Altersarmut

Am 30.12.2010 hatte die Rheinische Post über die Probleme der Altersarmut berichtet. In dem Zusammenhang wurde auch die Forderung nach der sog. Aufstockerrente erhoben. Hierzu hatte ich der Zeitung folgende Anmerkungen zukommen lassen, die inzwischen - leider unvollständig - als Leserbrief erschienen sind:

Veröffentlichter Teil:

Ihr heutiger Artikel über die Altersarmut und der Kommentar dazu sind notwendig, um allen Bürgern vor Augen zu führen, wie wichtig es ist, sich über seine Lebensplanung bis hin zum Alter klar zu werden. Die notwendige Vorsorge muss aber zunächst einmal jeder selbst treffen. Auch die Politik muss sich endlich entscheiden, ob sie diese Vorsorge fördern oder immer wieder mit Hilfsprogrammen den Konsumrausch anheizen will. Wer dem Konsumrausch folgt, kann nicht vorsorgen. Vorsorge ist immer auch aktueller Verzicht, damit man diesen Standard aber auch im Alter durchhalten kann. ("Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not") Hier fehlt eine klare Linie.

Nicht veröffentlichter Teil:

Die Forderung nach einer Aufstockerrente halte ich für unberechtigt, da es auch viele Minirentner gibt, die daneben andere Einkünfte beziehen. Auch sollte man zunächst gravierende Mängel im System beheben.

Anbei erhalten Sie ein Papier, dass ich nach einer intensiven Diskussion im Jahre 2008 für die Liberalen Senioren erstellt habe. (Vgl. Rentenpolitik) Die Forderungen hinsichtlich der Berücksichtigung von Kindererziehungszeiten und Renten aus der Zeit, für die eigene Beiträge erstattet worden sind, sind auch an die offizielle Politik weitergereicht worden. Das Thema Bürgergeld ist nach der BT-Wahl in der Versenkung verschwunden.

Aber wenn diese Knackpunkte nicht endlich öffentlich diskutiert werden, verharren sie in der Versenkung. Hier können auch Sie dazu beitragen, dass das nicht passiert. Nur die Zustände zu beklagen ist zu wenig. Es bedarf auch der Darstellung von Fehlern der Vergangenheit und wie diese ausgeglichen werden können. Kosten tut am Ende alles.

Kritik:

Auch wenn ich die Zuschrift nicht als Leserbrief gekennzeichnet hatte, erhebe ich keine nachträglichen Bedenken gegen die Veröffentlichung. Es ist aber äußerst bedauerlich, dass der Kern meines Anliegens verschwiegen wird. Damit wird mal wieder bestätigt, dass die Presse öffentliche Meinungen nur unvollstänig darstellt. Ich frage die Rheinische Post, warum sie meine Kritik an dem bestehenden System nicht aufgreift.

Langenfeld, den 19. Januar 2011


Riester-Rente

Trotz höchster Förderquote kommt die Riester-Rente nicht so in der Breite an, wie sie gedacht war. So berichtet jetzt die FAZ über eine Studie: "Arme verschmähen die Riester-Rente ".

Wie sollen auch diejenigen Bürger, die heute schon Probleme haben, sich ausreichend zu versorgen, noch Rücklagen aufbauen für eine Zeit, an der sie jetzt schon gar nicht zu denken wagen. Und wenn sie daran denken, fragen sie sich zu Recht, was die Vorsorge soll, wenn sie sich im Ernstfall doch wieder über eine Anrechnung auf die Grundsicherung im Alter als vergeudete Investition herausstellt.

Ich bleibe dabei, dass wir dringend eine Reform der Finanzierung unserer Umlagesysteme brauchen. Dazu habe ich mit meinen Vorstellungen über eine Wertschöpfungsabgabe einen Vorschlag unterbreitet.

Ergänzend dazu müssen auch dringend wieder die Arbeiten zum Bürgergeld und Schonvermögen aufgenommen werden. Auch dazu finden Sie Vorschläge auf dieser Seite.

18.02.2014


Zweifel am Sinn Kapital gestützter Altersvorsorge

Unter der Überschrift "EZB bringt deutsche Betriebsrente in Schieflage" berichtet DIE WELT über die Folgen sinkender Zinsen. Damit fühle ich mich mit meinen Forderungen, die Rentenfinanzierung zu ändern und alle Sonderformen staatlich gestützter Altersvorsorge abzuschaffen, bestätigt. Ein runderneuertes Umlagesystem, wie ich es im Artikel über eine Wertschöpfungsabgabe beschrieben habe, erscheint mir krisenfester. Dort habe ich bereits unter "2.2 Wirkungen" ausgeführt, dass ein solches System viel besser der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung folgen könnte. Maßnahmen der Geldpolitik hätten darauf nur Einfluss, wenn sie sich auch erfolgreich auf die reale Wirtschaft auswirken, nicht aber, wenn sie lediglich die Kapitalmärkte überschwemmen und die Börsenspekulation antreiben.

