Parken in Langenfeld

Nicht mehr gebührenfrei?

In der Vorweihnachtszeit wurde den Langenfeldern unter dem Titel "Gratis-Parken adieu !" eine kostenträchtige Aussicht unterbreitet. Seither kommt es zu immer neuen Diskussionen und Vorschlägen, wie das Vorteilspaket des die erste Stunde gebührenfreien Parkens für den Bürger doch noch erhalten werden kann.

An dieser Diskussion wollte ich mich zunächst nicht beteiligen, weil es natürlich nicht mehr zeitgemäß ist, dieses mit hohen Kosten verbundene Förderprojekt weiterzuführen. Wenn dieses Projekt inzwischen jährlich rund 440.000 Euro Subventionen verschlingt, darf man sich schon fragen, ob das noch vertretbar ist.

Ich habe auch den Eindruck gewonnen, dass dies allen Bürgern klar ist, die sich bisher zu Wort gemeldet haben. Fraglich ist nur, wer die Kosten übernehmen soll. Soll die Stadt einfach kassieren - wie vorgeschlagen 50 Cent je angefangener Stunde - oder gibt es noch einen anderen Weg.

Bereits 2003 hatte ich als Sprecher der FDP-Fraktion im Bau- und Verkehrs- ausschuss angeregt, Gebühren nicht nach angefangenen Stunden zu berechnen. Auch hatte die FDP die Initiative zur gesetzlichen Legitimation der "Brötchentaste" in die Wege geleitet. Zur Erinnerung hier die damalige Pressemitteilung.

Unter Berücksichtigung der Haushaltsprobleme sollte man jetzt endlich diese alte Idee aufgreifen, und Gebühren erst nach Ablauf bestimmter Parkzeiten erheben. Für zeitgemäß würde ich jetzt eine Gebühr von 20 Cent nach 20 Minuten oder 30 Cent je abgelaufener halben Stunde halten. Für das Parken im Parkhaus kein Problem. Bei den Parkplätzen am Straßenrand oder auf den ebenerdigen Parkplätzen ließe sich das sicher auch mit den Parkscheinuhren technisch genau so gut einrichten, wie jetzt mit der ersten Freistunde.

Mit diesem Modell bleibt das Kurzzeitparken für die schnelle Erledigung immer noch gebührenfrei; für den Langzeitparker wird es etwas teurer. Das halte ich angesichts alternativer Verkehrsmöglichkeiten für gerecht.

Auf Urlaubsreisen und sonstigen Besuchen anderer Städte habe ich es immer als angenehm empfunden, wenn Parkgebühren nicht nach Stundentakt erhoben werden, sondern das Bummeln oder Einkaufen ohne Blick auf die Uhr erlauben.

Langenfeld, den 3. Januar 2013


FDP gibt erreichte Fortschritte auf

Jetzt hat die Rheinische Post in ihrer lokalen Printausgabe berichtet, dass die Ratsfraktion der FDP dem städtischen Modell zur Änderung der Parkgebühren zustimmt. Im selben Artikel hat die RP aber auch meinen vorstehenden Vorschlag zitiert.

Damit wird für alle Bürger hervorragend sichtbar, wie sich die örtliche FDP von eigenen liberalen Erfolgen verabschiedet.

Während alle großen Städte inzwischen Modelle verfolgen, die den Besuch der Einkaufszentren durch preiswertes Parken erleichtern und Langzeitparken für Pendler verteuern, damit diese die Innenstadt nicht blockieren, geht Langenfeld den umgekehrten Weg. Es verteuert den schnellen Einkauf im Stadtzentrum und verscheucht damit den Bürger aus den Randlagen und die auswärtigen Besucher. Von einer solchen Politik werden die Nachbarstädte und die Märkte auf der grünen Wiese profitieren. Das Nachsehen werden die Händler in der Innenstadt und der Marktbetrieb haben.

Noch ist Zeit, darüber nachzudenken und eine bessere Lösung zum überfälligen Abbau der nicht mehr zeitgemäßen Subvention zu suchen. Mein Vorschlag liegt auf dem Tisch.

Langenfeld, den 9. Januar 2013


Die Politik ist doch noch lernfähig

Der Vorschlag, das kostenfreie Parken gänzlich abzuschaffen, hat doch noch erfolgreichen Gegendruck erzeugen können. Der Presse ist jetzt die Mitteilung zugegangen, dass die "Brötchentaste" erhalten bleiben soll.

Einzelheiten finden sich auf der Homepage der CDU Langenfeld unter "CDU setzt sich für die „Brötchentaste“ ein". Prima, dass ein bewährtes Modell nicht vollends aufgegeben werden soll. Bleibt aber die Frage, warum die Gebühr nicht in kleinen Schritten gestaffelt wird. Aus meiner Sicht darf dann auch die zweite oder dritte volle Stunde gerne wieder einen vollen Euro kosten.

