vielen neu gedacht werden! Und dann auch umgesetzt werden.

Im übrigen ist das zitierte Beispiel auch als Menetekel zu verstehen, was den gesamten Motorsport betrifft. Da werden Unmengen Abgase in die Luft gepustet; für was eingentlich? Aus lauter Freude am Untergang?

Dazu passt auch noch dieser Kommentar:

08.08.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Wir Versager"

Zitat:

"Dieses Talent [ der Kooperationsfähigkeit ] hat die Menschen befähigt, hochkomplexe Gesellschaftsstrukturen aufzubauen, Kathedralen zu bauen, zum Mond zu fliegen oder Krankheiten durch Medikamente zu besiegen. Doch dieses Talent ist in einer Welt, in der die Ressourcen begrenzt sind, auch ein Fluch. Denn die Menschen sind zu klug und zu kooperativ, um mit einem Feuer, einem Fell und einer Höhle auf Dauer zufrieden zu sein - sie wollen mehr. Aber die Spezies Mensch ist offenbar nicht klug und kooperativ genug, um angemessen auf das zu reagieren, was sie mit ihrem Wunsch nach mehr Wohlstand, mehr Besitz, mehr Wachstum angerichtet hat und Tag für Tag anrichtet."

Es ist wirklich an der Zeit, den Glauben an immer mehr Wachstum beiseite zu legen und auf die Vernichtung der Ressourcen zu verzichten. Den Erdüberlastungstag haben wir doch nun schon in Folge immer wieder überschritten. Und die leichte Verbesserung 2020 macht deutlich, wie postiv sich ein Innehalten auf das Klima auswirkt!


Jetzt haben wir es "amtlich"

09.08.2021 - Rheinische Post: "UN rufen 'Alarmstufe rot' aus"

Zitat:

"Der Weltklimarat hat neue Zahlen zum Klimawandel vorgestellt und warnt vor unumkehrbaren Veränderungen."

Bedarf es dazu noch eines Kommentars? Handeln ist angesagt - und da sollte jeder bei sich selbst anfangen!

"Nach mir die Sintflut" zeugt nur von Unverantwortlichkeit. Deutschland verursacht 2% der Schadstoffe weltweit, stellt aber nur 1% der Weltbevölkerung. Und welche weltweiten Verschmutzungen müssen unserer Wegwerfgesellschaft noch zugerechnet werden, weil die Produkte in Billiglohnländern produziert werden?

Im übrigen möchte ich hier noch einmal an mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge erinnern, das ich bereits vor über sieben Jahren formuliert habe, und unter Schlechte Aussichten - Ein überzeugender Kommentar habe ich ausgeführt:

"Die Evolutionstheorie wird wohl recht behalten, dass echter Fortschritt nur aus der Katastrophe heraus möglich ist - für die wenigen Arten, die sie überleben! Ob der Mensch dabei sein wird, erscheint mir fraglich."

Die Welt wird durch die Klimakrise nicht untergehen. Angesichts der sich ändernden Lebensbedingungen wird es aber für den Menschen ungemütlich.

PS:

Vorstehende Gedanken habe ich auch per Mail vom 20.08.2021 der Rheinischen Post als Leserbrief angeboten:

"Die Welt wird durch die Klimakrise nicht untergehen. Aber die Evolutionstheorie wird wohl recht behalten, dass echter Fortschritt nur aus der Katastrophe heraus möglich ist - für die wenigen Arten, die sie überleben! Ob der Mensch dabei sein wird, erscheint mir fraglich."


21.08.2021 - RP-online: "Abschied vom Sommer, wie wir ihn kennen"

Fazit des lesenswerten Artikels:

"Aber vielleicht gibt es ja doch noch Anlass zur Hoffnung. Dann nämlich, wenn dieser Sommer auch von denen, die bisher skeptisch waren, als handfester Beweis gewertet wird, dass Klimawandel nichts Abstraktes ist. Wenn jetzt sofort und nicht vielleicht irgendwann mit größter Kraft und nicht bloß mit guter Absicht der Lebensstil verändert wird, der zu den Phänomenen führte, die nun mit Macht auftreten. Und wenn zudem schon praktisch für den Alltag der Zukunft vorgesorgt wird und etwa Städte mehr Parks bekommen, Bäche und Schatten und so weiter."

