Wohnungsmarkt in Langenfeld

Unter der Überschrift "Es fehlen kleine, preiswerte Wohnungen" berichtet jetzt die Rheinische Post über das Ergebnis eines Gutachtens, das der Stadt jetzt vorliegt. Danach hat es ein Jahr gedauert, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass sich ein Mangel an kleinen Wohnungen abzeichne.

Welch eine Erkenntnis für sicher mal wieder viel unnützes Geld!

Das Thema des fehlgelenkten Wohnungsbaus in Langenfeld ist alt und das Gutachten sagt doch nichts neues. Ich habe das schon vor Jahren aufgegriffen:

In den Beratungen zum B-Plan "Locher Wiesen" hat der städtische Planer meine Hinweise auf die wahren Bedürfnisse als unbewiesene Vermutungen abgetan. Jetzt zeigt sich aber, wie recht ich doch hatte. Wer zahlt jetzt eigentlich das Geld für das Gutachten, wo doch die Fakten längst auf dem Tisch lagen?

13.03.2015


Gutachten macht unlogische Vorschläge

Vorab folgende Links:

Mit dem Gutachten wird durchgängig bestätigt, dass Langenfeld eine Wohnstruktur besitzt, die Fläche kostet. Wenn sich 48 % der Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern, aber nur 6 % in Mehrfamilienhäusern mit mehr als 12 Wohnungen befinden, belegt das die Fehlentwicklung der gesamten bisherigen Planung in einer Stadt, die kaum noch Freiräume hat. Wenn das Gutachten empfiehlt, das hohe Nachfragepotential für eine weitere Entwicklung von Bauflächen zu nutzen, widerspricht das einem sinnvollen Umgang mit der verbliebenen Freifläche. Die Gutachter schreiben selbst: "Nachteile wären ein höherer Flächenverbrauch, höhere Infrastrukturkosten und ein stärkeres Verkehrsaufkommen."

Bitte lesen Sie selbst! Wollen Sie eine solche Entwicklung?

19.03.2015


14.09.2016 - Rheinische Post: "Anwohner sind gegen Gewerbegebiet"

Zitat aus dem Bericht: "Planungsamtsleiter Stephan Anhalt will den Bebauungsplan für das Gelände so ändern lassen, dass es gewerblich nutzbar wird. Anlass sei die Anfrage für den Bau eines größeren Mehrfamilienhauses an der Hardt."

Sicher bereitet das Wohnen an einer vielbefahrenen Bundesstraße keine sehr große Freude. Wenn sich aber ein Investor findet, der endlich auch mal wieder Geschosswohnungsbau in Langenfeld errichten will, sollte man dem doch offen gegenüber sein.

Zitat aus der Vorlage: "Trotz der (...) eingeschränkten Wohnbedingungen, scheint es aufgrund der insgesamt hohen Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken in Langenfeld, selbst für derartige Lagen dennoch einen Markt zu geben."

Gut, dass die Mehrheitsfraktion noch einmal in sich gehen will!

Entscheidung in der Sitzung des Planungsausschusses am 17.11.2016

In der heutigen Sitzung des Planunungsausschusse gab es zu dem vorgenannten Thema eine Überraschung. Diese deutete sich schon zu Beginn an, als Anlieger des Hans-Sachs-Weges noch einmal eindringlich ihre Bedenken gegen die Ausweitung des Gewerbegeländes in ihrer Nachbarschaft vortrugen. Der Vorsitzende verwies auf die zu erwartende Diskussion.

Tatsächlich kündigte die CDU dann an, dass sie der Verwaltungsvorlage nicht folgen werde. Die Umwidmung der Wohngrundstücke in Gewerbeflächen wurde einstimmig bei zwei Enthaltungen abgelehnt.

Zuvor war das Strategiekonzept Wohnen 2025 vorgestellt worden. Dabei wurde auch erörtert, dass Langenfeld Sozialwohnungen benötigt. Da hätte es auch nicht gepasst, Geschosswohnungsbau zu verhindern.

Dazu am 19.11.2016 die Rheinische Post:
"Widerstand gegen das Rathaus hat gefruchtet"

Zitat aus dem Bericht:

" 'Politik ist lernfähig', gab der Ausschussvorsitzende Georg Loer (CDU) der im Ratssaal erschienenen Nachbarschaft mit auf den Heimweg. Die Planer sollten es auch sein."


19.05.2017 - Rheinische Post: "Stadt kurbelt Sozialen Wohnungsbau an"

Zitat aus dem Bericht:

" 'Wir wollen die Einwohnerzahl von etwa 59.000 halten', nannte Stadtplaner Stephan Anhalt eine Prämisse. Es müsse beim Häuserbau an junge Familien gedacht werden, aber auch an Geringverdiener und Sozialhilfeempfänger."

Sieht man sich die Beratungsunterlagen näher an, fällt auf, dass immer noch der Bau von Einfamilien- und Doppelhäusern Vorrang vor dem Bau von Sozialwohnungen hat. Der Antrag von SPD und Grünen auf eine feste Quote für Sozialwohnungen wurde ja auch abgelehnt!


14.06.2017 - Rheinische Post: "Hier entstehen neue Sozialwohnungen"

Zitat aus dem Bericht:

"Am Donnerstag nächster Woche beraten die Stadtpolitiker im Planungsausschuss über drei konkrete Bauvorhaben. 'Wir hoffen, dass sie mit den darin enthaltenen Sozialwohnungen bis 2020 umgesetzt sind', sagt der städtische Planungsamtschef Stephan Anhalt. 'Diese Zeitspanne ist schon knapp, aber die drei Projekte sind zur Entlastung auf dem Langenfelder Wohnungsmarkt sehr wichtig.' "

Auch wenn es sich bei dem im Ortsteil Reusrath gelegenen Plangebiet wieder um ein gemischtes Projekte handelt, so haben erstmals Plangebiete mit einem beachtlichem Anteil Sozialwohnungen Vorrang und führen in der Stadtmitte zu einer löblichen Verdichtung!

Nachtrag vom 29.06.2017:
Lt. Internetseite der Stadt Langenfeld steht jetzt ein Eckgrundstück an der Kölner Straße zum Verkauf: "Ausschreibung eines städtischen Grundstücks zur Schaffung von sozialem Wohnraum"
Vergleichen Sie dazu meine Kommentierung im Themenstrang "Fahrradstadt Langenfeld"

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