Gewässerschutz in Langenfeld

Überschwemmungsgebiete ausgewiesen

Unter der Überschrift "Bäche bekommen Hochwasser-Zonen" berichtet die Rheinische Post über ein Offenlegungsverfahren zur Sicherung von Überschwemmungsgebieten - auch auf Langenfelder Stadtgebiet!

"Kaum vorstellbar" wird mancher sagen.

Folgt man dem von der RP angebotenen Link zur Bezirksregierung, findet man nach reichlich Suche folgende Karten, aus denen ich weiter unten die für unser Stadtzentrum relevanten Ausschnitte angefertigt habe:

(Links am 06.06.2018 überarbeitet nach einem freundlichen Hinweis von Herrn Ufer - Bezirksregierung Düsseldorf!)

Es ist auf den ersten Blick überraschend, welche Flächen des Stadtgebietes hochwassergefährdet sind. Bei genauerer Betrachtung stellt man schnell fest, dass es die Stellen sind, an denen sich tatsächlich leichte Mulden im Gelände befinden.

Am interessantesten ist natürlich der Galkhausener Bach in seinem Verlauf durch die Innenstadt:

Lilienthalweg / Zeppelinweg:

Talstraße ab Kulturzentrum beginnend südwärts:

Zitat aus dem Bericht:

"So wie in anderen Regionen Deutschlands geschehen, könnten harmlos erscheinende Bäche durch Starkregen und hohen Wasserzufluss ansteigen, Straßen überspülen und Schäden anrichten. 'Das soll durch festgelegte Überschwemmungsgebiete verhindert werden, in denen sich das Hochwasser wie in Auen schadlos ausbreiten und danach wieder abließen kann.' "

Vorschlag für eine sachgerechte Gefahrenabwehr

Eine solche Zielsetzung ist aber - wie die Kartenausschnitte deutlich machen - in Langenfeld so nicht möglich, denn der Bachverlauf ist eng bebaut. Man muss deshalb die blau markierten Gebiete als Gefährdungszonen ansehen, ohne dort vor Ort Abhilfe schaffen zu können. Notwendig ist es somit, bereits am Zulauf in Galkhausen geeignete Flächen zu finden, die als Auen hergerichtet werden können.

Platz dafür habe ich in dem nachstehenden Kartenausschnitt grün eingezeichnet.

  • Nördlich der A 542 handelt es sich dabei um ein Brachgelände, das wegen seiner Abgelegenheit nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden kann. Die Höhenlage zum Bachniveau erscheint aber schwierig und erfordert tiefe Einschnitte in das Gelände.
  • Südlich der A 542 befindet sich bereits östlich des neuen Gewerbe-gebietes an der Albert-Einstein-Straße eine große Regenrückhalte- und Versickerungsanlage. Sie müsste entsprechend umgestaltet werden. Angesichts der von der Bezirksregierung aufgezeigten Gefahrenlage für die Innenstadt muss sowieso verhindert werden, dass ein Überlaufen dieser Anlage im Gewerbegebiet nicht noch zusätzliche Gefahren für die Innenstadt heraufbeschwört!

Auch der Bebauungsplan "Locher Wiesen" sollte unter dem Aspekt des Gewässerschutzes noch einmal überdacht werden, ehe dort mit Erschließungsarbeiten begonnen wird. Schließlich mündet der Reusrather Bach in den Galkhausener Bach. Das Plangebiet neigt schon jetzt bei Starkregen zu dramatischen Überschwemmungen, die nur in Richtung Stadtmitte abfließen können. Ob die auf dem Weg vorhandenen Rückhaltebecken ausreichend dimensioniert sind, erscheint zweifelhaft.

Der zunächst harmlos klingende Bericht der Rheinischen Post offenbart aus meiner Sicht die Notwendigkeit, dass sich die in der Stadt Zuständigen ernsthaft mit den Folgen der sich häufenden Extremwetterlagen auseinandersetzen müssen.

02.10.2016

Übrigens; das ist die Info der Stadt zu dem Thema:
Hinweis auf Festsetzung von Überschwemmungsgebieten in Langenfeld

Vortrag im Umweltausschuss

Ich hatte mich nach Freischaltung des vorstehenden Artikels auch an das "Grüne Telefon" der Bezirksregierung gewandt und zum Ausdruck gebracht, dass ich über die nun aufgedeckten Gefahren sehr erschrocken bin. Ich habe heute von dort den Hinweis erhalten, dass der Vertreter der Bezirksregierung am 17.11.2016 im Umweltausschuss der Stadt Langenfeld zu dem Thema vortragen wird. Diesen Termin sollten sich die Bürger schon jetzt vormerken, die nach den von mir veröffentlichten Karten von den Gefahren einer Überschwemmung betroffen sind.

