Bebauungsplan Locher Wiesen

- Die Geschichte von der Vernichtung eines Biotops -

Mit einem CDU-Info-Abend am 04.11.2011 fing es an:

Heute Abend hat die CDU-Reusrath mal wieder in klassischer Weise über die Pläne eines Investors berichtet, ein neues Wohngebiet zu erschließen. Die Frage, ob das überhaupt so notwendig ist, ob es Alternativen gibt, oder welche Probleme damit verbunden sein könnten, wurde bei der Vorstellung nicht hinreichend deutlich.

In der Diskussion wurden dann erhebliche Bedenken von den zahlreich anwesenden Bürgern vorgebracht. Selbst der ehemalige Bürgermeister bekundete auffallend ehrlich, dass diese Ideen bereits 15 Jahre in seiner Schublade gelegen hätten, von ihm aber bewusst nicht angefasst worden seien.

Die Bürger der angrenzenden Bebauung wiesen auf die erheblichen Entwässerungsprobleme hin. Auch die Verkehrsanbindung bereitet ihnen Kopfzerbrechen.

Von dem vortragenden stellvertr. Bürgermeister Dieter Braschoss wurde auch durchaus deutlich dargelegt, dass die Stadt letztlich froh sei, wenn ein privater Projektentwickler das dringend erforderliche Regenrückhaltebecken baut. Als Dankeschön bekommt er dann den Bebauungsplan. So direkt wurde das natürlich nicht gesagt - aber alle haben es wohl so verstanden.

Zutreffend ist, dass das in Rede stehende Gebiet seit vielen Jahren im Flächennutzungsplan zur Entwicklung für den Wohnungsbau vorgemerkt ist. Die Initiative gegen den B-Plan weist aber zu Recht darauf hin, dass es bereits rechtskräftige Pläne in ausreichender Menge gibt und zu beobachten ist, dass Bauvorhaben nur schleppend veräußert werden können. Das liegt sicher an den inzwischen sehr hohen Preisen von mehr als 300.000 Euro pro Reihenhaus. Wie sich zum Ende der Veranstaltung aber herausstellte, sollen hier wohl nur Grundstücke veräußert werden und das Baurisiko allein von privater Seite getragen werden. Der Projektentwickler kennt offensichtlich die Entwässerungsprobleme.

Mein Vorschlag sieht anders aus.

Der höher gelegene Abschnitt des Plangebietes - die ehemalige Gärtnerei - liegt so zentral zum Ortskern mit Pfarrheim, Nahversorger und Ärzten, dass er hervorragend geeignet ist, mit barrierefreien Geschosswohnungen für Senioren bebaut zu werden. Eine ansprechende Gestaltung der verbleibenden Grünflächen unter Einbindung des nahen Friedhofs könnte zugleich eine ortsnahe Grünzone für Spaziergänge bieten. Das wird auch der Vorstellung gerecht, dieses Gebiet als innerstädtische Durchlüftungszone zu erhalten und trotzdem angemessen zu gestalten.

Einschub vom 29.10.2015: "Spaziergänger lieben Friedhöfe"
Ein Bericht der Rheinischen Post, der den kulturellen Wert der Friedhöfe beschreibt und darglegt, dass Friedhöfe als Grünzone auch noch einen Erholungswert besitzen. Schön, dass dieser Gedanke Anklang findet. Nur in Langenfeld hat das noch kein Verantwortlicher begriffen; sonst wäre man im Verlauf des B-Plan-Verfahrens auf meine Anregungen positiv eingegangen.

Für einen solchen Geschosswohnungsbau gibt es auch ein echtes Bedürfnis. Es gibt viele Senioren, die sich in ihrem Einfamilienhaus nicht mehr wohl fühlen, weil ihnen die Arbeit zu viel wird. Die suchen dringend nach adäquatem Wohnraum mit Rund-um-Betreuung. Ihr bisheriges Eigentum würden Sie gerne verkaufen. Es dürfte auch eine preiswerte Alternative für junge Familien darstellen, die sich die teuren Neubauprojekte nicht leisten können. Durch einen solchen "Wohnungstausch" könnten viele Interessen bedient werden.

Notwendig ist auch, den Friedhof mit einem ausreichenden Parkplatz auszustatten. Selbst der völlig unzureichende Schotterplatz soll nach den vorgelegten Plänen bebaut werden. Gerade am Allerheiligentag und den Tagen zuvor konnte man wieder beobachten, wie die Zugänge zugeparkt werden. Das ganze Umfeld hat einen sehr negativen Charakter und wird der Würde eines Friedhofs keinesfalls gerecht.

Für meine Anmerkungen erhielt ich zwar viel Beifall aus dem Publikum, die Politik hielt sich aber auffallend zurück. Sie vertritt wohl nur wirtschaftliche Interessen.

Langenfeld, den 4. November 2011

Inzwischen habe ich im Internet einen aufschlussreichen Presseartikel zu dem Thema gefunden. Die darin zitierte Aussage von Baurat Hans-Otto Weber lässt die schwammigen Formulierungen auf der Infoveranstaltung der CDU zur Volksverdummung verkommen.

So berichtet die Rheinische Post über die Veranstaltung.


Sitzung des Planungsausschusses

Heute hat der Planungsausschuss getagt und die Aufstellung des Bebauungsplans "Locher Wiesen" beschlossen. Das ist formal in Ordnung, um alle Anregungen detailliert zu prüfen. Hinsichtlich der Art der Bebauung ist meine Anregung aufgegriffen worden, barrierefreien Geschosswohnungsbau in den Plan aufzunehmen.

Die Entwässerungsprobleme sollen im Rahmen des bestehenden Entwässerungsplans gelöst werden können. Das werde schon kurzfristig in der Weise angegangen, dass der Bach an der Wiesenstraße aufgeweitet werde, um den Wassermassen dort mehr Ausweichflächen zur Verfügung zu stellen. So werde der Engpass an der Unterquerung der Trompeter Straße entlastet.

Das hört sich gut an; es offenbart aber auch, woher der plötzliche Druck kommt. Während der städtische Fachbereichsleiter noch immer glaubt, den Bürgern vorhalten zu müssen, nicht genügend Eigenschutz betrieben zu haben, knickt er ersichtlich vor der Sparkasse ein, nachdem diese im letzten Sommer in den Fluten versunken war.

Langenfeld, den 17. November 2011

Die Rheinische Post hat jetzt zwei getrennte Berichte veröffentlicht:
Sitzung des Planungsausschusses
Lösung der Entwässerungsprobleme

Und so berichtet WZ-Newsline

Neue Fakten und Gerüchte - Eine Abholzaktion im Plangebiet.