Dem ist nichts hinzuzufügen! - Aber einige Unverbesserliche zeigen mit ihren Kommentaren, nichts verstanden zu haben.


Düstere Aussichten

06.09.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Klimawandel könnte sechsmal teurer werden als vermutet"

Zitate aus dem Bericht:

"Das weltweite Bruttosozialprodukt läge selbst bei einem mittleren Erwärmungsszenario am Ende des Jahrhunderts infolge von Klimaschäden rund 37 Prozent niedriger als in einer Welt ohne menschengemachte Erwärmung. Bislang war man von Wirtschaftseinbußen von sechs bis sieben Prozent bis 2100 ausgegangen."

"Bezieht man die langfristigen ökonomischen Folgen ein, müsste der CO2-Preis laut der aktuellen Berechnung bei 2.800 Euro pro Tonne liegen. Zum Vergleich: Im Emissionshandelssystem der EU schwankte er kürzlich um die 60 Euro pro Tonne."

Und der Satz

"Zwar sind kurzfristig auch positive Effekte denkbar. Wenn ein Sturm oder eine Überschwemmung viele Gebäude zerstört, profitiert in den Jahren danach meist die lokale Bauwirtschaft."

in dem Artikel bestätigt noch einmal meine Aussage in der Anmerkung Jetzt liegen Zahlen auf dem Tisch!, dass dummerweise die Reparatur der Infrastruktur nach der Flutkatastrophe volkswirtschaftlich sogar noch als Wirtschaftswachstum zählt.

Da wäre sicher auch mehr Ehrlichkeit im laufenden Wahlkampf zu erwarten!


21.09.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Was die Wähler in Sachen Klima zu erwarten haben"

Schlussbemerkung aus dem Bericht:

"Den vielleicht eindrucksvollsten Vergleich in der Sache [ Kosten des Klimawandels ] hat kürzlich die Kanzlerin selbst gezogen, beim 50. Geburtstag von Greenpeace. 40 Milliarden Euro habe man den Kohleregionen für den Strukturwandel versprochen, rechnete Angela Merkel da kürzlich vor. Und 30 Milliarden Euro habe der Staat in den Fluthilfefonds für zwei tragische Flutkatastrophen gesteckt. 'Für zwei', schloss Merkel an. 'Aber man weiß nicht, wie viele noch kommen können.'"

Da erinnere ich einfach an die vorstehende Rechnung!


12.10.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Der ultimative Anstieg der Ozeane"

Zitate aus dem Bericht:

"Wissenschaftler haben die Folgen des Meeresspiegelanstiegs für die nächsten Jahrhunderte berechnet. Vor allem in Asien könnten zahlreiche Großstädte versinken, aber auch Deutschland wäre stark betroffen."

"Das Trügerische am Meeresspiegelanstieg ist, dass er sich über Jahrhunderte oder Jahrtausende entfaltet. Selbst für den Fall, dass die Staaten von heute auf morgen gar kein CO2 mehr ausstoßen, würde sich die Welt unter anderem aufgrund der langen Verweilzeit von Kohlendioxid in der Atmosphäre weiter erwärmen und Ozeane in den kommenden Jahrhunderten im Schnitt um knapp zwei Meter heben, so die Studie. Rund 360 Millionen Menschen würden heute auf Flächen leben, die womöglich bereits dem Untergang geweiht sind, darunter Teile der deutschen Nord- und Ostseeküste sowie der Elbmündung."

Bitte lesen Sie selbst und schauen Sie sich dazu die eingangs des Artikels abgedruckte Karte der Nordseeküste an. Da bedarf es keines weiteren Kommentars, um herauszustellen, wie dringend unser Lebensstil geändert werden muss.


Erneuerbare Energien

18.10.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Die Gesellschaft hat verlernt zu rechnen"

Zitate aus dem Interview mit den Buchautoren:

"Ich habe den Eindruck, die Gesellschaft hat verlernt zu rechnen. Und sie hat keine Ahnung davon, wie viel Energie wir in Deutschland verbrauchen. Die Menge ist ungeheuerlich. Im Buch schreiben wir von energetischer Adipositas. Jeder von uns braucht 120 Energiesklaven."

