Wasserburg Haus Graven

Biotopschutz in Wiescheid gefährdet

In meinen Kommentaren zum Bebauungsplan Locher Wiesen hatte ich zunächst noch die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass es in Zusammenhang mit dem Parkplatzbau für Besucher der Wasserburg Haus Graven doch noch ein Gefühl für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur gibt. Dazu konnte ich auf den Bericht der Westdeutschen Zeitung vom 23. April 2012 verweisen.

Aber schon bald zeichnete sich ab, dass selbst diese Pläne bei den zuständigen Stellen auf Kreisebene auf Widerstand gestoßen sind. Vergl. Bericht von WZ-newsline vom 23. Januar 2013.

Jetzt entwickelt sich das Thema auch auf Kreisebene zu einem Streit der beratenden Fachleute gegen die Politik. Die Rheinische Post berichtet heute: "Haus Graven: Streit um Parkplatz-Pläne".

Die Wasserburg Haus Graven ist eines der wenigen historischen Gebäude in Langenfeld und es war gut, dieses in die Verantwortung der Stadt zu übernehmen und zu einem öffentlich zugänglichen Schmuckstück zu gestalten. Müssen dort aber Veranstaltungen stattfinden, die nun das natürliche Umfeld bedrohen?

Ich will diese Wasserburg nicht über die örtliche Bedeutung hinaus preisen. Ein Blick auf den Umgang anderer Städte und Landschaften mit ihren vergleichbaren Erbstücken könnte aber auch der Langenfelder Politik helfen. So fallen mir nicht nur die Burg Eltz an der Mosel oder die Bastei in der Sächsischen Schweiz ein, wo es überhaupt kein Problem ist, zum Besuch dieser Sehenswürdigkeiten einen Fußmarsch von einem etwas abgelegenen Parkplatz aus anzutreten.

Für Ausstellungen, die immer nur Einzelbesucher oder kleinere Gruppen anziehen, ist die Lage der Wasserburg ideal. Und das gastronomische Angebot für Erholungssuchende könnte mit der Zeit sicher auch noch ausgebaut werden. Und welchem Besucher würde es unter diesen Bedingungen schaden, sein Fahrzeug am Ortsrand von Wiescheid stehen zu lassen?

Für kulturelle Großveranstaltungen haben wir ausreichende Einrichtungen im Stadtzentrum - mit Parkplatz!

Langenfeld, den 14. Februar 2013


Entscheidung aus Düsseldorf

Unter der Überschrift "Haus Graven: Düsseldorf gibt grünes Licht für Parkplätze" berichtet die Westdeutsche Zeitung, dass die Parkplätze nun doch noch von der Bezirksregierung genehmigt worden sind.

Ich halte das weiterhin für einen unverträglichen Eingriff in Natur und Landschaft. Um im Bild zu bleiben: Jetzt wird auch noch die Kulturlandschaft in Langenfeld zersiedelt. Wir haben gute Veranstaltungsräume in der Innenstadt. Das sollte reichen für publikumsintensive Veranstaltungen.

11.02.2014


Doch noch eine Verzögerung

So berichtet die Westdeutsche Zeitung: "Haus Graven: Parkplätze kommen erst später". Der Bau verzögert sich wegen noch nicht abgeschlossener Grundstücksgeschäfte. Sollte sich der Abschluss der Verhandlungen über die Kommunalwahl hinaus verschieben, könnte der Naturschutz im neuen Rat vielleicht doch noch gewinnen.

21.03.2014

Sehr treffend die inzwischen eingegangenen Leser-Kommentare zu dem Artikel!


Neues über die alte Wasserburg Haus Graven

Die Rheinische Post berichtet jetzt unter der Überschrift

"Älteste Teile der Wasserburg aufgespürt"

über Ergebnisse einer mit geophysikalischen Methoden durchgeführten Untersuchung. Dabei sind jetzt Fundamente der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Anlage geortet worden. Es bleibt abzuwarten, wann eine Grabung beginnen kann und welche historischen Erkenntnisse sich daraus gewinnen lassen.

In dem Bericht wird auch ausgeführt, wie erfolgreich sich die Bewirtschaftung der von der Stadt gepachteten Burg durch den Förderverein entwickelt hat.
Und das ganz ohne die Errichtung eines zunächst geplanten Parkplatzes!

Sollte das Gelände nun noch in den nächsten Jahren durch erfolgreiche Grabungen aufgewertet werden, ist es um so wichtiger, die Idylle des Naturschutzgebietes und seines Erholungswertes zu erhalten und durch die Vermeidung von Eingriffen zu fördern.

08.08.2015

19.11.2015 Rheinische Post: "Wasserburg: Mauern aufgespürt"


Gute Lösung in Sicht!

25.06.2019 - Rheinische Post: "Stadt will die Wasserburg kaufen"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Stadt will die mittelalterliche Burganlage erwerben und in eine Stiftung überführen."

Angesichts der Renovierungskosten ist das zwar kein Schnäppchen, aber Langenfeld erhält endlich einen dauerhaften Zugriff auf eines der ganz wenigen noch verbliebenen Gebäude mit Geschichte.


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