Straßenreinigung

Ist Schneeräumen ein Problem?

Der neue Fraktionschef der SPD meinte nach den ersten Schneefällen dieses Winters, der städtische Bauhof müsse besser ausgerüstet werden, um einem solchen "Chaos" erfolgreicher begegnen zu können.

Inzwischen hat die Rheinische Post wohltuende Leserbriefe veröffentlicht, die diesen irrwitzigen Vorstellungen energisch entgegenhalten und klarstellen, dass eine Stadt weder verpflichtet noch in der Lage ist, den Folgen des nun zweimal kurz hintereinander erlebten Schneefalls 100%ige Lösungen entgegenzusetzen. Schneefall ist nun mal ein Naturereignis, mit dem jeder Einwohner auf seine Art umzugehen hat. Diesem Grundsatz pflichte ich voll und ganz bei.

Ein anderes Problem ist vom Schnee aber verdeckt worden und wird erst jetzt wieder mit dem beginnenden Tauwetter sichtbar. Das sind die Folgen der Silvesterknallerei.

Ich frage mich jedes Jahr immer wieder, warum nicht rechtzeitig dazu aufgerufen wird, dass diejenigen, die damit ihren Spaß haben wollen, auch hinterher für die Beseitigung der Folgen verantwortlich sind? Über das Schneeereignis wird lamentiert und der Ruf nach dem Staat bzw. der Kommune erschallt allzu schnell. Wer geht aber endlich den Dreckspatzen an den Kragen?

Langefeld, den 14. Januar 2010


Auch hier lohnt es sich, über den Satz von Richard von Weizsäcker in seinen Erinnerungen "Vier Zeiten" nachzudenken:

"(...) noch immer muss die Allgemeinheit dort die Kosten tragen, wo der private Markt externe Folgen verursacht, die nicht im Preis enthalten sind."

Ich frage mich, warum erhalten die Kommunen keine Abgabe aus den Erlösen des Geschäfts mit den Silvesterknallern, damit daraus die Beseitung des Drecks finanziert werden kann?

Das vollständige Zitat und die Fundstelle finden Sie beim Thema Benzinpreise.


Alle Jahre wieder ....

... fällt das Laub hernieder. Unter der Überschrift "Herbst – so ein Kehricht !" schreibt die Rheinische Post über die Folgen der vor sechs Jahren verschärften Kehrpflicht, die die Anwohner so genannter Bürgerstraßen trifft.

Wie ich bereits in dem Artikel vom 14.01.2010 angemerkt habe, sind es nicht die Naturereignisse, die der Allgemeinheit Pein bereiten, nein, zum Ärgernis entwickeln sich die mutwilligen Verschmutzungen von Dreckfinken, die zwar ihren Spaß wollen, aber nicht bereit sind, den von Ihnen erzeugten Dreck auch selbst wieder zusammenzukehren.

Statt mit Bußgeldern zu drohen, wenn Anlieger das Laub nicht zusammenkehren, sollten sich die Verantwortlichen im Rathaus mal lieber um den Silvesterdreck kümmern, der noch immer im Stadtgebiet zu finden ist - und demnächst sicher wieder aufgefüllt wird. Ich habe jedenfalls viel Verständnis für Bürger, die sich weigern, den Dreck anderer zusammen zu kehren.

Zuzustimmen ist der in dem Artikel zum Ausdruck gekommenen Kritik, dass eben ältere Mitbürger so ihre Schwierigkeiten haben, das Laub wegzuschaffen. Es ist auch völlig uneffektiv, dass jeder Bürger quer durch die Stadt fahren soll, um die Laubhaufen zu entsorgen. Und wenn dann der für die städtischen Einnahmen Verantwortliche meint, es sei ein gutes Geschäft für die Stadt, weil "die Mitarbeiter des Betriebshofs (...) durch den Wegfall der Reinigung von Anliegerstraßen in anderen Bereichen intensiver eingesetzt werden (können) – etwa zur Pflege der Innenstadt und der Bereiche rund um die S-Bahnhöfe", zeugt das von der Arroganz, mit der sich die Verwaltungsspitze immer wieder über berechtigte Klagen hinwegsetzt und lieber mit Show-Effekten in der Innenstadt punkten will.

Langenfeld, den 15. Oktober 2012


Neujahr 2014 - Es geht auch anders!