Inzwischen hat sich die Verwaltung gegen die an diese Aktion geknüpften Gerüchte gewandt und fordert die Aufforstung der gerodeten Fläche. Mal abwarten, ob das ernst gemeint ist oder nur Beruhigungspillen sind. Immerhin hat Langenfeld keine Baumsatzung und jeder Bürger ist frei, Bäume auf seinem Grundstück nach eigenem Geschmack zu roden.

Langenfeld, den 1. Dezember 2011

Ratssitzung - Ein Bericht der Rheinischen Post vom 15.12.2011.

Damit sich jeder ein Bild von der Sumpfwiese machen kann:

Langenfeld, den 17. Dezember 2011

Und so berichtet WZ-Newsline am 20. Dezember 2011 über die Sumpfwiese.

Meine eigenen Fotos und das in der Presse veröffentlichte Bild machen deutlich, an welcher Stelle des Plangebietes es sich anbietet, einen Teich nach dem Muster des Landschaftsparks Richrath anzulegen. Schließlich wurde die dortige Anlage zur Entwässerung des "Pastorenviertels" errichtet. Das war s.Zt. eine gute Idee, die Probleme der Anlieger zu lösen und dem Landschaftspark einen besonderen Pfiff zu geben.

Will man aber wirklich in dem unteren Bereich der Locher Wiesen Wohnbebauung zulassen, schlage ich vor, zur Auflage zu machen, dass zwischen den einzelnen Grundstücken statt Grenzzäunen Gräben vorgeschrieben werden - und der Bebauungsplan sollte den Arbeitstitel "Klein-Venedig" erhalten.

Langenfeld, den 21. Dezember 2011

Weitere Fotos von Herrn Andreas Menzel:


Öffentliche Anhörung am 15. März 2012

Mit einer öffentlichen Anhörung geht es jetzt weiter. Näheres finden Sie auf der Internetseite der Stadt Langenfeld. (Anmerkung: Offensichtlich hat die Stadt diese Einträge nach der Anhörung gelöscht - Transparenz sieht allerdings anders aus. Deshalb finden Sie jetzt hier eine Skizze, die ich mir rechtzeitig aus den Unterlagen abgespeichert hatte.)

Beim Sichten dieser Vorlagen fällt auf, dass die von der CDU in der Planungsausschusssitzung eingeforderten Zugeständnisse hinsichtlich barrierefreien Geschosswohnungsbaus noch nicht in die Pläne eingearbeitet worden sind. Schade, dass mal wieder nur die bekannten Pläne eines Investors diskutiert werden sollen und die versprochene Alternative nicht vorgelegt wird.

Langenfeld, den 05. März 2012

Die zu dieser Sitzung inzwischen vorliegenden Berichte bestätigen den Verdacht, dass die Stadt Langenfeld mal wieder versucht, sich mit trickreicher Vermarktung von Grundstücken einer seit Jahren schwelenden Last zu entledigen. Wer allerdings glaubt, damit das Problem der Entwässerung Reusraths zu lösen, muss sich mit dem vergleichen lassen, der den Teufel mit Beelzebub austreiben will.

Blickt man einmal als Spaziergänger vom Wegekreuz an der Alten Schulstraße sowohl auf die Locher Wiesen als auch auf den Galkhauser Wald, durch den der Reusrather Bach seinen Abfluss sucht, stellt man schnell fest, dass die Wiesen tatsächlich in einem Loch liegen. Warum sonst ist der Bach vor seinem Zusammenfluss mit dem Hapelrather Bach im Klinikbereich häufig trocken gefallen, während die Wiesen sich noch immer als Feucht-Biotop präsentieren?

Langenfeld, den 17. März 2012

Und so berichtet WZ-Newsline am 19. März 2012 über die Anhörung. Ein Bericht der RP war bereits am Wochenende im Lokalteil erschienen.


Junge Familien

Jetzt hat der Bürgermeister die Katze endgültig aus dem Sack gelassen. Nicht nur, dass die Stadt sich weigert, die Lösung des Regenwasserproblems aus eigenen Mitteln zu finanzieren; nein, jetzt sollen auch noch junge Familien bluten, um die jahrelange Missachtung des Problems zu lösen. Dabei hatte Herr Weber doch die Hoffnung geäußert, mit der bisher publizierten lockeren Bebauung Firmenchefs an Langenfeld binden zu können. Die sind aber offensichtlich klüger und lassen sich kein Biotop als Bauplatz andrehen.

Lesen Sie hierzu auch meinen Kommentar zu dem Bericht der Rheinischen Post vom heutigen Tage: Verlust an Ackerfläche Dort finden Sie auch weitere Informationen zum Biotopschutz.

Langenfeld, den 23. März 2012


Neue Berichterstattung

So berichtet WZ-Newsline am 10. April 2012, nachdem die Initiative zum Schutz der Locher Wiesen die Erkenntnisse über den gültigen Biotopschutz bekannt gemacht hat.

Die Rheinische Post titelt am 11. April 2012 mit der Schlagzeile "Streit ums Locher Biotop" und zitiert den Chefplaner der Stadt: "Wir haben nichts bewusst verschwiegen – es hat uns nur keiner danach gefragt". Tansparenz des öffentlichen Handelns sieht anders aus.


Weitere Infos finden Sie auch auf der
Internetseite von Andreas Menzel


Biotopschutz in Wiescheid

Im Ortsteil Wiescheid geht die Verwaltung rücksichtsvoller mit der Natur um. Vergl. Bericht über den Bau eines Parkplatzes für Haus Graven. - Und der Naturschutz in Wiescheid ist nicht höher qualifiziert als in Reusrath.

Selbst diese Pläne der Verwaltung stoßen aber erfreulicherweise bei den zuständigen Stellen auf Kreisebene auf Widerstand. Vergl. Bericht von WZ-newsline.

Diese "Randnotiz" entwickelt sich inzwischen zu einem heftigen politischen Streit, den ich nunmehr auf einer neuen Seite kommentiere.


So geht es weiter

In einem neuen Bericht vom 15.05.2012 fasst WZ-Newsline alle Fakten noch einmal sehr übersichtlich zusammen. Dabei wird auch auf den nächsten Termin des Ausschusses für Planung und Umwelt hingewiesen. Am 28. Juni steht das Thema wieder auf der Tagesordnung.

Langenfeld, den 15. Mai 2012

PS: Noch ein interessanter Bericht über den Verbrauch der Flächen und Vernichtung der Artenvielfalt ist zu finden beim WWF - "Planet am Limit". Die Lösung der großen Probleme beginnt im Kleinen! Also beginnen wir mit dem Biotopschutz vor der eigenen Haustür!


Sitzung des Planungsausschusses

Ich habe heute die Sitzung des Planungsausschusses verfolgt und freue mich, dass alle meine Anregungen ihren Niederschlag in einem überarbeiteten Plan gefunden haben.

