Gewässerschutz in Langenfeld

Überschwemmungsgebiete ausgewiesen

Unter der Überschrift "Bäche bekommen Hochwasser-Zonen" berichtet die Rheinische Post über ein Offenlegungsverfahren zur Sicherung von Überschwemmungsgebieten - auch auf Langenfelder Stadtgebiet!

"Kaum vorstellbar" wird mancher sagen.

Folgt man dem von der RP angebotenen Link zur Bezirksregierung, findet man nach reichlich Suche folgende Karten, aus denen ich weiter unten die für unser Stadtgebiet relevanten Ausschnitte angefertigt habe:

Es ist auf den ersten Blick überraschend, welche Flächen des Stadtgebietes hochwassergefährdet sind. Bei genauerer Betrachtung stellt man schnell fest, dass es die Stellen sind, an denen sich tatsächlich leichte Mulden im Gelände befinden.

Am interessantesten ist natürlich der Galkhausener Bach in seinem Verlauf durch die Innenstadt:

Lilienthalweg / Zeppelinweg:

Talstraße ab Kulturzentrum beginnend südwärts:

Zitat aus dem Bericht:

"So wie in anderen Regionen Deutschlands geschehen, könnten harmlos erscheinende Bäche durch Starkregen und hohen Wasserzufluss ansteigen, Straßen überspülen und Schäden anrichten. 'Das soll durch festgelegte Überschwemmungsgebiete verhindert werden, in denen sich das Hochwasser wie in Auen schadlos ausbreiten und danach wieder abließen kann.' "

Eine solche Zielsetzung ist aber - wie die Kartenausschnitte deutlich machen - in Langenfeld so nicht möglich, denn der Bachverlauf ist eng bebaut. Man muss deshalb die blau markierten Gebiete als Gefährdungszonen ansehen, ohne dort vor Ort Abhilfe schaffen zu können. Notwendig ist es somit, bereits am Zulauf in Galkhausen geeignete Flächen zu finden, die als Auen hergerichtet werden können.

Platz dafür habe ich in dem nachstehenden Kartenausschnitt grün eingezeichnet.

  • Nördlich der A 542 handelt es sich dabei um ein Brachgelände, das wegen seiner Abgelegenheit nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann. Die Höhenlage zum Bachniveau erscheint aber schwierig und erfordert tiefe Einschnitte in das Gelände.
  • Südlich der A 542 befindet sich bereits östlich des neuen Gewerbe-gebietes an der Albert-Einstein-Straße eine große Regenrückhalte- und Versickerungsanlage. Sie müsste entsprechend umgestaltet werden. Angesichts der von der Bezirksregierung aufgezeigten Gefahrenlage für die Innenstadt muss sowieso verhindert werden, dass ein Überlaufen dieser Anlage im Gewerbegebiet nicht noch zusätzliche Gefahren für die Innenstadt heraufbeschwört!

Auch der Bebauungsplan "Locher Wiesen" sollte unter dem Aspekt des Gewässerschutzes noch einmal überdacht werden, ehe dort mit Erschließungsarbeiten begonnen wird. Schließlich mündet der Reusrather Bach in den Galkhausener Bach. Das Plangebiet neigt schon jetzt bei Starkregen zu dramatischen Überschwemmungen, die nur in Richtung Stadtmitte abfließen können. Ob die auf dem Weg vorhandenen Rückhaltebecken ausreichend dimensioniert sind, erscheint zweifelhaft.

Der zunächst harmlos klingende Bericht der Rheinischen Post offenbart aus meiner Sicht die Notwendigkeit, dass sich die in der Stadt Zuständigen ernsthaft mit den Folgen der sich häufenden Extremwetterlagen auseinandersetzen müssen.

02.10.2016

Übrigens; das ist die Info der Stadt zu dem Thema:
Hinweis auf Festsetzung von Überschwemmungsgebieten in Langenfeld

Vortrag im Umweltausschuss

Ich hatte mich nach Freischaltung des vorstehenden Artikels auch an das "Grüne Telefon" der Bezirksregierung gewandt und zum Ausdruck gebracht, dass ich über die nun aufgedeckten Gefahren sehr erschrocken bin. Ich habe heute von dort den Hinweis erhalten, dass der Vertreter der Bezirksregierung am 17.11.2016 im Umweltausschuss der Stadt Langenfeld zu dem Thema vortragen wird. Diesen Termin sollten sich die Bürger schon jetzt vormerken, die nach den von mir veröffentlichten Karten von den Gefahren einer Überschwemmung betroffen sind.

28.10.2016


Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses / Datenportal

Ich habe mir heute den Vortrag von Herrn Matthias Ufer von der Bezirks-regierung Düsseldorf im Planungs- und Umweltausschuss angehört. Er hat sehr engagiert auf die Gefahren von Extremwetterlagen hingewiesen. Die entwickelten Karten beruhen auf Höhenmessungen.

Wenn Bachläufe, die an sich ausreichend leistungsfähig sind, durch Senken geführt werden und mit geringem Querschnitt Sperrbauwerke wie Straßen-brücken überwinden müssen, kann es zu einer beträchtlichen Staugefahr kommen. Wenn dann in dem Überschwemmungsgebiet Schadstoffe gelagert sind, führt das zu einer erheblichen Gefahrensteigerung, die weit über das Potential der eigentlichen Überschreitung des Wasserpegels hinausgeht. Sinn der Übung ist es also, mögliche Gefahren für das Grundwasser und die eigene Gebäudesubstanz (Kontamination der Gebäudemauern durch auslaufendes Heizöl) zu minimieren.

Jetzt gibt es zu dem Thema ein landesweites Geo-Datenportal:

Überschwemmungsgebiete NRW

Am oberen Rand der Karte kann man seine konkrete Adresse eingeben und erhält Auskunft, ob und in welchem Umfang das eigene Grundstück betroffen ist. Gibt man nur den Ortsnamen ein, erhält man eine übersichtliche Gesamtkarte seines Wohnortes.

17.11.2016

Herr Ufer hat mir inzwischen wie zugesagt, die weiteren von ihm vorgestellten Links zu informativen Seiten zur Verfügung zu gestellt:

18.11.2016

Dazu am 19.11.2016 die Rheinische Post:
"Anwohner von Bächen fürchten um ihre Keller"

Zitat aus dem Bericht:
"Politiker aller Parteien befürworteten in der Sitzung das Vorhaben, doch seien betroffene Anwohner zu informieren. Chefplaner Ulrich Beul sicherte entsprechende Infos wie auch Gespräche mit der Feuerwehr bezüglich des Verbots wassergefährdender Stoffe zu."


Bitte lesen Sie auch weiter auf der Internetseite von Wassernetz NRW:
Potenzial für natürliche Wasserrückhaltemaßnahmen


12.05.2017 - Rheinische Post: "Galkhausener Bach soll sich schlängeln"

Zitat aus dem Bericht:

"Nach Wedmanns Worten werde sich am Galkhausener Bach die Situation durch die Renaturierung verbessern. 'Das Wasser bekommt mehr Retentionsraum, auf dem es sich ausbreiten und nach und nach abließen kann.' "

Die jetzt zur Umsetzung anstehenden Maßnahmen dienen der konsequenten Bekämpfung der oben beschriebenen Gefahren. Es ist erfreulich, dass diese innerhalb eines Jahres nach Offenlegung der Probleme zügig angegangen werden.


19.07.2017 - Rheinische Post: "Neues Becken fasst zwei Millionen Liter"

Es tut sich was beim Gewässerschutz; eine äußerst kritische Stelle wird entlastet!


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