Naturschutz in Langenfeld

Ein Wahlkampfthema oder Wirklichkeit?

Dieses Werbeplakat der Stadt ist am Flachenhof entdeckt worden. Lesen Sie einfach, was ich bereits zum Thema Landesentwicklungsplan - Regionalplanung zusammengetragen habe. Und versäumen Sie es nicht, die Stellungnahme des Kreises (Nr. 9: ASB Flachenhof) zu den überzogenen Forderungen der Stadt zu lesen.

Dann werden Sie sich wundern: Der Flachenhof wird vom Kreis Mettmann allen anderen Forderungen gegenüber als sinnvolle Erweiterung einer kompakten Stadtstruktur angesehen!

Vergessen Sie auch nicht das Thema Hubschrauberlandeplatz. Dabei sind der CDU die persönlichen Interessen eines Hobbyfliegers auch wichtiger als der Naturschutz!

Je mehr jetzt im Wahlkampf thematisiert wird, umso deutlicher wird, dass die Verwaltungsspitze ins Schwimmen gerät. Der Bürgermeister soll jetzt zum Thema Regionalplan folgendes auf Facebook gepostet haben:

"Es wird wesentlich mehr angemeldet, um am Ende einige wenige Flächen für die Entwicklung der Stadt in den nächsten 15 Jahren zu erhalten."

Was ist das für eine Politik? Sind wir hier auf dem Basar oder geht es um die verträgliche Gestaltung der Zukunft? Oder sollte mit dem Eintrag auf Facebook nur eine Beruhigungspille verabreicht werden?

18.04.2014


Initiative für mehr Naturschutz in Langenfeld

Unter der Überschrift "Naturschützer regen Streuobstwiese an" berichtet die Rheinische Post über die Gründung einer neuen Ortsgruppe des BUND. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass Themen des Freiraum- und Naturschutzes auch über den kommunalen Wahlkampf hinaus nicht in Vergessenheit geraten werden und ein echtes Anliegen der Bürger sind. Ich freue mich über diese Initiative.

Inzwischen hat sich die neue Ortsgruppe Langenfeld des BUND auch im Internet vorgestellt.

09.07.2014


Auf ein Neues

Unter der Überschrift "Langenfeld lässt Randstreifen aufblühen" berichtet die Rheinische Post über die Erweiterung eines Projektes, das im vorigen Jahr deutlich als Wahlkampfthema auszumachen war. Sollte es doch mehr als Wahlkampf gewesen sein?

17.01.2015

Weiterer Bericht vom 11.06.2015:

"Langenfelds Landschaft wird bunter"


06.11.2017 - Rheinische Post: "Insektensterben alarmiert Naturschützer"

Zitat aus dem Bericht:

"So wichtig Naturschutzgebiete wie die Urdenbacher Kämpe für die Artenvielfalt sind, so nötig ist der Blick über diese hinaus. Etwa auf Parks oder parkähnliche Areale wie das 35 Hektar große Gelände der LVR-Klinik in Langenfeld. Die hat jetzt angekündigt, ihre Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zu verstärken."

Dazu ein Interview:

06.11.2017 - Rheinische Post: "Das Klinikgelände ist ein großes Biotop"

In der Tat; das Klinikgelände bietet sich an für eine Natur nahe Gestaltung. Schon jetzt ist es mehr Landschaftspark und weniger Schau-Gelände. Das lässt sich weiter entwickeln.


17.02.2018 - Rheinische Post: "Stadt verteilt Samentüten - Bienen zuliebe"

Zitat aus dem Bericht:

"Unter dem Schlagwort 'Langenfeld summt' wollen Umweltschutz-verbände und städtische Klimaschützer Bienen und anderen Insekten im Stadtgebiet mehr Lebensraum geben."

Da macht sich der Bürgermeister stark für die Natur. Es stellt sich aber die Frage, wer denn verantwortlich dafür ist, dass immer mehr Flächen für die Natur verloren gegangen sind durch die ausufernde Bebauung? Es sind doch die Verantwortlichen in Verwaltung und Politik - insbesondere der CDU-Mehrheitsfraktion - , die dem Druck der Immobilienhaie nicht standgehalten und immer mehr Freiflächen in Bauland umgewandelt haben. Und da die vielen Reihenhäuser immer mehr auf immer kleineren Grundstücken mit Minigärten gebaut werden, ist da kaum Raum für eine Natur nahe Gestaltung dieser Minigärten.