28.10.2016


Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses / Datenportal

Ich habe mir heute den Vortrag von Herrn Matthias Ufer von der Bezirks-regierung Düsseldorf im Planungs- und Umweltausschuss angehört. Er hat sehr engagiert auf die Gefahren von Extremwetterlagen hingewiesen. Die entwickelten Karten beruhen auf Höhenmessungen.

Wenn Bachläufe, die an sich ausreichend leistungsfähig sind, durch Senken geführt werden und mit geringem Querschnitt Sperrbauwerke wie Straßen-brücken überwinden müssen, kann es zu einer beträchtlichen Staugefahr kommen. Wenn dann in dem Überschwemmungsgebiet Schadstoffe gelagert sind, führt das zu einer erheblichen Gefahrensteigerung, die weit über das Potential der eigentlichen Überschreitung des Wasserpegels hinausgeht. Sinn der Übung ist es also, mögliche Gefahren für das Grundwasser und die eigene Gebäudesubstanz (Kontamination der Gebäudemauern durch auslaufendes Heizöl) zu minimieren.

Jetzt gibt es zu dem Thema ein landesweites Geo-Datenportal:

Überschwemmungsgebiete NRW

Am oberen Rand der Karte kann man seine konkrete Adresse eingeben und erhält Auskunft, ob und in welchem Umfang das eigene Grundstück betroffen ist. Gibt man nur den Ortsnamen ein, erhält man eine übersichtliche Gesamtkarte seines Wohnortes.

17.11.2016

Herr Ufer hat mir inzwischen wie zugesagt, die weiteren von ihm vorgestellten Links zu informativen Seiten zur Verfügung zu gestellt:

18.11.2016

Dazu am 19.11.2016 die Rheinische Post:
"Anwohner von Bächen fürchten um ihre Keller"

Zitat aus dem Bericht:
"Politiker aller Parteien befürworteten in der Sitzung das Vorhaben, doch seien betroffene Anwohner zu informieren. Chefplaner Ulrich Beul sicherte entsprechende Infos wie auch Gespräche mit der Feuerwehr bezüglich des Verbots wassergefährdender Stoffe zu."


Bitte lesen Sie auch weiter auf der Internetseite von Wassernetz NRW:
Potenzial für natürliche Wasserrückhaltemaßnahmen


12.05.2017 - Rheinische Post: "Galkhausener Bach soll sich schlängeln"

Zitat aus dem Bericht:

"Nach Wedmanns Worten werde sich am Galkhausener Bach die Situation durch die Renaturierung verbessern. 'Das Wasser bekommt mehr Retentionsraum, auf dem es sich ausbreiten und nach und nach abließen kann.' "

Die jetzt zur Umsetzung anstehenden Maßnahmen dienen der konsequenten Bekämpfung der oben beschriebenen Gefahren. Es ist erfreulich, dass diese innerhalb eines Jahres nach Offenlegung der Probleme zügig angegangen werden.


19.07.2017 - Rheinische Post: "Neues Becken fasst zwei Millionen Liter"

Es tut sich was beim Gewässerschutz; eine äußerst kritische Stelle wird entlastet!


Inzwischen sind die durch Überschwemmung gefährdeten Gebiete auch im Landesentwicklungsplan verzeichnet:


Starkregen in Langenfeld macht Mängel am Gewässerschutz sichtbar

04.06.2018 - Rheinische Post:
"Immigrather Bach trat mehrfach über seine Ufer"

Zitat aus dem Bericht:

"Der Starkregen hielt die Feuerwehr Langenfeld am Freitag bis Mitternacht in Atem. Eine erste Regenfront hatte morgens dazu geführt hatte, dass der Immigrather Bach über seine Ufer trat und mehrere Keller am Kaisersbusch unter Wasser setzte. (..) Dann zog eine noch stärkere Regenfront über das Stadtgebiet hinweg, so dass der Bach am Kaisersbusch erneut so stark anschwoll, dass er 'weiträumig über die Ufer trat' (...)"

