Coronavirus-Pandemie

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Ich habe bereits zu einzelnen Themenbereichen auch auf die Berichte über die Coronavirus-Pandemie hingewiesen und dazu Stellung bezogen:

Die Berichte über die Pandemie überschlagen sich. Erforschung der Ursachen und Wege der Verbreitung laufen auf Hochtouren. Da möchte ich hier nicht versuchen, noch mitzuhalten. Mich bewegt jetzt ein anderes Szenario - der Versuch einer Deutung. Dazu möchte ich zunächst noch zwei weitere externe Links anschließen, auf die ich bereits in einigen der vorstehend verlinkten Anmerkungen verwiesen habe:

In dem Buch über die Bibel

wird geschildert, wie und warum Religionen entstanden sind.

Als der Mensch im Laufe seiner evolutionären Entwicklung auch ein Bewusstsein für die Wahrnehmung der wechselnden Verhältnisse in seiner Umwelt entwickelte, entstand daraus auch die Frage, wie diese beeinflusst sind. In alten Mythen entwickelte sich daraus der Glaube an eine Welt mit vielen Göttern, bei denen jeder für eine besondere Erscheinungsform zuständig sei und den Menschen gezielt für seine Interessen einsetze. Der Streit der Götter wurde stellvertretend unter den Menschen ausgetragen. Kriege und Seuchen bei den Menschen wurden als Folgen der "göttlichen Streitereien" gedeutet.

In der jüdischen Tradition entstand dann die monotheistische Vorstellung vom Schöpfergott und alleinigem Herrscher über Himmel und Erde, dem alles untertan ist. Es waren dann die Propheten, die die Geschehnisse in der Welt deuteten und ausgestattet mit der Weisung Gottes unter Androhung von Strafen das Volk zur Umkehr aufriefen, wenn sie einen Verstoß gegen die göttliche Ordnung feststellten. Die Geschichte von der Einsetzung der 10 Gebote ist die theologische Überhöhung der Erkenntnis, dass das Zusammenleben der Menschen nicht ohne Regeln funktionieren kann. Dies zieht sich durch das gesamte Alte Testament. Die 10 Gebote sind so genial, dass sie letztlich zur Grundlage der Menschenrechte erhoben wurden.

Das Buch über das Ende der Evolution

beschreibt die Folgen menschlicher Eingriffe in die Natur.

Zunächst habe der sich entwickelnde Mensch noch in Einklang mit der ihn umgebenden Natur gelebt. Später war der Mensch erfolgreich, sich in immer neuen Regionen niederzulassen, die vorhandenen Ressourcen auszubeuten und danach weiter zu wandern. So hat er nach Afrika das gesamte Erdenrund erobert.

Bis zu dem Zeitpunkt, dass die Europäer Amerika entdeckten und in der Folge der Seefahrt auf fremden Kontinenten Kolonialreiche errichteten, lebte die Menschheit - trotz nur leichten Wachstums und Erfindung der Landwirtschaft - noch immer in Einklag mit den natürlichen Ressourcen ihrer Umwelt. Der Glaube, nun völlig neue - insbesondere unbegrenzte - Ressourcen entdeckt zu haben, hat das Bevölkerungswachstum steigen lassen.

Nachtrag: Über das "Wachstum der Weltbevölkerung" berichtet umfassend auch das Berlin-Institut!

Statt dieses Wachstum rechtzeitig zu stoppen, haben sich die Menschen in immer schnellerem Tempo vermehrt und stehen plötzlich vor der Frage, wie sie sich noch ernähren können. Um den Nahrungsbedarf auf hohem Level zu sichern, wird in immer mehr Naturräume eingegriffen, diese werden zerstört und die Artenvielfalt - das Ergebnis einer Millionen Jahre erfolgreichen Geschichte - vernichtet.

Die vielfachen Wechselwirkungen in der Natur werden immer weiter eingeschränkt. Dieses Netz wird immer instabiler. Es droht zu reißen. Schuld daran sind unsere Ballungsräume und die riesigen Monokulturen, die erforderlich sind, die Nahrungsmittel für die Menschen in den Metropolen zu liefern. Die Vernichtung der Vielfalt hat Folgen für die Reproduzierbarkeit von Arten. Die erfolgreiche Evolution der Arten, die diese Vielfalt hervorgebracht hat, wird beendet. Es ensteht der Boden für die Ausbreitung von Pandemien, weil die Bevölkerungsdichte und eintönige Monokulturen keine Schutzwälle mehr bilden können. Schädlinge haben sich früher auf "Inseln" gebildet und waren umgeben von Feinden. Wenn heute Parasieten Monokulturen befallen oder in den Ballungsräumen Viren den Menschen als neuen Wirt entdecken, gibt es keine natürlichen Grenzen mehr gegen ihre Verbreitung. Sie wird sogar noch befördert durch die hohe, weltweite Mobilität.