Und weil bei dieser euphoristischen Siedlungswelle den Landwirten immer mehr Ackerflächen genommen worden sind, ist es doch nur zu verständlich, dass sie die verbliebenen knappen Flächen ungern für Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung stellen wollen. Unter der Überschrift Verlust von Ackerflächen - einmal quer gedacht habe ich bereits vor sechs Jahren ein Denken in Zusammenhängen angemahnt.

Die Aktion der Umweltschutz-Aktivisten ist äußerst lobenswert. Dass der Bürgermeister nun höchst persönlich die Samentütchen verteilen will, ist angesichts der von ihm zu verantwortenden Fehlentwicklungen schlicht albern.


28.02.2018 - Rheinische Post: "Langenfelderin fordert Baumschutz"

Zitat aus dem Bericht:

"Die Grünen hatten in der Vergangenheit [ für eine Baumschutz-satzung ] mehrfach einen Vorstoß unternommen, auch der CDU-Arbeitskreis Natur und Umwelt tat dies 2010 - doch eine Ratsmehrheit für eine Langenfelder Baumschutzsatzung kam nie zustande."

Ich kann mich noch gut an frühere Diskussionen zu diesem Thema erinnern. Natürlich ist es gut, die Natur zu schützen. Aber Bäume werden auch alt und müssen eines Tages gefällt werden. Und wenn wir nicht ständig mit den Bauaktivitäten die freie Natur beschneiden wollen, muss man im Interesse einer Verdichtung der Bebauung innerhalb des vorhandenen Siedlungsraums zustimmen, dass dafür auch schon mal Bäume gefällt werden. Wie ich bereits zum Thema Landesentwicklungsplan - Regionalplanung immer wieder ausgeführt habe, ist vorrangig das ungezügelte Bedürfnis der Immobilienhaie zu stoppen, immer mehr Freifläche für ihre geschäftlichen Ambitionen zu opfern.

Und ein Argument, das in früheren Diskussionen immer wieder zu hören war, war die Sorge, dass Bürger mit schönen Bäumen im Garten geneigt sein könnten, diese vorsorglich zu fällen, wenn eine Baumschutzsatzung droht, die ihnen künftig die freie Verfügung über die Gestaltung ihres Gartens nehmen soll. Wenn in dem Zeitungsartikel darauf verwiesen wird, dass andere Städte ihre Baumschutzsatzung wieder aufheben, bestätigt das doch die Probleme, die eine solche Satzung auch kontraproduktiv machen können. Denn wer will unter solchen Umständen seinen Baum schon zu solcher Größe wachsen lassen, dass er nachher nicht mehr allein darüber bestimmen darf, ihn auch wieder zu fällen, um Platz für Neues zu schaffen?


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Rodungsarbeiten an der Autobahn
Bebauungsplan "Locher Wiesen"


29.08.2019 - Rheinische Post: "Blühstreifen haben für dieses Jahr ausgedient"

Zitat aus dem Bericht:

"Ab Ende August dürfen Landwirte die wegen des Ernteausfalls bezuschussten Blühstreifen an ihren Feldern umpflügen."

Hier noch ein eigenes Foto von Sonnenblumen an der Rennstraße in Reusrath. Ich hoffe, dass die noch einige Zeit stehen bleiben.


02.06.2020 - Rheinische Post: "Cannabis gesät und Spott geerntet"

Zitat aus dem Bericht:

Cannabis auf städtischerseits bezuschussten Blühstreifen: Mit den vor fast drei Wochen erstmals aufgespürten Hanfpflanzen zwischen den für Wildbienen ausgesäten Blumen hat Langenfeld in sozialen Netzwerken manchen Spott auf sich gezogen. Auch wenn es sich um so genannten Nutzhanf handelt, der nicht zur Haschisch-herstellung taugt. Schließlich gibt die Stadt den Landwirten für diese Blühstreifen entlang der Felder reichlich Geld und zusammen-gemischtes Saatgut. Durch die ungewollt in diesen Mix geratenen Hanfsamen sprießen nun überall Stängel mit den markant grüngezackten Blättern in die Höhe.

Naja; Langenfeld war mal wieder in allen Medien!