Wenn der Planungschef allerdings in einem Nebensatz darauf hinweist, dass sich wohl kaum ein Investor für den barrierefreien Geschosswohnungsbau finden werde, müsste das einmal ernsthaft hinterfragt werden. Das vorliegende Bodengutachten macht nämlich deutlich, dass es ein Problem sein wird, wasserdichte Keller zu errichten. Und ob das nun vorgesehene Regenrückhaltebecken bei Starkregen ausreicht, das Wasser zu sammeln und zügig versickern zu lassen, bleibt auch fraglich.

Nun ist bautechnisch heute vieles möglich. Der Schutz gegen das Regenwasser wird aber teuer. Welcher Investor wird das Risiko tragen? Dieses auf die Käufer der zahlreich für die Einzelbebauung ausgewiesenen Grundstücke abzuwälzen, stellt die Verantwortlichen vor Haftungsfragen. Interessenten sollten sich über die Herkunft des Namens "Locher Wiesen" informieren.

Nicht im neuen Plan enthalten ist ein Parkplatz für die Friedhofsbesucher. Hierzu gab der Planungschef den Hinweis, dass es Aufgabe der Kirche sei, dafür auf eigenem Gelände zu sorgen. Tatsächlich arbeitet die Kirchengemeinde inzwischen an der Planung; die Ausführung ist aber bis zur Erschließung des Plangebietes zurückgestellt worden.

Langenfeld, den 28. Juni 2012 - zuletzt überarbeitet am 2. August 2012

So berichtet WZ-Newsline am 30. Juni 2012 über die Sitzung.


Bitte lesen Sie auch weiter unter "Regionalplanung"


Unter dem Titel "Locher Wiesen fest im Blick" berichtet WZ-newsline am 8.11.2012 über neue Vermutungen, dass das Biotop bewusst zerstört werde, um eine Bebauung doch noch möglich zu machen. Dazu ist ergänzend darauf hinzuweisen, dass fast das gesamte Areal als zu schützendes Biotop gekennzeichnet ist und es nicht nur um den kleineren Ausschnitt des tatsächlich gesetzlich geschützten Bereichs geht, der bebaut werden soll. Das Bauvorhaben ist keine Achtung vor der Natur.

Langenfeld, den 9. November 2012

Übrigens; schon länger ist bekannt, dass der Galkhausener Bach am Kulturzentrum renaturiert wird (ein Bericht der Rheinischen Post vom 08.03.2012). Pikant daran finde ich, dass die Stadt mit einer Aktion im Stadtzentrum prahlt, die andere bezahlen. Das im Ortsteil Reusrath liegende Biotop, dessen Überschusswasser aus dem Reusrather Bach in den Galkhausener Bach abfließt, wird dagegen zerstört, um Geschäfte zu machen. Ein eigenwilliges Verständnis von Politik und Naturschutz.

Ein aktueller Bericht über die jetzt laufenden Arbeiten findet sich bei WZ-newsline - Westdeutsche Zeitung.

Langenfeld, den 5. Dezember 2012

Über den Abschluss der Arbeiten am Galkhausener Bach berichtet die Rheinische Post unter dem Titel: "Langenfeld-Mitte - Am Galkhausener Bach wächst Idylle heran" Schade nur, dass vorhandene Idylle in den Ortsteilen keinen so hohen Stellenwert erlangt.

25. April 2013


"Locher Wiesen" jetzt auch auf YOUTUBE !


Unter dem Titel "Naturschützer kritisieren Bebauungspläne" berichtet WZ-newsline am 13.05.2013 darüber, dass jetzt die Stellungnahme des BUND bekannt geworden ist. Die Natürschützer lehnen die Bebauung weitgehend ab.


Flutwelle im Osten und Süden Deutschlands

Auswirkungen auch für Planungen in Langenfeld?

Jetzt rollt eine Flutwelle durch Deutschland. Und die Diskussion hat mal wieder den Klimawandel in den Blick genommen. Aber ist es nicht so, dass der Mensch immer geglaubt hat, er könne die Natur bezwingen? Mit der Häufung der Wetterextreme stellt sich aber die Frage nach unserem Umgang mit der Natur.

In der FAZ werden unter der Überschrift "Hochwasserschutz: Aus Schaden nicht klug geworden" Einsichten und die Schwierigkeiten ihrer Umsetzung aufgelistet. Das ist sicher alles richtig. Aber gibt es auch bei uns im flachen Rheinland Konsequenzen zu ziehen?

Ich meine, dass man auch im örtlichen Bereich global denken muss.

Wenn eine Stadt wie Langenfeld hingeht und typische Biotope einem Neubaugebiet opfern will, fragt man sich, ob hier engstirnig gedacht wird. Auch wir können vor Ort viel dazu beitragen, dass bei starkem Regen Flüsse nicht überflutet werden.

Das Reusrather Loch ist ein natürliches Gelände, um den schnellen Abfluss von Niederschlagswasser zu bremsen und so unsere eigene Innenstadt und letztlich den Rhein zu entlasten. Dieses Gebiet nun zu bebauen und zum Trost mit einem Regenrückhaltebecken auszustatten, das dann auch noch aus dem Erlös der vermarkteten Grundstücke finanziert werden soll, ist kein adäquater Umgang mit der Natur. Warum nicht der Landschaft ihre Natürlichkeit belassen?

Die Meldungen über die Flutwelle im Osten und Süden Deutschlands sollten auch uns in Langenfeld nachdenklich machen. Hier ist schon genug Fläche versiegelt worden. Das sollte so nicht weiter gehen. Auch hier könnten eines Tages Regenmassen mit weitreichenden Folgen niedergehen.

Langenfeld, den 3. Juni 2013


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
"Gewässerschutz"


Neue Pläne - ohne Diskussion mit den Bürgern?

Am 20.6.2013 findet eine Sitzung des Planungsausschusses statt, auf der ein neuer Bebauungsplan "Re-54 Barbarastraße / Locher Weg" vorgelegt wird. Auf eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit soll verzichtet werden.

Dabei ergeben sich wesentliche Änderungen gegenüber der bisher bekannten Planung. So soll jetzt tatsächlich das sog. Erdbeerfeld vollständig bebaut werden. Auch hat die Kirchengemeinde zugestimmt, einen Streifen der für eine Erweiterung des Geländes vorgesehenen Fläche zu bebauen. Auch wird die Verpflichtung aus einem älteren Bebauungsplan, einen Parkplatz für den Friedhof zu errichten, aufgegeben; die Kirchengemeinde hat aber angeboten, freiwillig auf dem Friedhofsgelände Parkplätze zu gestalten. Wie und wo ist nicht dargestellt, sondern nur textlich als Möglichkeit für zulässig erklärt.

Ich meine, dass damit Grund genug besteht, diese Pläne in einer Bürgeranhörung zu erörtern. Meine Kritik habe ich in einer ausführlichen Stellungnahme (PDF-Datei) zusammengefasst und an Politik, Verwaltung und Presse weitergeleitet.