"Das ist ein Rechenbeispiel aus dem Buch. Wir rechnen mit einem Fahrradfahrer, der zehn Stunden am Tag bei 100 Watt in die Pedale tritt. Das ergibt dann eine Kilowattstunde. In Deutschland verbraucht jede Person im Schnitt eine Primärenergie von 120 Kilowattstunden am Tag. Für jeden strampeln also 120 Leute."

In dem beschriebenen Buch wird aufgezeigt, dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn wir unseren Energiehunger mäßigen - auf die Hälfte. Die Hoffnung, mit neuer Technologie so weiter machen zu können wie bisher, wird kräftig in Zweifel gezogen.

Auch ich bin auf dieser Seite immer wieder für vergleichbare Forderungen eingetreten. Die Verschwendung wird doch seit Jahren deutlich mit dem Vorrücken des Erdüberlastungstages!

Dass gerade der Anstieg des Benzinpreises so viel Aufregung verursacht, ist doch dem Umstand geschuldet, dass es sich dabei um die einzige Energie handelt, die man vor ihrem Verbrauch bezahlen musss, sonst kommt man nicht dahin, wo man hin möchte. Wer kann sich denn noch an die Zeit erinnern, dass man Kohlen und Briketts einkellern und bezahlen musste, um es im Winter warm zu haben? Wer kennt denn noch den Stromableser, der vierteljählich kam, um den Stromverbrauch zu ermitteln und bar dafür zu kassieren?

Wir haben es in der Tat verlernt, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie uns das Geld zwischen den Fingern zerrinnt. Lastschriftverfahren und Bezahlung per Scheckkarte machen das Leben bequem. Der (Preis-) Schock kommt erst, wenn das Konto auf Alarmstufe rot springt.

Viele Ausgaben haben mit der Einkommensentwicklung nicht mitgehalten und sind immer preiswerter geworden. Das hat die Neigung zur Verschwendung befördert. Bestes Beispiel dafür ist der Benzinpreis; dazu ein Dreisatz. Mit neueren Zahlen nachgerechnet läge der Preis sogar bei 3,00 € !

Und wer hat schon mal über den Ursprung dieses Spruchs von der Decke nachgedacht, nach der man sich strecken müsse?! Es ist bedauerlich, dass die Politik immer noch glaubt, den Bürgern vorgaukeln zu können, dass wir den Klimawandel ohne Verzicht in den Griff bekämen.


"Ich finde, wir müssen uns alle entschuldigen."

Cornelia Funke (62), Autorin, über die Versäumnisse ihrer Generation im Kampf gegen den Klimawandel

Quelle: Rheinsiche Post vom 21.10.2021

Wirtschaftliche Schäden neu berechnet

27.10.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Klimakatastrophen bedrohen die Weltwirtschaft stärker als gedacht"

Zitate aus dem Bericht:

"Wenn sich verschiedene Wetterextreme überlagern, sind die wirtschaftlichen Verluste in der gesamten vernetzten Weltwirtschaft um 20 Prozent höher als die Verluste durch die einzelnen Ereignisse zusammengerechnet!"

"Reiche Länder sind sehr abhängig von der Produktion in anderen Ländern und werden von vielen Ländern beliefert - aus dieser Vernetzung im Welthandel entsteht die stärkere Betroffenheit."

"Der Klimawandel ist kein Problem der Armen, sondern der ganzen Welt und damit auch eins für uns."

Ohne jetzt wieder einzelne Hinweise zu verlinken, muss ich hier noch einmal feststellen, dass der gesamte von den Industriestaaten westlicher Prägung gelebte Wohlstand einer Überprüfung bedarf. Wir leben viel zu sehr auf Kosten anderer Mitmenschen und der Natur. Schon eingangs dieser Seite habe ich den Klimawandel als globale Herausforderung dargestellt. Dazu findet sich inzwischen vielfältige Zustimmung. Aber wann ändern Wirtschaftsführer und Politiker endlich ihre Strategien?


Warum der Klimawandel menschengemacht ist

31.10.2021 - Tagesschau.de: "Die wichtigsten Fragen rund ums Klima"

Zitate aus dem Bericht:

"Das Klima hat sich im Lauf der Erdgeschichte schon immer verändert. Es hat Zeiten gegeben, in denen sogar die Pole eisfrei waren und andere, in denen halb Europa von einer dicken Eisschicht bedeckt war. Aber diese Änderungen waren natürlichen Ursprungs und sie sind deutlich langsamer gekommen und gegangen, als das, was wir momentan erleben."