Alibi-Veranstaltung

In der neuen Ausgabe 01/2021 der Zeitschrift "GEO" habe ich jetzt dieses Zitat von Herrn Prof. Matthias Glaubrecht gefunden:

"Wenn wir hochwirksame Gifte tonnenweise in unsere Kulturlandschaft einbringen, wenn wir die Böden mit Gülle verseuchen und Heuwiesen durch Mais-Monokulturen ersetzen, dann bleiben auch schmale Blühstreifen an Feldrändern unnütz."

Siehe auch Das Buch vom "Ende der Evolution"!

18.12.2020


Neuer Angriff auf den Naturschutz

05.01.2021 - RP-online: "Bäume weg: Anwohner sind empört"

Zitat aus dem Bericht:

"Während die Anwohner rat- und hilflos zusehen müssen, wie die Bäume – von 30 ist die Rede, teilweise mit einem Umfang von knapp 70 Zentimetern – aus dem etwa 1500 Quadratmeter großen Waldstück verschwinden, hat das Unternehmen für Ferngasleitungen OGE möglicherweise noch größeren Schaden verhindert."

Lesen Sie bitte selbst, wie hilflos die örtlichen Behörden reagiert haben, als Bäume in einem Naturschutzgebiet gefällt wurden. So erreicht man keinen Naturschutz in Langenfeld.


Neue Aktivitäten für mehr Artenvielfalt

30.11.2021 - Rheinische Post: "Langenfeld fördert insektenfreundliche Gärten"

Zitate aus dem Bericht:

"Die Zuschüsse zahlt die Stadt für die Anpflanzung heimischer Gehölze, Stauden und Wildblumen. Ziel ist, Tierarten zu unterstützen, die auf heimische Gewächse spezialisiert sind. Zugleich will die Stadt der Verbreitung von Steingärten entgegen wirken."

Da will die Stadt Geld in die Hand nehmen, um der Monotonie der (Vor-) Gärten entgegen zu wirken. Dabei ist doch der Verlust der Artenvielfalt insbesondere in der engen Bebauung zu suchen. Wenn die Parzellen für die Reihenhäuser immer kleiner werden, kann man dort kaum noch schöne große Sträucher anpflanzen, ganz zu Schweigen von dem Wunsch nach einem Baum.

Die Vogelwelt braucht Schutz und Ruhe, um in Sträuchern Nester zu bauen. Bietet ein Garten kein ausreichend üppiges Gebüsch, siedeln sich dort keine Vögel an. Geeignete Stauden bieten wenigstens den Insekten Nahrung. Diese bedürfen aber noch mehr Pflege als tief wurzelnde Bäume und Sträucher. Und damit muss ich den Blick wieder einmal auf ein ganz anderes Problem lenken.

Unter Extremsommer 2018 - So zockt die Stadt ihre Bürger ab habe ich beschrieben, wie sich die Stadt anstellt, wenn der Bürger ausnahmsweise einmal Leitungswasser einsetzen muss, weil das gespeicherte Regenwassser nicht mehr ausreicht, den Garten zu bewässern. Warum nimmt die Stadt Geld in die Hand, um Neugärtner auf den richtigen Pfad zu führen beziehungsweise missstaltete Gärten wieder in angemessene Oasen zu verwandeln, ärgert aber Bürger, die schon seit vielen Jahren sorgsam mit ihrem Garten und dem darin geschaffenen Naturraum umgehen?

Wenn jetzt in engem zeitlichen Zusammenhang der Bürokratismus in der Gebührensatzung für die Grundstücksentwässerung einerseits und die finanzielle Förderung der Gartenkultur andererseits in unterschiedlichen Ausschüssen beschlossen werden, zeigt das wenig Koordination der politisch Handelnden. Naturschutz als "Gesamtkunstwerk" ist von der Stadt Langenfeld offensichtlich nicht zu erwarten.


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Jetzt geht es den Schottergärten an den Kragen


Neue Alibi-Veranstaltung

25.05.2022 - RP-online: "Ab Juni fördert die Stadt insektenfreundliche Gärten"

Zitate aus dem Bericht:

"Wer seinen Garten schön, bunt und dabei insektenfreundlich gestalten möchte, kann sich dazu ab Juni Hilfe von der Stadt Langenfeld holen."

Achten Sie bitte auf meinen dort geposteten Kommentar!


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