Ich bin noch nicht in der ganzen Stadt herum gekommen. Mit Freude habe ich aber bereits zur Kenntnis genommen, dass in unserer Nachbarschaft zwar auch an Silvester reichlich Raketen gezündet worden sind, aber der Dreck doch weitgehend zusammengekehrt worden ist. Aus einer Anfrage der Rheinischen Post habe ich aber schließen müssen, dass das doch noch nicht überall so ist.

Es gibt viele Regelungen, die das Zusammenleben der Menschen erleichtern sollen. Es ist auch jedem Bürger Freude am Spiel zu gönnen. Aber schon von meinen Altvorderen habe ich den Spruch zur Kenntnis genommen: "Wer feiern kann, kann auch arbeiten." Offensichtlich findet dieser Spruch ja doch noch Beachtung in unserer auf Konsumfreude ausgerichteten Gesellschaft und veranlasst doch wieder Feiernde, am nächsten Tag den Dreck fortzuräumen.

02.01.2014

Leider gilt mein guter Eindruck nicht für die ganze Stadt; die Rheinische Post berichtet: "Kampf gegen Feuerwerks-Matsch". Schade!


Städtische Straßenreinigung von Wohnstraßen

Unter dieser Überschrift äußert sich jetzt der frühere Fraktionsvorsitzende der FDP und ehemalige stellvertretende Bürgermeister Rolf D. Gassen auf lokalkompass.de zu Problemen bei der Reinigung von Anwohnerstraßen.

Gut so; da kann ich ihm nur uneingeschränkt zustimmen. Es ist überhaupt nicht einzusehen, dass sich die überwiegend älteren Mitbürger in den Wohngebieten mühen sollen, den Dreck fortzuräumen, den andere auf der Straße achtlos hinterlasssen. Auch stellt sich die Frage, ob die Stadt es nicht mehr für notwendig erachtet, das immer häufiger im Rahmen der Straßensanierung und des Straßenneubaus reichlich angepflanzte Begleitgrün zu pflegen.

Die Pflanzinseln verunkrauten zusehends und die Samen verteilen sich in den Gossen und auf den Gehwegen. Und wenn dann noch Dauerparker, denen weder eine Garage noch ein Einstellplatz auf Privatgelände zur Verfügung steht, oder die sich einfach die Mietkosten sparen, die Parkbuchten blockieren, sind auch Gutwillige nicht in der Lage, diese zu reinigen. Ganz abgesehen davon, dass sich unter den Radfahrern immer mehr die Unsitte breit macht, die Gehwege zu befahren; vergl. Fahrradstadt Langenfeld! Straßenreinigung ist unter solchen Umständen keine vergnügungssteuerpflichtige Veranstaltung.

Die Forderung von Herrn Gassen, das "Konzept zur Reinhaltung der Bürgerstraßen (zu) überdenken und (zu) ändern", unterstütze ich mit Nachdruck.

14.07.2014

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Heute ist eine Arbeitsgruppe des Betriebshofes auf der Brunnenstraße unterwegs, um die Pflanzinseln zu reinigen. Der Aufwand an Absperrmaßnahmen, der dabei zum Eigenschutz der Arbeiter betrieben wird, belegt, dass solche Arbeiten keinesfalls den Bürgern zugemutet werden können.

24.07.2014

Unter der Überschrift "Städte bereiten sich auf den Herbst vor" berichtet die Rheinische Post über die doch sehr unterschiedlichen Regelungen zur Straßenreinigung in den Städten Langenfeld, Monheim, Hilden und Haan. Da kann auch Langenfeld noch einiges verbessern im Interesse einer bürgerfreundlichen Politik. Dabei sollten die von Herrn Gassen zitierten Gedanken zur Gerechtigkeit des Langenfelder Systems doch einmal im Rathaus vertieft werden.

13.10.2014


Stadt versendet Aufruf zur Sauberkeit

Ich traute meinen Augen nicht. Der heute in meinem Briefkasten gelandete prall gefüllte Brief der Stadt Langenfeld enthält neben dem Bescheid über die Grundbesitzabgaben für das neue Jahr eine "Information für alle Haushalte in Langenfeld" mit einem Aufruf, der Bürger möge sich für die Sauberkeit unserer Stadt einsetzen.

Überall dort, wo Bürger in ihrem Eigentum wohnen, ist es sauber.

Dreck - wie jetzt nach der Silvesterknallerei - findet sich dort, wo Mieter in anonymen Wohnblocks leben und sich die Eigentümer (meistens Finanzinvestoren mit auswärtigem Sitz) nicht für das Umfeld ihres Projektes interessieren.