Inzwischen sind auch Bilder von einer Überschwemmung der Locher Wiesen im Jahre 1992 aus privaten Archiven aufgetaucht:

Woher die Stadt den Mut nimmt zu behaupten, es gebe kein Überschwemmungsproblem, ist mir schleierhaft. Wer glaubt, diese Mengen mit einem Regenrückhaltebecken bewältigen zu können, kann nicht ernst genommen werden.

Langenfeld, den 12. Juni 2013

Unter dem Titel "Umstrittene Siedlung wird noch größer" berichtet die Rheinische Post über die anstehende Sitzung. Dazu habe ich folgenden Leserbrief geschrieben:

Nach den Fluten der Donau und Elbe wird in Deutschland endlich ernsthaft darüber diskutiert, dass wir einen anderen Umgang mit der Natur brauchen. Mit technischen Lösungen können wir die zunehmende Gefahr von Überschwemmungen nicht beherrschen. Diese Erkenntnis ist aber in Langenfeld offensichtlich noch nicht angekommen. Dabei will die Verwaltungsspitze mit Projekten für Windkraft und Solarenergie ökologisch punkten, betreibt auf der anderen Seite aber mit aller Macht die Zerstörung eines Biotops, um durch den Zuzug aus anderen Städten die auch hier sinkende Einwohnerzahl zu halten. Wie beherrscht ist Langenfeld inzwischen von der Bau-Mafia? Hier nimmt man offensichtlich den Grundsatz "Nach mir die Sintflut" ganz wörtlich.

Langenfeld, den 18. Juni 2013

Übrigens; ein Blick in meine Heimat, von der jetzt ein Unwetterereignis gemeldet wird und die nicht an einem großen Fluss liegt, zeigt aktuell, was bei Starkregen alles möglich ist: "Land unter nach Gewitter in Gütersloh". Wie dort das Wasser in einer kleinen Senke zusammengeflossen ist, entspricht genau dem, was bei den Locher Wiesen über Jahre zu beobachten ist.


Sitzungsverlauf

Ich habe gestern die Sitzung des Planungsausschusses besucht. Es war schon tief beeindruckend, wie die Fachvertreter der Verwaltung immer wieder versuchten, alle angesprochenen Probleme rund um die gesamte Planung als technisch beherrschbar darzustellen.

Wenn Herr Krömer (B/G/L) den Vortrag des für die Entwässerung zuständigen Referatsleiters Honskamp als "Rumgeeier" bezeichnete, mag der sich zwar angegriffen fühlen, es traf aber den Kern. Honskamps Vergleich der Locher Wiesen mit einer Schale Wasser, in der ein Schwamm das eingeflossen Wasser lange festhalte, war mir eine Steilvorlage, um noch einmal die Herkunft der Ortsbezeichnung in Erinnerung zu rufen.

Wie bereits im ersten Artikel (oben, zweiter Absatz) dargelegt, waren der Verwaltung alle Probleme bekannt, sodass der Altbürgermeister in der ersten Veranstaltung erläutern konnte, warum er die bereits vor Jahren gestellten Anträge aus gutem Grund immer abgelehnt habe. Wenn die Verwaltung jetzt so tut, sich erst im Laufe des neuen B-Plan-Verfahrens mit all den Fragen zu beschäftigen, zeigt das doch nur, dass sie nie Herr des Verfahrens war. Sie ist dort von interessierter Seite hineingetrieben worden.

Und noch eine Anmerkung muss hier gemacht werden, um das überraschende Verhalten der Kath. Kirchengemeinde zu erklären. Nach meinen Recherchen war man dort davon ausgegangen, mit hohen Anliegerbeiträgen belastet zu werden, für die man keine andere Finanzierungsmöglichkeit gesehen habe, als sich nun selbst in das Projekt einbinden zu lassen.

Ich konnte den Kirchenvorstand inzwischen darauf hinweisen, dass für den Friedhof keine Anliegerbeiträge zu entrichten sind. In dem dazu ergangenen Urteil des OVG Lüneburg vom 09.08.1962 - I OVG A 127/61 - wird ausgeführt, dass es sich bei dem Friedhof um eine Einrichtung handelt, die keinen wirtschaftlichen Erfolg abwirft. Aber nur derjenige ist verpflichtet Anliegerbeiträge zu entrichten, der aus der Erschließungsmaßnahme einen wirtschaftlichen Erfolg erzielt. Es fragt sich, wer da den Kirchenvorstand auf eine falsche Fährte gelockt hat.

Trotz des Protestes der anwesenden Bürger und von den Parteien der Opposition überzeugend vorgetragener Argumente ist der B-Plan mit der Mehrheit von CDU und FDP in die nächste Runde verabschiedet worden. Immerhin konnte die Opposition durchsetzen, dass entgegen der Beschlussvorlage doch noch eine öffentliche Bürgeranhörung stattfinden soll.

Langenfeld, den 21. Juni 2013

Und so berichtet die Presse:

RP: "Locher Wiesen - wie ein Schwamm"
WZ: "Bebauung der Locher Wiesen: 'Das ist versuchte Täuschung'"

Plan nunmehr im Rat beschlossen

Über die Diskussion und den Beschluss in der Ratssitzung am 9. Juli berichtet die Rheinische Post "CDU: Locher Wiesen werden bebaut"

So sehr ich mich freue, dass mein Vorschlag insoweit aufgegriffen worden ist, nicht nur Reihenhäuser, sondern eben auch seniorengerechtes Wohnen auf der ehemaligen Gärtnerei zu ermöglichen, so ist es doch für alle bedauerlich, dass der weitere Vorschlag, über eine Grünzone nach dem Vorbild in Richrath nachzudenken, nicht ernsthaft diskutiert worden ist. Jetzt wird der Plan schön geredet und Bauinteressenten in ein riskantes Vorhaben gelockt.

Langenfeld, den 11. Juli 2013

 

Möchten Sie wissen, was die blaue Markierung auf dieser Karte bedeutet,
dann klicken Sie bitte weiter zum Thema

Hubschrauberlandeplatz.

 

 

 

 

 

 

 

Meldung der Rheinischen Post vom 16.07.2013:
"Locher Wiesen: nicht mehr lukrativ"

Bleibt nun abzuwarten, wie Verwaltung und Politik reagieren.


Auf der Diskussionsseite von "lokalkompass.de" habe ich jetzt folgenden Beitrag gefunden: Wohin mit der "Generation Gold"?. Das bestätigt meine These, dass in Langenfeld die falschen Projekte geplant werden!


Bürgerinformation

Am Donnerstag, 12. September 2013 findet um 19.00 Uhr im Bürgersaal des Rathauses eine Bürgerinformation zu dem Bebauungsplan "Re-54 Barbarastraße / Locher Weg" statt. Die Pläne sind auch noch einmal öffentlich ausgelegt; Einwendungen können in diseser Zeit erhoben werden.