"Seit Beginn der Industrialisierung hat die Menschheit 1,6 Billionen Tonnen Kohlenstoffdioxid (abgekürzt CO2) freigesetzt, indem sie in wenigen Jahrzehnten Kohlenstoff verbrannt hat, den die Natur in Jahrmillionen eingelagert hat - denn Kohle, Öl und Gas sind nichts anderes als die Überreste uralter Wälder und Tierherden. Dadurch ist der CO2-Anteil in der Luft um 50 Prozent gestiegen, der Methan-Anteil um 150 Prozent. Das sind gewaltige Veränderungen, die weitergehen - und das immer schneller. Dadurch wird immer mehr von der Sonnenenergie in der Atmosphäre zurückgehalten und wie in einem Treibhaus erhitzen sich Luft, Erde und Wasser."

"Die natürlichen Schwankungen im Klima sind ziemlich gut bekannt. Unterschiede in der Sonnenkraft, Vulkanausbrüche, Veränderungen in der Erdumlaufbahn kann man nachvollziehen. Und dann sieht man: Nichts davon erklärt auch nur annähernd, warum wir jetzt gerade so einen steilen Temperaturanstieg haben. Erst wenn man die CO2- und Methangehalte in der Atmosphäre dazu nimmt, die menschengemachten Faktoren also, geht die Rechnung auf. Der deutsche Physiker Klaus Hasselmann hat diese Erkenntnis und die nötigen Berechnungen dazu erstmals 1979 vorgestellt. Er hat dafür gerade den Nobelpreis in Physik erhalten."

Diese detaillierten Untersuchungen kannte ich noch nicht, als ich mein persönliches Verständnis der Zusammenhänge formuliert hatte. Aber so wie ich mit gesundem Menschenverstand und dem in der Schule gelernten Wissen darauf gekommen bin, sollte das allen Menschen möglich sein. Deshalb sollte auch die Einsicht in die notwendigen Gegenmaßnahmen wachsen. Protest gegen die ersten angekündigten Pläne der neuen Koalition, wie er sich jetzt zum Teil lauthals formiert, ist völlig unangemessen.


Klimakonferenz in Großbritannien

01.11.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Im Schraubstock von Glasgow"

Zitat aus dem Kommentar:

"Keine Frage: Wenn sich auch die G 20 vornehmen, irgendwann zur Mitte des Jahrhunderts bei netto null Emissionen zu landen, ist das ein Fortschritt. So ein Ziel kann Orientierung geben. Aber es bleibt eine Hülse, wenn sich daraus keine Zwischenziele ableiten, über die die Staaten ebenso Rechenschaft ablegen müssen. Wer seiner Wirtschaft bis 2050 den bisherigen Treibstoff entziehen will, der muss auch einen Plan für 2030 und 2040 haben. Sonst ist das ferne Ziel bloß Schwindel. Diesen Pflock muss die Konferenz in Glasgow einrammen, soll das Abkommen von Paris tatsächlich umgesetzt werden."

Besser kann man die anstehenden Probleme nicht auf den Punkt bringen. Der Druck der jetzt schon von den Folgen des Klimawandels betroffenen Länder kann nicht groß genug sein.


Verantwortung der Superreichen

05.11.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Reiche bald für 16 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich"

Zitate aus dem Bericht:

"Die Superreichen in aller Welt leben einer Oxfam-Studie zufolge wie ökologische Vandalen. Sie verursachen demnach zigfach mehr klimaschädliche Treibhausgase als der Rest der Menschheit."

"Das reichste Prozent - das sind weniger Menschen als die Bevölkerung Deutschlands - wird laut Oxfam bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein."

Zusammengefasst: Die Welt wird am Luxus zugrunde gehen!

Und dann gibt es (auch) in Deutschland noch immer Politiker, die sich scheuen, Spitzeneinkommen auch spitzenmäßig zu besteuern; vergl. mein Unverständnis für die Haltung der FDP


Morgenansprache auf WDR5

12.11.2021: "Klagelied für die Arktis"

Zitat:

"Geschaffen als Gottes Ab- und Ebenbild sind wir doch in die Schöpfung hineingesetzt, gewissermaßen als deren Gärtner, um an Gottes statt die Erde treuhänderisch zu verwalten und zu gestalten, zu hegen und zu pflegen."