So bitter es klingen mag: Damit schließt sich der Kreis und die in einem älteren Bericht der Rheinischen Post vom 19.11.2016 ausgesprochenen Befürchtungen finden ihre dramatische Bestätigung. Starkregen wie am Freitag ist eine Gefahr für alle Bäche, die aus dem offenen Gelände über Rohre quer durch die Stadt geführt werden! Die Einführung in das Rohr stellt eine Engstelle dar; wenn sie verstopft, staut der Bach im offenen Gelände.

Als ich mit dieser Seite vor noch nicht einmal zwei Jahren die Hinweise der Bezirksregierung aufgegriffen habe, dass auch Langenfeld von Überschwemmungen betroffen sein könnte, hätte ich nicht gedacht, dass das aufgezeigte Szenario so schnell Wirklichkeit werden sollte.

Es bleibt noch viel zu tun, um gegen die Folgen des ganz offensichtlichen Klimawandels mit immer mehr Extremwetterlagen gewappnet zu sein.


05.06.2018 - Rheinische Post: "Nach Unwetter: Stadt prüft Bach-Engpass"

Zitat aus dem Bericht:

"Vor dem Durchlass in die Kanalrohre, in denen noch von Osten her der Hardtbach in den Immigrather Bach mündet, habe sich durch den starken Regen mehr Wasser angesammelt als abfließen konnte. Frank geht nicht davon aus, dass etwa angeschwemmte Äste oder sonstige Gegenstände diesen Stau verursacht haben könnten. 'Die Größe des Durchlasses hat für die Wassermenge einfach nicht ausgereicht.' "

Genau diese Gefahr ist von der Bezirksregierung bei Vorstellung ihrer Untersuchungen beschrieben worden!


Überschwemmung Kaisersbuch - Ursachenforschung

Nach Aktualisierung der eingangs dieser Seite aufgeführten Links zur Bezirksregierung habe ich mir das Kartenmaterial noch einmal näher angesehen. Der jetzt von dem Starkregen betroffene Bereich Kaisersbusch ist darin nicht als gefährdet gekennzeichnet. Nach Aussage von Freunden sei allein der rot umrandete Neubaubereich nahe dem Kanaleintritt betroffen gewesen.

Wenn Herr Frank vom Tiefbauamt der Stadt nicht glaubt, dass Äste oder anderes Treibgut die Rohreinmündung verstopft habe, liegt eine andere Vermutung auf der Hand. In der nachstehenden Karte ist der in den Untergrund verlegte Teil des früher offenen Baches entlang der Solinger Straße eingezeichnet und vermessen:

Da ich den offenen Bachlauf nicht mehr selbst erlebt habe, muss ich auf die Aussagen von alten Langenfeldern zurückgreifen. Auf den genauen Verlauf neben oder in der Solinger Straße kommt es auch letztlich nicht an; entscheidend ist die Länge von rund 1,5 km und der Umstand, dass das Rohr wohl mehr als 50 Jahre alt ist. *)

Bedenkt man zudem, welche Bauarbeiten im Bereich Immigrather Platz in jüngster Zeit stattgefunden haben und derzeit noch laufen, liegt es nahe, dass sich dort im Untergrund Verwerfungen gebildet und die Durchlässigkeit von Starkregenmengen beeinträchtigt haben könnten. Da sollte mal ein geeignetes Unternehmen eine Kamerafahrt durchführen. Dabei dürften sicher aufschlussreiche Bilder entstehen.

06.06.2018

Ich habe jetzt mit dem Geodatensystem des Landes NRW - TIM-online - noch eine Geländekarte vom Bereich Kaisersbusch erstellt. Sie zeigt deutlicher, wie dort gleich zwei Bäche in das Rohr quer durch die Stadt einmünden:

Aus meiner Sicht war es leichtsinnig, dort Bebauung zuzulassen! Ob diese Erfahrungen nun auch Auswirkungen auf die Bebauung der Locher Wiesen haben werden?

08.06.2018

Nachtrag vom 13.06.2018:

Ich habe mir das Baugebiet Kaisersbusch heute selbst angesehen und im Gespräch mit einem Anlieger erfahren, dass der Immigrather Bach seiner Zeit überhaupt nicht in den Bauplänen verzeichnet gewesen sei. Auf Nachfrage habe man ihm erklärt, der Bach werde im Bereich der Bebauung in Kanalrohren verschwinden. Davon hat der Bauträger dann aber Abstand genommen.