Als ich dieses Fazit

über das Ende der Evolution vor Augen hatte und die Meldungen über die Verbreitung des Coronavirus immer mehr die Schlagzeilen beherrschten, wurde mir klar, welche Wirkungen der Mensch in seinem Herrschaftswahn ausgelöst hat. Dabei warnen doch schon seit vielen Jahren Wissenschaftler vor den Gefahren des Klimawandels und des Verlustes der Artenvielfalt. Aber niemand ist bereit, diese Warnrufe zu verinnerlichen und zur Umkehr aufzurufen.

Papst Franziskus hat einsam auf dem Petersplatz reumütig bekannt, dass die Menschheit das Stöhnen der Schöpfung nicht gehört hat. Aber wo ist die moralische Macht einer Religion geblieben, den Warnungen der Wissenschaftler als Propheten unserer Zeit Geltung zu verschaffen?

Ob wir nun die Ausbreitung des Coronavirus als Abwehrmechanismus der gebeutelten Natur begreifen oder als Strafe Gottes, weil wir seine Schöpfung zerstören, bleibt jedem nach seinem persönlichen Hintergrund selbst überlassen. Aber eine Lehre aus dieser Pandemie muss doch in jedem Fall lauten, dass es nach Überwindung der akuten Folgen kein "Weiter so" mehr geben kann. Wir müssen den Glauben an ein ungebremstes Wachstum einer auf Verschwendung ausgerichteten Konsumgesellschaft aufgeben und lernen, mit den Ressourcen auszukommen, die uns ohne Zerstörung der Natur zur Verfügung stehen. Diese Pandemie ist ein - vielleicht letzter - Weckruf, endlich sorgfältiger mit unserem Planeten und seinen Ressourcen umzugehen.

07.04.2020


Lösungsangebote der Wissenschaft

Immer wieder wird in den Medien auf die Nationale Akademie der Wissen-schaften "Leopoldina" als Ratgeber der Bundesregierung verwiesen. In ihrem jüngsten Gutachten beschreibt sie die Möglichkeiten, geordnet zu einem öffentlichen Leben zurückzukehren. Hier ein Link zu dem "Gutachten der Leopoldina"

Ich halte daraus folgendes Zitat für besonders wichtig:

"Weichen stellen für Nachhaltigkeit: Bereits bestehende globale Herausforderungen wie insbesondere der Klima- und Artenschutz verschwinden mit der Coronavirus-Krise nicht. Politische Maßnahmen sollten sich auf nationaler wie internationaler Ebene an den Prinzipen von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit, Zukunftsverträglichkeit und Resilienzgewinnung *) orientieren. Maßnahmen, die bereits vor der Coronavirus-Krise auf einer breiten wissenschaftlichen Evidenz und einem politisch-gesellschaftlichen Konsens beruhten, dürfen nicht abgeschwächt, sondern müssen weiterhin mit hoher Priorität umgesetzt oder sogar verstärkt werden. Wirtschaftliche Konjunkturprogramme sollten grundsätzlich mit den Zielen des europäischen „Green Deals“ vereinbar sein."

Das ist nochmals ein deutlicher Appell der Wissenschaft!

Ich habe bereits vorstehend angemahnt, dass es nach Corona kein "Weiter so" geben kann. Eine Abwendung von unserer Konsum- und Wegwerf-gesellschaft wird aber nur über den Preis zu regeln sein. Die Politik muss endlich die frühen Mahnungen unserer Altbundespräsidenten ernst nehmen. Sie hat schon viel zu lange gezögert, durch angemessene steuerliche Belastung umweltschädlicher Verbrauchsgüter deren Konsum zu stoppen.