31.08.2013

Presseberichte:

13.09.2013 WZ-newsline: Locher Wiesen: "Wer da baut, baut auf Wasser"


Unter der Überschrift "Landschaftspark Fuhrkamp wird größer" berichtet die Rheinische Post darüber, dass nunmehr der Landschaftspark in Richrath erweitert werden kann. Insbesondere komme der damit zu ereichende Vorteil allein dem Ökokonto der Stadt zu Gute. Damit entsteht die Möglichkeit, den Ausgleich für neue Baugebiete im Langenfelder Stadtgebiet herzustellen. Das ist zwar positiv zu sehen, sollte aber kein Grund sein, Biotope - wie die Locher Wiesen - zu zerstören.

07.09.2013


Wird das Biotop Locher Wiesen systematisch zerstört?

Die Rheinische Post greift einen Sachverhalt auf, den Herr Menzel, Sprecher der BI zum Erhalt der Locher Wiesen, bereits den Behörden gemeldet hat. Zum wiederholten Male sind die Wiesen - insbesondere auch der Bereich, der unter besonderem gesetzlichen Schutz steht - unsachgemäß gemäht worden. Das Gelände sieht aus wie ein zerfurchter Acker. Der Biotopcharakter ist dahin. Es bedarf sorgfältiger Pflege, den Urzustand wieder herzustellen.

Es stellt sich die Frage, ob hier systematisch wertvolle Natur bewusst zerstört wird, um so auf Umwegen doch noch die von der Bürgerschaft abgelehnten Baupläne umsetzen zu können. Was gilt das Wort des Bürgermeisters, der angeblich die Schönheiten der Langenfelder Natur entdeckt haben will: "Blühstreifen schaffen Lebensräume". Und wenn Herr Anhalt auf die Zuständigkeit der Unteren Landschaftsschutzbehörde verweist, nicht aber endlich die Bebauungspläne stoppt, ist die Parallele zum Vorgehen der Stadt in Zusammenhang mit dem Antrag des Herrn Witte auf Errichtung eines privaten Hubschrauberlandeplatzes mitten auf dem Acker am Rande eines der Naherholung dienenden Landschafts-schutzgebietes offensichtlich.

Die BGL-Ratsfraktion liegt völlig richtig, wenn ihr Planungsexperte Andreas Krömer Sanktionen fordert. Schöne Worte des Bürgermeisters reichen nicht. Aktionen zum Schutz unserer letzten Naturschönheiten sehen anders aus. Da muss man sich auch mal energisch gegen die Wünsche der Baulöwen aussprechen.

21.11.2013

Auch Stadtmagazin-online berichtet!


Bitte lesen Sie auch: "Archäologische Grabungen in Langenfeld"


Abschließende Beschlussfassungen

Im Ratsinformationssystem der Stadt Langenfeld ist jetzt die Einladung zur Sitzung des Planungsausschusses am 30. Januar 2014 veröffentlicht. Aus der Vorlage geht auch hervor, dass die abschließende Beratung im Rat am 25. März 2014 vorgesehen ist.

Aus den Anlagen ist ersichtlich, dass betroffene Eigentümer nunmehr eine Anwaltskanzlei eingeschaltet haben (Stellungnahme der Bürger Nr. 22), die massive Einwändungen erheben und langwierige Rechtsstreitigkeiten ankündigen, wenn die Grundstücke ihrer Mandanten wegen des Biotop-Schutzes nicht bebaut werden können. Sie verweigern die Bereitstellung der für das Regenrückhalte- becken erforderlichen Flächen, wenn ihnen nicht im Gegenzug mehr Flächen als Bauland zugestanden werden. Die Anwälte gehen davon aus, dass wegen der daraus resultierenden Rechtsstreitigkeiten eine Umsetzung des B-Plans in den nächsten 10 Jahren nicht zu erwarten sei.

Die Politik hat jetzt zu entscheiden, ob sie den Baulöwen oder dem Naturschutz Vorrang einräumt.

17.01.2014

Übrigens: Seit wenigen Tagen sind auf der Internetseite der Stadt alle gültigen Bebauungspläne einsehbar - eine bürgerfreundliche Dienstleistung, für die ich schon vor Jahren als damaliges Mitglied der FDP-Fraktion gekämpft habe!

Und schauen Sie mal, was dort alles schon im B-Plan Re 27 - Locher Wiesen - so festgesetzt war! Die von der CDU vorgebrachten Gründe für den neuen B-Plan, man müsse Planungsrecht für das dringend benötigte Regenrückhaltebecken schaffen, bricht in sich zusammen. Das Recht gab es schon lange! Ein Schelm ...

Und für meine Forderung nach sachgerechten Parkplätzen war auch längst schon eine Lösung vorgesehen. Hier ein Auszug den Friedhof betreffend!

Und wer von den Verantwortlichen hat schon einmal darüber nachgedacht, dass mit dem neuen Plan eine gesicherte Rechtsgrundlage aufgegeben wird. Die neuen Festsetzungen sind nämlich wieder in vollem Umfang gerichtlich angreifbar. Und genau darauf zielt die Drohung einiger Grundeigentümer! Damit entwickelt sich die Planung zu einer unendlichen Geschichte, ohne dass eine Lösung für die Regenwasserproblematik in Reusrath in Sicht ist.

Wenn man diese aktuelle Erkenntnis richtig bis zu ihrem logischen Ende bedenkt, stellt sich die Frage, ob der Nichtausbau der RW-Anlagen zu Haftungsansprüchen geführt haben könnte, weil das seit rund 25 Jahren gültige Baurecht nicht genutzt worden ist, die Überflutungen der Keller zu verhindern.

Pressebericht hierzu:
WZ-online vom 20.01.2014: "Grundbesitzer setzten Langenfeld unter Druck"

Auch die Rheinische Post hat das Thema in ihrer Printausgabe aufgegriffen!

Der B-Plan ist am 30.01.2014 im PU und am 25.03.2014 im Rat mit den Stimmen von CDU und FDP dem Entwurf gemäß verabschiedet worden!

Hier finden Sie den nun verabschiedeten B-Plan Re-54 Barbarastraße / Locher Weg !


Locher Wiesen ist Thema im Wahlkampf

So urteilt der Bürgermeister in einer Podiumsdiskussion:
„Das ist doch nur eine feuchte Hundekackewiese.“

Und so liest sich das auf der persönlichen Homepage des Bürgermeisters:
„Wohnbebauung Locher Wiesen in Reusrath: Zukunft braucht Entwicklung“

Schön, dass der Wähler nun das Wort hat!

09.05.2014


Infoblatt der Bürgerinitiative "Erhalt der Locher Wiesen"
mit einer Zusammenfassung des Planungsverlaufs.