Ein Kirchenwort, das mir gefallen hat!

Bitte lesen Sie auch Urbi et Orbi in der Corona-Krise

Hier finden Sie das in der Ansprache genannte Video mit dem italienischen Komponisten Ludovico Einaudi.

Eine Fortsetzung zu diesen Gedanken finden Sie jetzt unter:
Über die Bedeutung der Umweltenzyklika


Klimagipfel in Glasgow mit magerem Ergebnis

14.11.2021 - Süddeutsche Zeitung:
"Nicht der Wille zählt, sondern die Vernunft"

Zitat aus dem Kommentar:

"In der kollektiven Diagnose waren die Staaten stark in Glasgow. Bei der individuellen Therapie liegen die Dinge anders. Da verhalten sich manche große Staaten immer noch wie Impfgegner, die sich mit dem Geschehen auf den Intensivstationen nicht beschäftigen wollen."

Eine treffende Kommentierung!

Wenn ich mir die Verhandlungen rund um die Bildung einer neuen Regierung nach der Wahl 2021 ansehe, habe ich wenig Hoffnung, dass Deutschland den Vorreiter im Klimaschutz machen und die bedrohten Länder unterstützen wird. Dabei sind wir ein reiches Land, reich auch deshalb, weil wir die globale Vernetzung zu unserem Vorteil ausgenutzt haben. Wann endlich werden wir uns dazu aufraffen, auch den Mitmenschen in anderen Ländern zu helfen, sichere und menschenwürdige Lebensverhältnisse zu erlangen? Wann begreifen wir, dass nur unser Verzicht auf Luxus das Klima retten kann?

Die Welt hat keine Zukunft, wenn unser westlich geprägter Lebensstandard zum weltweiten Maßstab erhoben wird. Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise habe ich bereits mehrere Artikel aufgegriffen, die sich mit der ungerechten Verteilung des Überflusses beschäftigen. Zuletzt noch unter Armut und Hunger in der Welt. Gefordert ist die gemeinsame Verantwortung für unsere Umwelt. Wir sind nur Treuhänder; siehe vorstehend.


15.11.2021 - Süddeutsche Zeitung: "Anlass zur Hoffnung"

Zitat aus dem Kommentar:

"Die Konferenz von Glasgow könnte als das Ereignis in die Geschichte eingehen, bei dem die Vertreibung von Kohle, Öl und Gas begann. Sofern den Worten nun Taten folgen. Vor allem Deutschland kann mehr - wenn es will."

Die Hoffnung stirbt eben doch zuletzt!


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Globale Krise - Nur Folge des Überfalls Russlands auf die Ukraine?
Lebensmittelversorgung kontra Klimaschutz


Bericht des Weltklimarats IPCC vorgelegt

04.04.2022 - Süddeutsche Zeitung:
"So kann die Welt die Erderwärmung in den Griff bekommen"

Zitat aus dem Bericht:

"Bis zur Mitte des Jahrhunderts könnten sich dem neuen Teilbericht zufolge 40 bis 70 Prozent der Treibhausgasemissionen in den Sektoren Ernährung, Verkehr und Gebäude einsparen lassen, wenn die Politik die Menschen zu einem kohlenstoffärmeren Lebensstil bewegt."

Genau das ist das Problem! Wir alle müsen runter von unserem Wohlstand auf Kosten der Natur!


Ein lesenswerter Rückblick

13.04.2022 - Süddeutsche Zeitung: "Fünf verlorene Jahrzehnte"

Eingangszitat aus dem Kommentar:

"Die aktuelle Energiepanik belegt: Die Welt hat in 50 Jahren über Wirtschaft, Energie und Klima nicht viel gelernt. Aus reiner Bequemlichkeit."

Der Kommentar zeigt auf, dass die Energiekriese 1973 zwar einiges bewegt hat, gleichwohl habe sich der Energieverbrauch seitdem verdoppelt. Damals wäre es einfacher gewesen, die Grundlage unseres Wohlstandes auf neue Füße zu stellen. Statt dass die Welt zusammensteht, um die Klimaprobleme zu lösen, zerbricht sie in Machtblöcke, die ihre Eigeninteressen in den Vordergrund stellen.