*) Resilienz = psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen

15.04.2020


Theologische Deutungen der Pandemie

Ich hatte meine oben dargestellte Sicht auch Vertretern beider christlichen Kirchen zur Kenntnis gebracht. Eine zufrieden stellende Antwort habe ich darauf nicht erhalten. Dafür ist aber heute in der Rheinischen Post unter dem Titel
"Die Gesundheit der Menschen geht vor" ein Gastbeitrag von Pater Hans Langendörfer (Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz) erschienen. Die einleitende Zusammenfassung lautet:

"Eine Gottesstrafe ist die Corona-Pandemie nicht. Es gibt christlich verstanden keinen Rachegott. Das ist Konsens unter den Kirchenleuten. Aber Fragen bleiben doch offen für die Theologen. Wie sind die Krisenwochen theologisch zu deuten? Da gibt es bislang nur erste Antwortversuche. Sie haben gemeinsam, dass der weltweite Lockdown den Entgrenzungen des globalisierten, überhitzten Lebens ein jähes Ende setzte und somit auch eine global kulturkritische Dimension hat. Bisweilen gilt die Umkehr von einer fehlgeleiteten Globalisierung, von einem fragwürdigen Freiheitsverständnis oder einem Defizit an Sensibilität für die globale Ressourcenverschwendung als der Inhalt einer Lektion, die in Gestalt der Pandemie einer Menschheit zugemutet wird. Einer Menschheit, die ihre Kontingenz vergessen hat und sich übernimmt."

Ich sehe diesen Artikel eben auch als Antwort auf meine Darstellung an und stelle die simple Frage, was denn nun die filigrane Unterscheidung von "Gottesstrafe" und "Lektion" soll. Da waren die alten Propheten doch einfach deutlicher.

In dem Gastbeitrag werden allerdings auch kluge Fragen gestellt. Diese sind aber von Wissenschaftlern schon seit Jahrzehnten beantwortet worden. Abgesehen von Papst Franziskus haben die Kirchen insgesamt nicht die moralische Kraft aufgebracht, diesen Propheten unserer Zeit moralische Unterstützung zukommen zu lassen. Da ist immer nur von einem sanften Gott die Rede. Wenn aber Gott der Schöpfer ist, ist er es auch, der dieser seiner Schöpfung die Regeln der Evolution gegeben hat. Und wer gegen diese göttlichen / systemimmanenten Regeln verstößt, wird eben gemäß diesem Regelwerk bestraft.

24.04.2020

Nachtrag vom 18.05.2020:

"Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, ...." heißt es in der Bibel, nachdem die ersten Menschen von der verbotenen Frucht gegessen hatten.

Diese theologische Überhöhung der Grundlagen unserer Lebens-umstände ist doch nichts anderes, als der Hinweis darauf, was Kern des menschlichen Handelns ist. Es ist die Sorge um "unser tägliches Brot", wie es Jesus seinen Jüngern als Gebet aufgegeben hat.

Im Zuge der Ökonomisierung ist dies aber vollkommen unter-gegangen und das verdiente Geld wird von breiten Bevölkerungs-schichten nur noch in sehr geringem Umfang für die notwendigen Lebensmittel ausgegeben. Im Vordergrund stehen die Ausgaben für Mobilität, Elektronik und Freizeitgestaltung.

Die Corona-Pandemie lehrt uns, was wirklich relevant ist.


Schäuble als nachdenklicher Mahner

26.04.2020 - Tagesspiegel:
"Schäuble will dem Schutz des Lebens nicht alles unterordnen"

Zitate aus dem Interview:

"Aber wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig. Grundrechte beschränken sich gegenseitig. Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gibt, dann ist das die Würde des Menschen. Die ist unantastbar. Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen."

"Der Staat muss für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben. Sehen Sie: Mit allen Vorbelastungen und bei meinem Alter bin ich Hochrisikogruppe. Meine Angst ist aber begrenzt. Wir sterben alle. Und ich finde, Jüngere haben eigentlich ein viel größeres Risiko als ich. Mein natürliches Lebensende ist nämlich ein bisschen näher."

"Ich bin nicht mehr Finanzminister und erteile meinem Nachfolger keine Ratschläge. Man spürt jedoch im Moment ein verbreitetes Gefühl, wir könnten jedes Problem mit unbegrenzten staatlichen Mitteln lösen, und die Wirtschaft kriegen wir hinterher wieder mit einem Konjunkturprogramm in Gang.
Der Staat kann aber nicht auf Dauer den Umsatz ersetzen. Wir werden mit den klassischen Mitteln umso weniger anfangen können, je länger die Krise dauert. Wir werden strukturelle Veränderungen von Wirtschaft, Gesellschaft und Politik erleben. Ich hoffe, dass wir das als Chance nutzen, um manche Übertreibungen besser zu bekämpfen."