Neue Bilder nach dem Dauerregen vom 26.05.2014 finden Sie auf der
Internetseite von Andreas Menzel


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
"Gewässerschutz"


Bitte lesen auch, warum man auch noch einmal über die Verkehrsanbindung nachdenken sollte:
Chaos auf der Opladener Straße in Reusrath


Bitte lesen Sie auch, wie sich der Bürgermeister über die Umweltsünden anderer Behörden echauffiert:
Rodungsarbeiten an der Autobahn

Hier die aktuellen Karten vom LANUV:

Schützenswertes Biotop:

Gesetzlich geschütztes Biotop:


Baumfällung im geschützten Biotop

28.02.2019 - Rheinische Post: "Baufirma muss gefällte Erle ersetzen"

Zitat aus dem Bericht:

"Etwa 30 Jahre lang war die mächtige Erle an der Virneburgstraße in die Höhe gewachsen. Jetzt liegt sie abgesägt im Gras. BGL-Ratsherr Andreas Menzel ist entrüstet über diese ungenehmigte Abholzung durch ein westfälisches Landschaftsbauunternehmen, das zurzeit ein neues Wohngebiet der Firma Paeschke am Locher Weg / Virneburgstraße vorbereitet. 'Obwohl diese Erle nicht Bestandteil des Arbeitsplanes war, wurde sie zusätzlich zu den zur Fällung vorgesehenen Bäumen abgeholzt', sagt Menzel. 'Ich konnte gerade noch verhindern, dass eine weitere große Erle ebenfalls ungenehmigt abgesägt wurde.' "

Und der Bürgermeister meint: „Hier geht es um ein, zwei Bäume – und es ist kein Landschaftsschutzgebiet." Darum nachstehend die parzellenscharfe Karte über das schützenswerte Biotop. Daraus ist ersichtlich, dass dieser Schutz den Bachlauf, an dem die Erlen stehen, in vollem Umfang einschließt!

Also keine vertrauenswürdige Stellungnahme des Bürgermeisters! Sie spiegelt nur den gesamten Umgang mit diesem Bebauungsplan, in dem Biotop-Schutz nie eine ernsthafte Rolle gespielt hat. Lesen Sie bitte von Anfang an.


Die Zerstörung der Locher Wiesen hat begonnen:


Straßengebirge statt Erdbeerfeld

21.11.2019 - WDR-Mediathek: "Lokalzeit Bergisches Land"

Der zweite Beitrag der Sendung vom 20.11.2019 berichtet über die Sorge der Anlieger von der Virneburgstraße, dass nach den Aufschüttungen für die erhöhte Straßenführung in diesem Neubaugbiet nunmehr das sich früher auf dem "Erdbeerfeld" sammelnde Wasser ihre Gärten überflutet. Diese Sorge wird von vielen Langenfeldern geteilt, die sich bei einem Besuch des angrenzenden Friedhofs schon lange über das neue "Straßen-Gebirge" gewundert haben.

Wenn sich Herr Beuel als zuständiger Fachbereichsleiter in der Sendung darauf beruft, der Bebauungsplan sei in einem formalen Verfahren unter Anhörung der Bürger entwickelt und rechtskräftig vom Rat der Stadt verabschiedet worden, stellt sich allerdings die Frage, ob die jetzt vorhandenen Aufschüttungen jemals thematisiert worden sind. Ich kann mich jedenfalls an eine entsprechende Diskussion nicht erinnern und auch dem beschlossenen B-Plan keinen solchen Hinweis entnehmen.

Bekannt sind nur diese Auflagen aus dem gültigen B-Plan:

Soll da etwa mit der Aufschüttung des Geländes vermieden werden, dass teure Bauwerksabdichtungen die Neubauten unbezahlbar machen? Wieder ein Krummes Geschäft auf Kosten der Bürger?

Und da erinnere ich auch gerne noch einmal an meinen früheren Vorschlag, Gräben statt Zäune vorzuschreiben und das Neubaugebiet Klein-Venedig zu nennen!

Zur Illustration habe ich heute noch folgende Fotos gemacht, die die Situation bestens belegen:


22.11.2019 - Rheinische Post: "Reusrather befürchten Überschwemmung"

Zitat aus dem Bericht:

"Das Bauunternehmen Paeschke, so die Anwohner, habe Maßnahmen ergriffen, die neuen Häuser vor Wasserschäden zu bewahren. Vor Ort sieht man bereits die Straßen, die später die Wohnhäuser verbinden sollen. Sie sind etwas höher gelegen als die angrenzenden Gärten. Gut ein bis zwei Meter hoch sei die Aufschüttung, so beschreiben es Bärbel Korte und Andreas Dröge von der Virneburgstraße."

Es bestätigt sich jetzt, dass der B-Plan von Anfang an ein großer Fehler war. Wenn da nicht endlich nachgebessert wird, wird das für alle Nachbarn eine Dauerbelastung. Zumal wegen des Klimawandels mit immer mehr Extremwetterlagen zu rechnen ist.


Leserbrief von Horst Küppers

Heute ist in der Rheinsichen Post ein Leserbrief von Horst Küppers erschienen. Er hat mir diesen jetzt zur Verfügung gestellt, um ihn nun auch noch auf meiner Homepage zu veröffentlichen.

Die „Vernässung“ (Überflutung) der Locher Wiesen ist der Verwaltung seit 2014 bekannt. Gleichzeitig: Dass die Stadtverwaltung von den Problemen des Wasserstandes nichts wüsste !! Der Rat beschließt mit der bestehenden Ratsmehrheit der CDU die Bebauung. Der Bauunternehmer lässt die neuen Straßen und Zufahrtswege teilweise bis zu 1,50 m über das Normalniveau bebauen. Nach dem letzten „Normalregen“ stehen am Montag 18.11. 2019 die Baugrundstücke unter Wasser. Am Dienstag 19.11.2019, vor dem Pressetermin des 20.11.2019, lässt der Bauunternehmer mit 2 Pumpen gesetzwidrig den Wasserspiegel abpumpen. Damit wird das Wasserproblem vertuscht.

Da kann man den angrenzenden Anliegern nur raten, schon jetzt zu klagen und durch einen Gutachter feststellen zu lassen, dass Gärten, Keller und Straßen bei Regenfällen überflutet werden. Den Käufern dieser Grundstücke kann man nur raten, sich von der Fa. Paeschke eine Garantie geben zu lassen, dass Regressansprüche der benachbarten Anlieger durch Paeschke abgedeckt werden und die eigenen Keller nicht volllaufen..

Bleibt noch festzustellen, dass in der Vergangenheit, weiter westlich des Locher Weges, Keller unter Wasser standen. Der hier verlaufende Regenwasserkanal hat einen zu geringen Durchmesser, um die Fluten aufzunehmen und darüber hinaus ein zu geringes Gefälle. Nun kommen noch die Fluten der Locher Wiesen hinzu. Die Folgen sind selbst dem Laien verständlich. Nur weder Rat noch Verwaltung übernimmt hier Verantwortung.

