Nachverdichtung in Reusrath

Neues Bauvorhaben an der Opladener Straße / Angerweg

Durch eine aufmerksame Bürgerin vom Angerweg in Reusrath bin ich auf eine Planung aufmerksam gemacht worden, die jetzt im Planungsausschuss angestoßen werden soll. Um es allen Lesern einfacher zu machen, finden Sie hier zunächst einmal eine verkleinerte Darstellung des betroffenen Gebietes:

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Für die Sitzung im Planungsausschuss am 23.01.2020 stehen auf der Internetseite der Stadt noch folgende weitere Unterlagen zur Verfügung:

Wer meine Kommentierungen zur Regional- und Landesplanung und zu den "Locher Wiesen" verfolgt hat, wird schnell verstehen, dass ich dieser Verdichtung eines Wohngebietes in meiner Nachbarschaft viele Vorzüge abgewinnen kann.

Anders als bei den "Locher Wiesen" wird kein Biotop vernichtet; es wird auch in keine Freifläche für Naherholung eingegriffen. Zwar sind in den letzten Tagen bereits die auf dem Brachgelände gewachsenen Bäume und Sträucher gerodet worden, aber ernsthafte Eingriffe in den Naturhaushalt sind damit wohl nicht verbunden. Andererseits weist diese Maßnahme allerdings darauf hin, dass es im politischen Raum bereits weit fortgeschrittene Absprachen geben muss.

Wer sich die in den Unterlagen auftauchenden Namen näher ansieht, stellt schnell fest, dass die Geschäftsführung für dieses Projekt in den Händen der Sparkasse der Stadt Langenfeld liegt. Das muss nicht schlecht sein. Gerade dieser Umstand ermöglicht es offensichtlich, endlich der Forderung nach mehr sozialem Wohnraum zu entsprechen.

Wenn gleichzeitig mit diesem Projekt nicht nur die weitere Bebauung des der Antragstellerin gehörenden Geländes in Richtung Angerweg (in der Skizze grün umrandet) angestoßen wird, sondern in die Planung auch die angrenzenden Gärten der benachbarten Anlieger der Opladener Straße und der Brunnen-straße einbezogen werden, eröffnet eben das die in der Verwaltungsvorlage angesprochene Nachverdichtung eines bestehenden Wohngebietes.

Verkehrsprobleme als Folgen der Verdichtung

Nach den Erfahrungen mit der Bebauung des Eckgrundstückes Opladener Straße / Neutraße / Brunnenstraße (vergl. dazu: Krumme Geschäfte auf Kosten der Bürger?) ist Vorsicht geboten hinsichtlich der mit einer Verdichtung verbundenen zusätzlichen Verkehrsbelastungen für die umliegenden Alt-Anlieger.

Immerhin ist in der Planung für den Geschosswohnungsbau an der Opladener Straße bereits eine Zuwegung in das Hintergelände vorgesehen. Sie besitzt mit den in der Skizze genannten acht Metern auch eine angemessene Breite, um die notwendigen Anlagen für eine Trennung der Fuß- und Fahrwege sicher zu stellen. Nachdem die Opladener Straße ihren früheren Status einer Bundes-straße verloren hat, dürfte es auch einfacher sein, für diese Zuwegung zu einem neuen Baugebiet die erforderliche Genehmigung von den zuständigen Landes-straßenbaubehörden zu erhalten.

Die Verkehrsprobleme beginnen aber schon mit der von der Antragstellerin vorgesehenen Anzahl der PKW-Stellplätze. Zwar reicht baurechtlich die 1:1-Lösung im Verhältnis zur Wohnungszahl; aber diese Regelung entspricht bei weitem nicht mehr der Realität. Selbst wenn man unterstellt, dass die PKW-Rate bei den in den Blick genommenen Mietern unterdurchschnittlich sein dürfte, so ist aber doch die Frage zu stellen, wo denn Besucher parken sollen.

Mangels Parkmöglichkeiten entlang der Opladener Straße ist es dringend geboten, den geplanten Wohnungs bezogenen Parkraum um eine deutliche Quote für öffentliche Parkflächen zu erweitern. Dieser ist nicht nur nach Zahl der zu erwartenden Besucher des Miethauses, sondern auch mit Blick auf die vorgeschlagene weitere Bebauung des Plangebietes mit Ein- und Zweifamilien-häusern zu bemessen. Gerade die dabei in Frage kommende Käuferschicht wird sicher mehr als ein Kraftfahrzeug pro Wohnung besitzen und deshalb auch weiteren Parkraum fordern.