Hitzewelle in Indien und Pakistan

In einer eindringlichen Dokumentation "Zu heiß zum Schwitzen" berichtet die Süddeutsche Zeitung über die jüngste Hitzewelle in Indien und Pakistan.

"Derzeit herrschen täglich mehr als 40 Grad Celsius in der indischen Hauptstadt, und noch heißer ist es in anderen Landesteilen, viel zu früh im Jahr. Normalerweise steigen die Temperaturen erst im Hochsommer so weit nach oben, dann aber regnet es einmal am Tag heftig."

Und diese Temperaturen sollen noch steigen auf 47° bis 49° !

In einem Radiobericht zu diesen Ereignissen habe ich heute früh gehört, dass es mehrere hundert Jahre, wenn nicht tausend Jahre dauern wird, bis die CO2-Belastung aus der Atmosphäre verschwindet. Es wird Zeit, dass die Menschheit begreift, was sie sich selbst antut! Und es sind die reichen Länder, die mit ihrer Energieverschwendung die Veranwortung tragen.

29.04.2022


Umweltklage eines Bio-Bauern

13.05.2022 - Süddeutsche Zeitung:
"Muss VW für die Emissionen der Autofahrer haften?"

Zitate aus dem Bericht:

"Ein Biolandwirt aus Ostwestfalen legt sich vor Gericht mit dem Volkswagen-Konzern an."

"Sein Grünland - das Futter für seine Kühe - war in den letzten Jahren mehrmals von Missernten betroffen, der Boden erodiert, das Grundwasser sinkt, und in seinem Wald raffen Dürre und Borkenkäfer die Fichten und Kiefern hin. Kurzum: Der Ausstoß von Treibhausgasen muss reduziert werden. Und ein Emissions-Gigant wie VW soll seinen Beitrag dazu leisten."

Bei seiner Klage, für die er die Unterstützung von Greenpeace hat, stützt er sich auch auf die Entscheidung aus Karlsruhe sowie ein Verfahren vor dem OLG in Hamm gegen RWE.

Übrigens; der Erfolg der Grünen bei der LT-Wahl in NRW hat jetzt deutlich gemacht, dass es gerade die jungen Staatsbürger sind, die für ihr Recht auf eine Zukunft zu kämpfen bereit sind.

16.05.2022


Neue Naturkatastrophen - Tornados in NRW

22.05.2022 - Rheinische Post:
"Tornados hinterlassen Schäden an mehr als 100 Gebäuden"

Zitat aus dem Bericht:

"Gefährliche Tornados hatten am Freitag in mehreren Orten im Osten Nordrhein-Westfalens massive Zerstörungen angerichtet. Allein in Paderborn wurden 43 Menschen verletzt, darunter 13 schwer. Auch in Lippstadt im Kreis Soest und im Kreis Höxter bildeten sich Tornados, bestätigte der Deutsche Wetterdienst."

Das sind Ereignisse, die wach rütteln sollten. Mir geht das ganz besonders nahe, handelt es sich doch um meine Heimat. Aus dem Paderborner Land stammen meine Vorfahren väterlicherseits. Auch wenn ich keine direkten verwandtschaftlichen Beziehungen dorthin mehr habe, so berührt mich das Schicksal der Menschen doch in ganz besonderer Weise.

Paderborn ist eine alte Bischofsstadt. Den Dom und die Innenstadt habe ich seit meiner frühen Jugend immer wieder besucht. Für mich stellt sich angesichts der Ereignisse eine tiefe Sinnfrage, die ich inzwischen aus Anlass der Corona-Pandemie formuliert habe. Für mich ist das alles ein Weckruf, endlich aufzuhören, Gottes herrliche Schöpfung zu zerstören aus Gier nach immer mehr materiellem Wohlstand. Wann wird die Menschheit endlich wach? Wann hört sie auf die Zeichen und versteht sie als Auftrag des Schöpfers, mit seinem Werk sorgsam umzugehen? Laut Psalm 104 Vers 4 macht Gott sich die "Winde zu Boten"! Den Tornado als Boten Gottes begreifen? Eine Frage, die sich angesichts der Bilder der Zerstörungen stellt.