"Noch immer ist nicht nur die Pandemie das größte Problem, sondern der Klimawandel, der Verlust an Artenvielfalt, all die Schäden, die wir Menschen und vor allem wir Europäer durch Übermaß der Natur antun. Hoffentlich werden uns nicht wieder nur Abwrackprämien einfallen, die es der Industrie ermöglichen, weiter zu machen wie bisher."

"Über die letzten Jahrzehnte ist der Abstand zwischen den gut Verdienenden und den Menschen mit kleinen Löhnen größer geworden. Warum sollte das bei steigendem Wohlstand eigentlich unvermeidlich sein? Warum kann man das nicht anders machen? Es würden wohl viele Preise für Verbraucher höher werden müssen, aber das muss man dann in Kauf nehmen."

"Genauso müssen wir jetzt das Verhältnis von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft neu justieren. Ich bin überhaupt nicht dafür, das marktwirtschaftliche Prinzip des Wettbewerbs abzuschaffen. Aber zur sozialen Marktwirtschaft gehört auch, dass wir in dieser Lage über stärkere Ausgleichs- und Begrenzungsmechanismen sprechen müssen."

"Wir haben wahrscheinlich diese Art der Globalisierung übertrieben. Sie ist ja auch unfair. Erntehelfer aus Osteuropa waren bisher Leute, die Arbeiten machten, die wir nicht machen wollten, zu Löhnen, die wir nie akzeptiert hätten. Jetzt müssen sie uns zeigen, wie man Spargel überhaupt sticht. Die Corona-Krise zeigt uns zugleich, wie wichtig es ist, nicht nur auf uns selbst zu starren. Wir sind weltweit alle so vernetzt, dass wir gar nicht anders können als zusammenarbeiten."

Ich bin Herrn Schäuble für diese klaren Worte dankbar. Sie bestätigen viele Denkansätze, auf die auch ich in meinen Anmerkungen hingewiesen habe. Endlich eine Stimme mit Gewicht, die wieder die wesentlichen Aufgaben der Gesellschaft in den Mittelpunkt rückt!


Lockerungsübungen und Forderungen der Wirtschaft

Ohne hier einzelne Pressemeldungen und Kommentare zu zitieren, möchte ich nun doch meine Verwunderung zum Ausdruck bringen, wie leichtfertig nach Lockerungen der Abwehrmaßnahmen gerufen und Hilfen für die Wirtschaft gefordert werden. Angesichts der Unsicherheiten, wie die weltweite Entwicklung tatsächlich weiter geht, müssen alle Schritte sorgfältig abgewogen werden.

Die Bundesländer im Osten der Republik können ganz anders über Lockerungen nachdenken, weil dort das gesamte Corona-Geschehen angesichts der Siedlungsstrukturen in keiner Weise an das Geschehen in den Ballungsräumen von NRW, BW und Bayern heranreicht. In den Ballungsräumen sind es aber die Familien mit Kindern, denen die Möglichkeit genommen ist, sich in gewohnter Weise im Freien zu bewegen. Wenn nun über die Öffnung von Spielplätzen und Tierparks nachgedacht wird, damit Kinder sich wieder an frischer Luft bewegen und ihr Immunsystem trainieren können, ist das auch ein Aspekt der Gesundheitsvorsorge. Sie ist notwendig, muss aber behutsam überlegt und gestaltet werden.

Die vorsichtige Öffnung der Gotteshäuser und Kultureinrichtungen lassen sich bei Beachtung hygienischer Regeln rechtfertigen. Sind dies doch Einrichtungen, die für den Menschen als nach Sinnverständnis Suchendem geistige Anregung vermitteln.

Auch die Öffnung kleiner Läden für die Versorgung mit Dienstleistungen und Artikeln für den täglichen Bedarf ist sinnvoll. Die Öffnung von großen Möbelhäusern und Autosalons war aber ein totaler Fehlgriff. Damit wird nur wieder der Konsumrausch angeheizt. Und damit bin ich beim zweiten Teil der Überschrift zu diesem Abschnitt angekommen.

Ich habe keinerlei Verständnis für die Forderungen der Automobilwirtschaft nach Prämien. Wer in der Vergangenheit durch betrügerische Manipulationen die Abgasregeln ausgehebelt hat und sich millionenschwere Managergehälter leistet, verdient es nicht, jetzt mit staatlichen Mitteln gefördert zu werden. Auch die Firmen, die sich mit Steuersparmodellen der Solidarität mit dem Staatswesen entzogen haben, sollten Zurückhaltung üben. Es passt nicht zusammen, sich der Pflichten gegenüber dem Staat und seinen Bürgern zu entziehen, in einer kritischen Phase aber genau von diesen Hilfe zu fordern.