Kein Wunder, dass die Wähler sich von den „Altparteien“ abwenden.

Zum Schluss verlangen die Anlieger: Die Verwaltung soll uns Lösungen anbieten. Nun, die sicherste Lösung wäre, die Fa. Paeschke würde verpflichtet zwischen den Grundstücken der Virneburg Straße und dem erschlossenen Gelände eine ca. 1,50 m hohe wasserdichte Beton-Sperrmauer zu errichten, Alternativ eine Entwässerungsrinne, die an dem bestehenden Bach angeschlossen wird.

Es ist äußerst verwunderlich, wie lange der Brief bei der RP gelegen hat; schließlich wurde er bereits am 24.11.2019 an die Redaktion übermittelt. Da hat sich nicht nur der Verfasser gewundert! Hat man da erst die Stadtverwaltung um Genehmigung für den Abdruck ersuchen müssen?

18.12.2019


Berichterstattung der Rheinischen Post

Unter der Überschrift "Unterwegs in Reusrath: Ein Dorf rüstet sich für die Zukunft" berichtete die Rheinische Post am 10.07.2020 über einen Rundgang in Reusrath. Der Bericht stellte die Lage unverhältnismäßig günstig dar. Insbesondere die Bautätigkeit in den Locher Wiesen konnte ich so nicht im Raum stehen lassen. Deshalb hatte ich die Verfasserin auf meine Sicht hingewiesen.

Die überraschende Reaktion fand ich nun heute: "Ärger über Bebauung um Feuchtbiotop".

Endlich macht damit auch mal die Rheinische Post deutlich, nach wessen Pfeife die von der CDU beherrschte Verwaltung tanzt und wie sie mit den Ressourcen des immer weiter schrumpfenden Freiraums umgeht. Da wird ein Biotop auf den geringsten noch geschützten Bereich geschrumpft und ein Bauunternehmen macht es sich zu einfach, um die Auflagen aus dem Bebauungsplan zu erfüllen. Und auch der BUND kommt endlich mit seiner Skepsis zu Wort.

So besteht doch noch Hoffnung, dass die Bürger aufmerksam werden rechtzeitig vor der Kommunalwahl.

23.07.2020

Am 24.07.2020 ist hierzu noch folgender Leserbrief von der Umweltschützerin Ingrid Schoebel erschienen:

Zu wenig Wasser

Zusätzlich zu dem in Ihrem Artikel vom 23.07.2020 angesprochen Problem der Entwässerung des Baugebiets Locher Wiesen möchte ich noch hinzufügen, dass ein weiteres, gravierendes Problem entstanden ist. Da der Bauträger die Wiese durch einen Zugang zum Regenrückhaltebecken entwässert, fällt der Reusrather Bach tageweise trocken. Der Bach speist natürlicherweise mit seinem Wasser die Waldflächen Ohrenbusch und den Wald auf dem Gelände der Landesklinik, bis er dann in den Galkhausener Bach mündet. In Zeiten des Klimawandels hat es schwerwiegende Folgen, wenn man das wenige vorhandene Wasser zur Versickerung an anderer Stelle in ein Regenrückhaltebecken einleitet. Das Problem der Entwässerung war schon seit Jahren bekannt, es wurde leider auf Informationsveranstaltungen seitens der Stadt immer wieder herunter gespielt. Jetzt ist es durch die Bebauung sichtbar geworden und wird durch Maßnahmen gelöst, die eindeutig auf Kosten der Natur gehen.

Das von der Leserin angesprochene Problem der Bewässerung der genannten Wälder kann ich durch eigene Beobachtung bestätigen. Wer gerne durch das Gelände der Landesklinik wandert und dazu den urwüchsigen Weg entlang des Bachlaufs wählt, kann seit Jahren beobachten, dass sich der Wasserlauf verändert hat. Der Boden ist oft über lange Zeiträume trocken gefallen.

Es zeigt sich auch hier einmal mehr, dass es der von der CDU geführten Stadtvewaltung völlig egal ist, wie sich ihre falsche Baupolitik auf die Natur auswirkt.

PS: Heute (07.08.2020) ist hierzu auch ein Artikel in der Printausgabe der Rheinischen Post erschienen! Und wie daraus hervorgeht, redet die Verwaltung alles schön!

Sobald der Bericht online ist, werde ich ihn hier verlinken.

Inzwischen habe ich dazu einen Link zur Westdeutschen Zeitung erhalten, die den Bericht übernommen hatte: "Trocknet Wohngebiet Bach aus?"

19.08.2020 - Rheinische Post: "BUND-Kritik wegen trockenem Bach"

Zitat aus dem Bericht:

"Aus Bergfelds Sicht handelt es sich um eine 'Fehlplanung'. Er möchte ergründen, wie es dazu kommen konnte."

Das war doch von Anfang an abzusehen. Mit der Überschrift zu dieser Seite habe ich das doch deutlich gemacht! Und alle Hinweise, die von Bürgern im B-Plan-Verfahren vorgetragen wurden, fanden einfach keine Beachtung.

So ist das nun mal mit einer sich für allmächtig haltenden CDU. Da helfen jetzt auch keine Redereien von Herrn Beul.

Eine Korrektur an der Berichterstattung der RP kann ich mir nicht verkneifen:

Das von Herrn Meisel selbst aufgenommene Foto zeigt nicht - wie angegeben - den Durchlass in Höhe Alte Schulstraße, sondern den Am Ohrenbusch.

Hinweisen möche ich jetzt aber auch noch einmal auf die Folgen für den Galkhauser Busch. Wir waren dort am Sonntag und konnten feststellen, dass die Bäume inzwischen viel Laub abgeworfen haben. Das Laub und viele Eicheln waren noch grün. Das ist eine bekannte Selbsthilfe der Bäume bei extremer Stressbelastung.

Das ist jetzt natürlich auch dem Klimawandel mit seinen Extremwetterlagen zuzuschreiben. Fakt ist aber auch, dass der Klimawandel eine Folge unseres Lebensstils mit der Vernichtung vieler natürlicher Ressourcen ist. Genau davor ist doch auch bei dem Projekt Locher Wiesen beständig gewarnt worden. So zeigt sich der Kreislauf des Versagens.

Nachtrag:

Die gemeinsame Anfrage der GRÜNEN und der B/G/L können Sie jetzt im vollen Wortlaut und mit allen bildlichen Erläuterungen hier einsehen.

Ich muss leider zugeben, dass ich diese B-Plan-widrigen Bauarbeiten nicht näher beobachtet hatte, weil mein Aktionsradius angesichts der Wetter-verhältnisse aus sicher verständlichen Gründen eingeschränkt war.