Die Kosten von Naturschäden

Immer wieder habe ich auf das Zitat von Richard von Weizsäcker verwiesen, nach dem die Allgemeinheit noch immer die Kosten tragen müsse, die der private Markt extern verursacht, aber nicht in den Preis einkalkuliert. Er meinte, es sei besser, dass die Preise selbst die ökologische Wahrheit zum Ausdruck bringen sollten. Vergleiche dazu Benzinpreise - ein Dauerthema. Jahrelang ist das nicht beachtet worden!

Unter der Überschrift "Wann ist Weltuntergang?" berichtet die Süddeutsche Zeitung jetzt über die Bemühungen der Wissenschaft, "Planetare Grenzen" aufzuzeigen. Aufzuzeigen, wo die Belastungen liegen, die die Menschheit unserem Planeten zumutet, und warum diese auf die Preise der produzierten Güter aufgeschlagen werden sollten.

Vorgeschlagen wird, die Kosten der Umweltzerstörung endlich in den Preis der gewonnenen Güter einzurechnen. Mit vielen Beispielen wird aufgezeigt, wie sich das ökonomisch auswirkt. Am Ende des Artikels findet sich folgendes Fazit:

"Das Einpreisen von Umweltkosten sei vor allem ein Kommunikationsproblem. Man schafft ja keine neuen Kosten, sondern legt nur die realen Kosten offen."

Zwischen der Abschiedsrede des Bundespräsidenten und der jetzt vorgelegten Studie liegen rund 28 Jahre. Angesichts der Probleme, die immer offenkundiger werden, sind das vertrödelte Jahre und die fragende Überschrift zeigt auf, wohin uns die Langsamkeit treibt.

23.05.2022


Inhaltsverzeichnis dieser Seite:

11.08.2018 Start dieser Seite mit der Verknüpfung früherer Einzelanmerkungen
08.10.2018 Braunkohleausstieg
25.01.2019 Greta Thunberg und "Fridays for Future"
10.05.2019 Zwillingskrisen
29.05.2019 Potsdam-Institut für Klimaforschung
15.06.2019 Luxusprobleme - mit Nachträgen!
08.07.2019 Flüsse leiden unter Niedrigwasser
08.07.2019 Kontraproduktive Ideen

21.07.2019 Das große Dilemma - mit Nachträgen

24.07.2019 Mehr zahlen für Fliegen oder Wohnen?
29.07.2019 Erdüberlastungstag - mit Nachtrag vom 29.07.2021
24.08.2019 Waldbrände im Amazonas-Gebiet / Buschfeuer in Australien
23.09.2019 Die Wutrede von Greta Thunberg
24.09.2019 Massentourismus und seine Folgen - Sonderseite mit Nachträgen
26.09.2019 Eine unverständliche Kolumne!
14.11.2019 Venedig versunken in Wassermassen
05.12.2019 Sprit muss teurer werden
11.01.2020 Die Folgen der Digitalisierung

12.02.2020 Das "Zwillingsproblem" - eine Fortsetzung
                  und Hinweise zum Artenschutz als unsere Lebensgrundlage

06.03.2020 Bremst ein neuer Virus den Massentourismuns und die Wirtschaft?
14.03.2020 Interview mit Luisa Neubauer - letzter Nachtrag vom 22.07.2021
29.05.2020 Der Klimawandel ist angekommen!
04.01.2021 Neue Jahresmittelwerte - mit Nachtrag!

29.04.2021 Karlsruhe entscheidet für mehr Klimaschutz
                  jetzt mit einem Überblick über weltweite Klagen

15.07.2021 Unwetter mit gewaltigen Schäden
08.08.2021 Wirtschaftsinteressen contra Hochwasserschutz?
06.09.2021 Düstere Aussichten
27.10.2021 Wirtschaftliche Schäden neu berechnet
31.10.2021 Warum der Klimawandel menschengemacht ist
05.11.2021 Verantwortung der Superreichen
12.11.2021 "Klagelied für die Arktis"
04.04.2022 Bericht des Weltklimarats IPCC vorgelegt
29.04.2022 Hitzewelle in Indien und Pakistan
16.05.2022 Umweltklage eines Bio-Bauern