Bei den vom Staat und damit von allen Steuerzahlern zu finanzierenden Hilfen muss zunächst einmal der Mensch im Vordergrund stehen, der durch die Pandemie unverschuldet in eine Notlage geraten ist. Sinn der Hilfen kann es aber nicht sein, wieder die Wirtschaftszweige anzukurbeln, die verantwortlich sind für den Klimawandel und die Umweltzerstörung. Das muss nicht nur innerstaatlich sondern auch global bedacht werden. Da lob ich doch Bundesentwicklungsminister Gerd Müller, der ebenfalls die Coronakrise als Weckruf an die Menschheit bezeichnet und die deutsche Wirtschaft aufgefordert hat, zur Rettung des Klimas jetzt vom traditionellen Kapitalismus abzukehren.

Und noch einen Hinweis an die Bundespolitiker halte ich für dringend geboten. Wenn jetzt irgend wann die Rechnung für alle die Hilfsmaßnahmen präsentiert wird, macht es sich überhaupt nicht gut, wenn es der Bundestag nicht rechtzeitig vor der nächsten Wahl schafft, endlich das Übel mit den Überhang- und Ausgleichsmandaten in den Griff zu bekommen. Die Bundespolitiker können nur dann auf verständnisvolle Zustimmung der Bürger hoffen, wenn sie die eigene Gier nach immer mehr Mandaten und den daran hängenden Mitarbeiterstäben ablegen.

04.05.2020


Wegen der Reisebranche verweise ich auf meine Ausführungen zum Massentourismus und den dadurch erzeugten Umweltschäden.


Zu den positiven Auswirkungen für den Klimaschutz finden Sie hier Links zu den Luftbildaufnahmen von China und Europa.


22.05.2020 - Rheinische Post:
"Bundesregierung will offenbar einmaligen Familienbonus zahlen"

Zitat aus dem Bericht:

"Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will offenbar im Rahmen eines Konjunkturpakets zur Belebung der Wirtschaft auch einen Familienbonus zahlen."

Die Idee der Förderung von Familien ist dem Grunde nach immer zu begrüßen. Kritisch an der jetzigen Idee ist aber der Umstand, dass der "Bonus (...) ohne zusätzliche Bürokratie die Kaufkraft stärken und dem Einzelhandel zusätzliche Nachfrage bringen" könne.

Wegen meines Verständnisses von Familienpolitik verweise ich zunächst einmal auf meine grundsätzlichen Ausführungen zur Gesellschaftspolitik. Auch in meinen Ausführungen zum Splittingtarif habe ich dargelegt, warum ich dessen Ausbau zu einem echten Familiensplittung fordere; auch, um endlich die Kalte Progression abzumildern. Diese Denkansätze zu verfolgen, ist der Politik aber bisher sehr schwer gefallen.

Rahmenbedingungen herzustellen, damit Familien ihr Leben eigen-verantwortlich und -wirtschaftlich gestalten können, ist nie wirklich Ziel der Fiskalpolitik gewesen. Da tummeln sich lieber die Sozialpolitiker mit immer neuen Ideen der Einzelfallgestaltung. Darum ist auch der jetzt in den Raum geworfene Familienbonus viel zu verdächtig, mit großer Schau tatsächlich anderes bezwecken zu wollen.

Es geht mal wieder allein darum, den Konsumrausch anzufeuern. Dabei hat es doch - wie schon auf dieser Seite dargelegt - genug Stimmen gegeben, die vor einen Rückfall in die Verschwendungsmentalität vor Corona warnen. Da passt es nicht, mit allen Mitteln wieder den Konsum ankurbeln zu wollen. Das vermüllt nur weiter die Umwelt.

Und dann fällt mir noch ein alter Karnevalsschlager ein: "Wer soll das bezahlen?" Treffen wird das im Zweifelsfall wieder diejenigen, denen man vorgeblich helfen will. Den Spitzensteuersatz zu erhöhen, wird den Politikern weiterhin schwer fallen.


Inhaltsverzeichnis dieser Seite:

07.04.2020 Start mit der Suche nach Zusammenhängen
15.04.2020 Lösungsangebote der Wissenschaft
24.04.2020 Theologische Deutungen der Pandemie - mit Nachtrag
26.04.2020 Schäuble als nachdenklicher Mahner
04.05.2020 Lockerungsübungen und Forderungen der Wirtschaft
22.05.2020 Familienbonus für die Konjunktur