Mietpreisbremse

In meinen Ausführungen Fehlende Sozialwohnungen habe ich bereits zur Lösung der Wohnungsprobleme darauf verwiesen, dass es einer grundsätzlichen Änderung der Wirtschafts- und Verkehrspolitik bedarf. Denn wir haben insgesamt nicht zu wenig Wohnraum! Nur; die Orte mit reichlich vorhandenem Wohnraum sind wirtschaftlich unterentwickelt, um ausreichend Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen.

Statt mit einer Mietpreisbremse in den Ballungszentren gegen steigende Mieten vorzugehen, sollte sich die Politik lieber mit der Frage beschäftigen, wie verhindert wird, dass nicht ganze Landstriche entvölkert werden. Mit dieser Forderung stehe ich auch nicht allein, wie ein kürzlich veröffentlichter Leserbrief zeigt.

Nun hat zwar gerade heute das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass "Anträge gegen die Mietpreisbremse erfolglos" seien. Die rechtspolitischen Abwägungen des Gerichts sind auch durchaus nachvollziehbar.

Gleichwohl bleibt die politische Frage, ob die Mietpreisentwicklung nicht auch als marktwirtschaftliches Element zur Lenkung der Landesentwicklung genutzt werden sollte. Ein knappes Gut ist nun mal teuer.

Und wenn sich keiner mehr den Zuzug in die Ballungszentren leisten kann, weil der potentielle Arbeitgeber keine lohnende Vergütung anbietet, die es gestattet, sich auch eine teure Wohnung am Arbeitsort leisten zu können, läge es doch wohl auf der Hand, dass die Wirtschaft endlich beginnt umzudenken und Arbeitsplätze dort anbietet, wo die potentiellen Arbeitnehmer schon bisher preiswert wohnen und auch keinen Drang nach einem Umzug verspüren, wenn sie am Wohnort auch ertragreiche Arbeit vorfinden.

20.08.2019


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