Aus meiner früheren Tätigkeit als Vertreter der FDP im Verkehrsausschuss sind mir noch gut die Diskussionen in Erinnerung, die von den Eigentümern in den Neubausiedlungen angestoßen wurden, nachdem sich herausstellte, dass neben der 1:1-Quote kaum Parkplätze in ausreichender Zahl vorhanden waren. Und bei der oben angesprochenen Eckbebauung Opladener Straße / Neutraße / Brunnenstraße hat sich nachträglich herausgestellt, dass die Zahl der Stellplätze von vorn herein zu niedrig bemessen war. Allein dadurch ist die Brunnenstraße heute mit erheblichem Parksuchverkehr belastet und nicht selten werden die Gehwege durch parkende Fahrzeuge zugestellt. Eine solche Belastung könnte auch auf den Angerweg zukommen, wenn die in der Planungsskizze angedachte Zuwegung mit dem vorhandenen "Stummel" des Angerweges verbunden wird.

Um die für den Angerweg zu erwartenden Verkehrsbelastungen veranschaulichen zu können, habe ich noch folgende Karte generiert:

Die darin ausgemessenen Querschnitte der Straßenführungen sind fast alle deutlich niedriger als die angedachte Zufahrt von der Opladener Straße. Es steht auch zu befürchten, dass Neubürger und ihre Besucher wegen der hohen Verkehrsdichte auf der Opladener Straße eher den Weg über die mit einer Ampel gesicherte Kreuzung Opladener Straße / Neustraße und weiter über die Brunnenstraße zum Angerweg wählen werden.

Fazit

So positiv die Chancen der angedachten Nachverdichtung sind, so negativ können sich derartige Baumaßnahmen auf die Umgebung auswirken. Besonders die Anlieger des Angerweges werden sich berechtigt als Opfer fühlen, wenn die Planung nicht auch Lösungen für die Gestaltung der Verkehrsflächen mit ausreichend Parkraum anbietet.

Auch die Anlieger der Brunnenstraße, die bereit sind, von ihren tiefen Grundstücken Teile für den Bebauungsplan zur Verfügung zu stellen, müssen abwägen, welchen zusätzlichen Verkehr sie sich damit vor ihre Haustür holen. Ungetrübte Freude am Grundstücksverkauf werden nur die Anlieger der Opladener Straße genießen können. Für sie ändert sich verkehrstechnisch nichts.

Abschlussbemerkung

Noch ist es zu früh, ein endgültiges Urteil zu fällen. Da muss man erst die anstehenden Verfahrensschritte abwarten. Aber die Bürger sollten sich schon jetzt mit den notwendigen Fragen beschäftigen, um sich bei den fälligen Anhörungen mit den richtigen Argumenten zu Wort melden zu können. Und achten Sie alle darauf, sich nicht mit etwaigen Veranstaltungen der CDU zufrieden zu geben. Nur die offiziellen Anhörungstermine, geleitet von der Verwaltung der Stadt, haben rechtsverbindlichen Charakter. Nur was dort vorgetragen wird, muss auch in den Abstimmungsprozess einfließen.

22.01.2020


Verwaltungsentwürfe vorgelegt

18.03.2020 - Rheinische Post: "In Reusrath ist ein neues Wohngebiet geplant"

Zitat aus dem Bericht:

"Der städtische Planer Tobias Rasch hat für den notwendigen Bebuungsplan zwei Entwurfsvarianten angefertigt, die zu einem noch nicht bekannten Termin in einer Bürgeranhörung vorgestellt werden sollen."

Ich habe mir dazu die Planungsunterlagen von der städt. Internetseite heruntergeladen:

Ein Klick auf das jeweilige Bild führt direkt zu den entsprechenden Planungsunterlagen auf der Internet-Seite der Stadt!

Mit beiden Entwürfen vermag ich mich nicht anzufreunden.

In meinen Ausführungen am Anfang dieser Seite habe ich eindringlich auf die Notwendigkeit hingewiesen, für ausreichenden öffentlichen Parkraum Sorge zu tragen. Dieser Appell hat keinerlei Widerhall gefunden. Im Vorentwurf 1 ist zwar skizzenhaft eine Planung von Tiefgaragen erkennbar, ob die aber auch über ausreichenden Parkraum für Besucher verfügen, erscheint fraglich.

Die Variante 2 mit der eingezeichneten Grünanlage mag beeindrucken und der Lobgesang der Kommunalpolitiker auf den Bau der Sozialwohnungen entlang der Opladener Straße - Ausgangspunkt der Planung - ist verständlich. Eine echte Nachverdichtung, die die vorhandene Fläche geschickt bebaut, ist damit noch längst nicht auf dem Tisch. Die Anlieger sind aufgerufen, sich in der anstehenden Anhörung zu Wort zu melden.


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