Warum hat die Stadt nicht wenige Tage vor dem Jahresende gezielt in diesen Häusern dafür geworben, nach der Silvesterknallerei am Neujahrsmorgen den Besen in die Hand zu nehmen und den Dreck zu entfernen? Da sollte einfach mal seitens der Stadt gefordert werden, die Silvesterreste ebenso pünktlich zu entfernen, wie das für die Gehwegreinigung bei Schneefall vorgeschrieben ist, und zwar von denen, die den Dreck verursacht haben!

Den Abgabenbescheid mit dem Aufruf erhalten nur die Hauseigentümer.

Bei den Finanzinvestoren landet der Bescheid in der Buchhaltung und das Beiblatt mit dem Aufruf im Papierkorb!

Was hat dieser wirkungslose Schwachsinn schon wieder gekostet?

10.01.2015 - zugleich der Rheinischen Post als Leserbrief angeboten!


Die Schmutzecken von Langenfeld

Auf ihrer Internetseite erläutert die Stadt die den Bürgern laut Satzung über die Straßenreinigung und die Winterwartung auferlegten Pflichten. Wie ich schon im vorstehenden Artikel beschrieben habe, verhallen diese Aufrufe aber auf dem Weg zu den auswärtigen Finanzinvestoren. Kein Wunder, dass es rund um so einen Bau inzwischen so aussieht:

Inzwischen habe ich mich noch einmal intensiv mit der Satzung beschäftigt.

Im Jahre 2006 ist die Straßenreinigungsgebühr abgeschafft worden, um die Bürger finanziell zu entlasten. Es war ein entscheidender Fehler, darauf zu vertrauen, dass alle Eigentümer von Grundstücken ihre Pflichten ernst nehmen. Da, wo die Bürger im Eigentum wohnen, sieht es auch heute fast immer noch gut aus. Aber der Aufruf an die Finanzinvestoren ist eben im Papierkorb der Buchhaltung gelandet und die Stadt kontrolliert sie nicht. Auch wird im Zentrum der Stadt fleißig gereinigt. Selbst Straßen, die bisher von den Bürgern zu reinigen waren, obliegen nun der städtischen Obhut, nachdem dort ein Kindergarten eröffnet worden ist und Fremdverkehr anzieht.

Aber auch dabei ist die Stadt nicht konsequent. Die vorstehenden Fotos betreffen einen Straßenbereich, der mit der Neustraße als viel befahrene Querverbindung zwischen der Opladener und der Rheindorfer Straße genutzt wird und zugleich mit der Brunnenstraße als Zuwegung zur Grundschule, dem Kindergarten und dem Sportzentrum Reusrath dient. Hier reinigt keine städtische Kehrmaschine; dafür aber regelmäßig die Alte Schulstraße, die für den Fremdverkehr gesperrt ist und nur den Anliegern dient.

Auf diese unverständliche Logik habe ich schon vor Monaten den städtischen Betriebshof, die B/G/L und später auch die CDU-Reusrath hingewiesen. Aber keiner rührt sich. Darum mache ich den Vorgang hiermit öffentlich. So können sich alle Bürger ein Bild davon machen, wie schizophren das Verhalten des in jede Kamera lächelnden Bürgermeisters ist.

Und da erinnere doch gerne noch einmal an die Äußerungen des früheren Fraktionsvorsitzenden der FDP und ehemaligen stellvertretenden Bürgermeister Rolf D. Gassen auf lokalkompass.de zu Problemen bei der Reinigung von Anwohnerstraßen. Und nehme auch für mich in Anspruch, dass ich in meinem Alter nicht mehr die Drecksarbeit erledigen muss, nur weil ich an einer Bürgerstraße und nicht im Stadtzentrum wohne. Gleiches Recht für alle - in Langenfeld offensichtlich ein Fremdwort - muss endlich deutlich ins Rampenlicht gerückt werden.

Inzwischen habe ich mich weiter in der Stadt umgesehen und festgestellt, dass auch in anderen Bürgerstraßen das Unkraut aus den Rinnsteinen wächst. Selbst an Hauptstraßen, die doch eigentlich von der Kehrmaschine gereinigt werden sollen, findet man sprießendes Grün an allen Ecken. Statt den Bestand regelmäßig zu pflegen, werden immer neue Blumenbeete angelegt, auch dort, wohin sich kaum einer verirrt. Im neuen Gewerbegebiet Reusrath Nord-West zum Beispiel kann man die städtische Anpflanzung kaum noch von dem sie umschließenden Brachland unterscheiden. Da ist einfach falscher Aktionismus unterwegs.

24.05.2017 - zuletzt überarbeitet am 28.06.2017


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