Langenfeld, den 30. Januar 2013

Und so berichtet die Rheinische Post über den Sinneswandel.


Was ist eigentlich schon wo beschlossen?

Jetzt ist in der Stadt zu beobachten, wie neben den bisherigen Parkschein-automaten neue aufgestellt werden. Möglicherweise technisch erforderlich, wenn es zu der Neuregelung kommt. Muss die aber so kompliziert sein, dass das die alten Automaten nicht schaffen? Eine öffentliche Diskussion darüber hat nicht stattgefunden.

Da ist offensichtlich alles schon wieder im geheimen Kämmerlein der Stadtentwicklungsgesellschaft festgeklopft worden. So war es ja auch, als im Jahre 2003 der Verkehrsausschuss nur noch die Übernahme der für die Parkhäuser festgezurrten Regelung auf die Parkplätze im öffentlichen Verkehrsraum beschließen durfte (musste).

Und da diese Geheimniskrämerei immer mehr zunahm, hat die FDP mit Antrag vom 18. Dezember 2006 gefordert, die Satzungen zu ändern, um so mehr Transparenz zu erreichen. Das scheint noch immer nicht zu funktionieren.

Langenfeld, den 18. Februar 2013

Die Rheinische Post hat diesen Hinweis aufgegriffen und berichtet unter der Überschrift "Verwaltung tauscht alte Parkschein-Automaten aus" über das Ergebnis ihrer Recherchen.


Eintrittsgeld für die Stadtmitte

Über das Ergebnis der Verkehrsausschusssitzung berichtet die Rheinische Post unter der Überschrift "Ab April kostet eine Stunde Parken 50 Cent". Jetzt bleibt abzuwarten, ob die Rechnung aufgeht. Für kurze - gebührenfreie - Erledigungen bietet die "Bötchentaste" mit 15 Minuten nicht genügend Raum und ob die Verbilligung ab der dritten Stunde wirklich zu einem längeren Aufenthalt in der Stadt lockt, erscheint doch sehr fraglich.

Lichtblick ist allein, dass nun überlegt werden soll, "ob Autofahrer mit einem Parkschein aus einem Automaten innerhalb der bezahlten Zeitspanne für mehrere Erledigungen an verschiedenen Stellen parken können." Mit diesem Prüfauftrag wird auch deutlich, dass sich die Mehrheitsfraktion über die Folgen ihrer Entscheidung noch nicht recht einig ist und nach einem Trostpflaster sucht. Eine solche Modellvariante hat dann endgültig den Charakter eines Eintrittsgeldes für die Stadtmitte.

Langenfeld, den 23. Februar 2013


Erfahrungsberichte

WZ vom 15.04.2013: "Brötchentaste: Parken nur noch 15 Minuten kostenfrei"

RP vom 18.04.2013: "Neue Gebühren: Parkplätze bleiben leer"

RP vom 10.06.2013: "Die neue Parkgebühr schadet Langenfeld"

RP vom 28.09.2013: "Kunden parken jetzt kürzer"

RP vom 25.03.2014: "Kunden haben Parkgebühren akzeptiert"

RP vom 13.11.2014: "Parken in der City wirft Geld ab"


Überschuss regt zu neuem Denken an

Jetzt macht die Stadt plötzlich Gewinne mit der Parkraumbewirtschaftung. Das regt zur Nachdenklichkeit an. Unter der Überschrift "BGL für längeres Parken mit der Brötchentaste" berichtet die Rheinische Post von einem Vorschlag der B/G/L.

Wie ich am Beginn dieser Seite ausgeführt habe, ist es einfacher und gerechter, die Parkgebühren nach tatsächlicher Inanspruchnahme des Stellplatzes zu berechnen. Im Geschäft lege ich auch nicht erst das Geld auf die Ladentheke und überlege mir nachher, was ich kaufe. Warum also nicht auch die Parkgebühren nach der Anzahl der tatsächlich in Anspruch genommenen Tarifstufen zu staffeln und dabei eben die ersten Minuten frei zu lassen, wenn denn die jeweilige Stufe nicht voll genutzt wird.

Ob nun 20 Cent je 20 Minuten oder 30 Cent je 30 Minuten eingenommen werden sollen, ist dann nicht so wichtig. Aber keiner muss sich dann mehr ärgern, wenn er zwar noch innerhalb des Stundentaktes rechtzeitig am Kassenautomaten eingetroffen ist, aber wegen der dortigen Warteschlange dann doch überzogen hat und für die letztlich nicht genutzte nächste Stunde bezahlen muss.