Inzwischen habe ich von Herrn Karl Wilhelm Bergfeld (BUND - Ortsgruppe Langenfeld) eine überarbeitete Luftbildaufnahme mit konkreteren Einzeichnungen erhalten:

Gültiger B-Plan:

Das zusätzliche Versickerungsbecken widerspricht eindeutig der Festsetzung einer "Fläche für öffentliches Grün"!

Inzwischen habe ich mir das Objekt der Diskussion selbst angesehen:

Es ist mir völlig unverständlich, wie diese Grube ohne jede demokratisch kontrollierte Entscheidung ausgebaggert werden konnte und nun die Fläche für das öffentliche Grün zerstört.


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Korruption in deutschen Amtsstuben?


Rettung des Feuchtbiotops noch möglich?

Vorstehend habe ich versucht, die Problematik bildlich deutlich zu machen. Sie besteht - vereinfacht ausgedrückt - in folgender Frage:

Wie kann man den für den Erhalt des verbliebenen Feuchtbiotops erforderlichen Wasserspiegel des Geländes sichern, ohne dass es bei Starkregen zu Überschwemmungen kommt?

In meinen Ausführungen zum Gewässerschutz habe ich mich intensiv mit den Gefahren beschäftigt, die an vielen Stellen der Stadt lauern, wenn man nicht dafür sorgt, dass Bäche ausreichende Retentionsräume haben, um Wasser aufzufangen, bevor es in die engen Kanäle quer durch die Stadt fließt.

Nach der Überschwemmung Am Kaisersbusch ist dort eine neue Flutmulde angelegt worden, in die der Gladbach überlaufen kann, wenn er vor dem Einlauf in die Kanalrohre der Innenstadt zurückstaut. Eine Lösung, die ich für naturverträglich halte.

Nun besteht schon seit längerer Zeit im südlichen Teil der Locher Wiesen das neue Regenversickerungsbecken an der Barbarastraße (Dieser Abschnitt soll künftig den Namen "Nikolaus-Groß-Straße" tragen!) Warum das neue große Loch auf der Nordseite des Bachlaufs? Es sollte doch reichen, wie am Kaisersbusch einen Überlauf des Baches zu dem Regenversickerungsbecken herzustellen; etwa hier (blau umrandet):

Und wenn dann der Bachlauf so gestaltet wird, wie wir es auf der LAGA-2020 in Kamp-Lintfort gesehen haben, könnte man Frieden schließen mit der Bebauung der Locher Wiesen:

Oder gibt es in Langenfeld eine Interessenlage, auch das restliche Biotop durch Auszutrocknung zu zerstören, um weitere Bauplätze zur Verfügung zu haben?

26.08.2020


27.08.2020 - Rheinische Post: "Streit um trockenen Reusrather Bach"

Aus meiner Sicht viele Blendgranaten der Verwaltung, die nur wieder beweisen, dass die gesamte Bauplanung ein großer Fehler wahr. - Eine Sünde gegen die Natur! Und da erinnere ich doch einfach mal an eine frühere Aussage von Herrn Beul:

"[ Ulrich Beul ] weist auch darauf hin, dass die aus einigen Richtungen als Ursache für schlechtere Versickerung ins Feld geführte Flächenversiegelung in einer Stadt wie Langenfeld sicherlich zu Herausforderungen für die Abwasserbeseitigung führt, gleichzeitig aber eine logische und auch bewusst geplante Folge einer prosperierenden Stadt im Ballungszentrum in der Rhein-Ruhr-Schiene darstellt."

Schon damals habe ich Zweifel angemeldet, dass die Verwaltung daraus lernt!

Die Kritik der Naturschutzverbände teile ich. Vorrang muss der natürliche Lauf des Baches zur Versorgung des Feuchtbiotops und auch des Galkhauser Busches haben. Wie bereits gestern ausgeführt, muss und darf Hochwasser-schutz erst bei Starkregen greifen.


28.08.2020 - Rheinische Post: "Umweltschützer erneuern Kritik"

Zitat aus dem Bericht:

"Bergfeld verweist auf die Stellungnahme des Bergisch-Rheinischen Wasserverbands (BRW). Dieser habe zur Entwässerungsplanung der Locher Wiesen 'ausdrücklich empfohlen, diesen Zufluss zu erhalten, weil er für den Bach selbst und das angrenzende, gesetzlich geschützte Feuchtbiotop lebenswichtig sei'. Das zusätzliche Versickerungsbecken gehe zudem zu Lasten der im Bebauungsplan dort eingetragenen öffentlichen Grünfläche."

Darum geht es:


Jetzt haben wir den Salat:

Starkregenfolgen auch in Langenfeld - Folgen der Bebauung Locher Wiesen

Dazu zwei Leserbriefe:

Ergänzend verweise ich auf folgendes Zitat aus meinen Bewertungen am Anfang dieser Seite:

"Von dem vortragenden stellvertr. Bürgermeister Dieter Braschoss wurde auch durchaus deutlich dargelegt, dass die Stadt letztlich froh sei, wenn ein privater Projektentwickler das dringend erforderliche Regenrückhaltebecken baut. Als Dankeschön bekommt er dann den Bebauungsplan."

Was als Lösungsmodell für die von den Bürgern vorgetragenen Entwässerungs-probleme von der Politik verkauft werden sollte, entpuppt sich als das, was es von Anfang an war. Eine Förderung der Immobilienbranche auf Kosten von Natur und Umwelt! Und wie trickreich sich der Investor dem Wasserproblem entzogen hat, lesen Sie unter Straßengebirge.


Neuer Leserbrief von Herrn Küppers in der Ausgabe der
Rheinischen Post vom 13.08.2021:


Wenn Herr Küppers eine Umfrage der Stadt kritisiert, trifft er genau den Kern; das was jetzt geschehen ist, ist von allen Gegnern der Bebauung "Locher Wiesen" immer wieder ins Feld geführt worden, um diese zu verhindern. Aber Warnungen wollte die Verwaltung ja nicht hören! Jetzt ist das Kind in den Brunnen gefallen, in den Brunnen, den alle kannten. Aber die Gier der Immobilienbranche hat diesen Brunnen nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

Es ist ja anerkennenswert, dass die Rheinische Post wenigsten die kritischen Leserbriefe abdruckt. Aber wann erscheint denn mal von ihr eine kritische Positionierung? Dazu verweise ich auf den Vorgang vom Juni 2020. Da berichtet die Zeitung euphorisch über die Bautätigkeit in Reusrath und erst nach meiner Kritik daran, erscheint dann ein Artikel über die Sorgen der Bürger.

Ist das alles ein Zeichen dafür, wie verwoben die Fäden zwischen Verwaltung, Politik, Immobilienbranche und der einzigen am Ort noch vorhandenen Lokalredaktion einer die örtliche Berichterstattung bestimmenden Zeitung sind? Von vierter Gewalt als Wächter über die Politik ist da nicht mehr viel übrig geblieben!


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