Bereits meinem Artikel zur Finanz- und Bankenkrise hatte ich den Leitsatz vorangestellt:

Geld hat keinen eigenen Wert;
Geld ist nur eine Verrechnungseinheit für Leistung.

Jeder Eingriff des Staates in den Geldkreislauf führt in die Irre; die Realwirtschaft lässt sich staatlich nicht erfolgreich steuern. Weitere Thesen über die Folgen verunglückter Finanzpolitik finden Sie unter: Gescheiterte Geschäftsmodelle.

10.08.2014

In einem Kommentar "Betriebsrente in Gefahr " beschäftigt sich die FAZ angesichts der "ultraniedrigen Zinsen" mit den Problemen der kapitalgestützten Betriebsrenten. Meine kritische Sicht wird damit wieder einmal bestätigt.

29.03.2015


Lebensversicherung vor dem Ende?

Unter der Überschrift "Wir erleben den Bankrott der Altersvorsorge" berichtet DIE WELT über Neuregelungen zur Lebensversicherung. Es wird deutlich aufgezeigt, welche Probleme die derzeitige Zinspolitik den Lebensversicherern bereitet.

Aus meiner Sicht ist es aber egal, in welche Zins basierte Kapitalanlage ein Bürger investiert. Reichtum fürs Alter kann er damit nicht ansammeln. Die Lebensversicherung bietet nur noch den großen Vorteil der Risikoabsicherung. Das muss bei der Wahl der Vorsorge beachtet werden!

09.10.2015


Neue Dimension der Altersarmut

Zeit-online berichtet: "Senioren haben hohe Schulden"

Das, was schon lange befürchtet wurde, scheint nun tatsächlich einzutreten. Die Renten sind zu gering, um davon eine angemessene Lebensgestaltung zu finanzieren. Und die Ersparnisse sind dann schnell dahin, zumal sie auch seit Jahren keine Zinsen mehr abwerfen.

Wir müssen wohl unseren Sozialstaat neu erfinden, damit die Erträge der boomenden Wirtschaft gerechter verteilt werden:

  • als angemessener Lohn der Erwerbstätigen,
  • als ausreichende Altersversorgung und
  • als Ertrag der Kapitalgeber.

Anregungen siehe oben!

11.11.2015


Neue Rente gegen Altersarmut

Jetzt ist sie wieder auf dem Tisch, die "Lebensleistungsrente". Unter der Überschrift "Neue Rente für Geringverdiener" berichtet die Rheinische Post über den aktuellen Vorstoß der SPD.

Richtig an dem Vorschlag ist, dass dem sinkenden Rentenniveau entgegen gesteuert werden muss; richtig ist auch die Frage nach der Finanzierung. Was aber soll die in dem Artikel unterschwellige Polemik gegen die Mütterrente?

Für mich zeigt die nun eröffnete Diskussion mal wieder, wie dringlich eine komplette Überarbeitung unserer Alterssicherungssysteme ist. Hierzu kann ich auf meine Vorschläge zur Einführung einer Wertschöpfungsabgabe und eines Bürgergeldes verweisen.

Wenn in einem Kommentar zu dem Artikel (nur Printausgabe) darauf verwiesen wird, dass Arme aus Scham den "Weg zum Amt" vermeiden und ihnen deshalb nur über einen Zuschlag zur Rente geholfen werden könne, deren Finanzierung aber dadurch gesichert sei, dass die Grundsicherung entlastet werde, bestätigt das doch eben den Zusammenhang, dass ein gerechter und unbürokratischer Ausgleich nur über das Bürgergeld als Negativsteuer zu erreichen ist.

Warum tut sich die Politik eigentlich so schwer, ganzheitliche Konzepte zu entwickeln? Die Probleme werden seit Jahren diskutiert und seit Jahren gibt es ganzheitliche Modelle. Statt dessen wird immer wieder nur ein Einzelproblem thematisiert. Angesichts bevorstehender Wahlen ein durchschaubares Manöver.

04.03.2016


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Altersarmut - Diskussion 2016


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