Es wäre gut, wenn mit dem Vorstoß der B/G/L endlich auch der Gerechtigkeitsgedanke in die Diskussion eingebracht werden könnte.

23.12.2014

Rheinische Post vom 09.03.2015: "Händler begrüßen neue Parkgebühr-Idee"


17.09.2016 - Rheinische Post: "Stadt kassiert jetzt an mehr Parkplätzen"

Zitat aus dem Bericht: "Die Aufregung vor und nach dem Wegfall dieser gebührenfreien Stunde zum 1. April 2013 hat sich längst gelegt. Autofahrer akzeptieren die verträglichen 50 Cent pro angefangener Parkstunde, zumal der Automat für kurze Erledigungen per so genannter Brötchentaste gratis ein 15-Minuten-Ticket ausspuckt."

Schade; wieder eine Gelegenheit verpasst, meinen alten Vorschlag aufzugreifen und Parkgebühren nach dem Umfang der abgelaufenen Parkzeit in kleineren Takteinheiten zu berechnen (siehe oben). Dabei hätte dieser sogar noch Mehreinnahmen beim Langzeitparken erzielt!


23.12.2016 - Rheinische Post:
"Stau vor Parkautomat sorgt für Ärger"

Zitat aus dem Bericht:
"Antwort von Geschäftsführer Beul. 'Wir wollen die Parkautomaten-Systeme in der Stadtmitte vereinheitlichen und deshalb ohnehin neue Geräte anschaffen', erklärt der Mann, der in seinem Hauptjob den Fachbereich Stadtentwicklung im Rathaus leitet. 'Deshalb haben wir uns nach dem Einbruch in die Tiefgarage im November entschieden, für die kurze Übergangszeit mit nur einem Leihgerät vorliebzunehmen.' "

Für die Übergangszeit Ersatz zu mieten, ist ja keine schlechte Idee. Aber warum nicht gleich für beide beschädigten Kassenautomaten ein Ersatzgerät? Hat denn keiner die Hoffnung gehabt, dass es zu Weihnachten in der Innenstadt voll werden könnte?

Immer diese Überraschungen!

So wie das Chaos auf der Opladener Straße in Reusrath.

Und noch zwei Anmerkung kommen mir in den Sinn.

  • Wenn schon ein neues Automatensystem eingeführt werden soll, könnte man doch auch mal meinem oben noch einmal unterbreiteten Vorschlag nähertreten und die Parkgebühren insgesamt bürgerfreundlicher gestalten.
  • Auch sollte mal geprüft werden, ob der eine Kassenautomat für das Parkhaus auf dem zentralen Kaufhaus "Sass am Markt" reicht; auch dort sind oft lange Schlangen zu beobachten, die den Nutzen der "Brötchentaste" ins Leere laufen lassen.

17.02.2017 - Rheinische Post: "In der Tiefgarage droht wieder Stau"

Zitat aus dem Bericht:
"In der Tiefgarage der Langenfelder Stadtgalerie ist erneut ein Kassenautomat geknackt worden. Rund drei Monate nach dem letzten Aufbruch traf es diesmal eines der beiden praktisch nigelnagelneuen Geräte."

Auch wird in dem Bericht noch einmal auf die vorstehende Kritik hingewiesen. Mal Abwarten, ob daraus gelernt worden ist. Den Einbruch selbst kann man der SEG nicht unbedingt ankreiden.


14.03.2017 - Rheinische Post:
"Stadtschlüssel" kommt erst im Sommer

Zitat aus dem Bericht:
"Dann können Langenfelder kontakt- und bargeldlos parken und Punkte beim Einkauf sammeln."

Immer diese Fantasien von einer schönen Zukunft!

Seit dem Einbau der neuen Schrankenanlage für das Parkdeck auf dem Kaufhaus "Sass am Markt" ist zu beobachten, dass das Einfahren länger dauert. Fakt ist nämlich, dass die Taster an den neuen Säulen zum Ziehen des Parktickets nur noch mit großen Verrenkungen zu erreichen sind oder der Vorderreifen an dem Bordstein entlang schrappt, auf dem die Säule montiert ist. Die Säulen sind ganz offenkundig auf gerade Ein- und Ausfahrten optimiert und nicht für die Aufstellung in einer Kurve geeignet.

Wenn in Zukunft dank der an einem "Galgen" angebrachten Sensortechnik für das kontaktose Lesen des "Stadtschlüssels" dies Problem gelöst ist, stellt sich allerdings die Frage, ob damit der Bürgermeister noch mehr Kontrolle über das Verhalten seiner Bürger erlangen will, denn irgendwie werden dann ja wohl persönliche Daten über das Einkaufen in der Stadt und die Parkgewohnheiten zusammengeführt. Von Datenschutz keine Spur!


Nach oben