Auch berichtete er mir, dass kurz vor der ersten Überschwemmung Anwohner noch selbst angeschwemmtes Treibgut vor dem Gitterrost an der Kanaleinleitung eingesammelt und den BRW vor den sich anbahnenden Gefahren gewarnt hätten. Der habe aber nicht sofort reagiert. Nur wenige Stunden später sei alles überschwemmt gewesen.


10.06.2018 - Rheinische Post:
"Seenlandschaften in Langenfeld und Monheim"

Zitat aus dem Bericht:

"Ab kurz nach Mitternacht hat es rund anderthalb Stunden heftigst gewittert und geschüttet, laut dpa kamen innerhalb einer Stunde bis zu 56 Liter Wasser pro Quadratmeter vom Himmel."

Mein eigener Regenmesser - Skala bis 35 mm; Fassungsvermögen ca. 45-50 mm - war übergelaufen.

Jetzt will sich die Politik der Problematik annnehmen:

"Sebastian Köpp, Vize-Chef der CDU, dessen Eltern in der Siedlung wohnen, will sich des Themas annehmen. 'Damit werden sich die zuständigen Ratsausschüsse mit Sicherheit in Kürze befassen', verspricht der 32-Jährige. Noch am Sonntagnachmittag, während die Einsatzkräfte die immer länger werdende Liste der Hilferufe abarbeiten, macht die SPD-Ratsopposition Nägel mit Köpfen. In einem Antrag an den Planungs- und Umweltausschuss fordert sie verstärkten Unwetterschutz für Langenfeld und nennt ein breites Spektrum möglicher Maßnahmen, von einem Frühwarnsystem an Bächen über zusätzliche Rückhaltebecken bis hin zu einer Umgestaltung des Abwassergebührensystems, um der Flächenversiegelung entgegenzuwirken."

Während Köpp nur Ankündigungen ausspricht, ist da der Antrag der SPD schon konkreter; er bringt das richtige Stichwort auf den Tisch: Flächenversiegelung! Angesichts der Bauwut in Langenfeld ist mit einer Änderung des Abwassergebührensystems aber wenig zu bewirken. Da muss sich schon die Planung grundlegend ändern. Lesen Sie dazu bitte meine Anmerkungen zur Regional- und Landesplanung.

Entscheidene Hilfe ist von zusätzlichen Rückhaltebecken zu erwarten, die immer dort zu errichten sind, wo Bäche in Rohren verschwinden. Schaut man sich dazu einmal den Stadtplan näher an, fällt doch auf, wieviele Bäche, insbesondere vom Süden und Osten, in die Innenstadt hineinführen und dort auf der Karte verschwinden, weil sie über lange Strecken in engen Rohren weitergeleitet werden. Hier ein anschauliches Beispiel: Wetterkarte von "niederschlagsradar", in die man entsprechend tief hineinzoomen kann!


*) PS: Eine sehr gute Karte über den Lauf der Gewässer - auch ihre Verrohrung innerhalb des Stadtzentrums - bietet das bereits weiter oben erwähnte Portal: Überschwemmungsgebiete NRW. Man muss nur tief genug hineinzoomen und in der Legende einige ergänzende Einstellungen vornehmen; dann kann man sogar den Verlauf der Kanalrohre parzellenscharf erkennen.


12.06.2018 - Rheinische Post:
"Nach Unwetter: Langenfeld diskutiert über mehr Schutz"

Zitat aus dem Bericht:

" 'Diese Regenfälle sind ganz lokale Ereignisse', sagt Wedmann. Dort, wo es passiert, seien Bäche und Kanalsysteme schnell überfordert. Dagegen würde auch eine ökologische Verbesserung nur bedingt helfen. Das Problem sei eher die dichte Besiedlung."

Damit wird meine vorstehende Anmerkung zur Flächenversiegelung nun auch behördlich bestätigt!


13.06.2018 - Rheinische Post: "Wasserverband säubert Bäche"

Zitat aus dem Bericht:

"Stück um Stück gehen die Mitarbeiter seit Montag vor, bis die Bäche wieder ungehindert fließen können. Für die Reinigung der Kanäle ist die Stadt Langenfeld zuständig."


16.06.2018 - Rheinische Post: "Langenfeld klotzt bei Kanal-Ausbau"

Zitat aus dem Bericht:

"Mit rund 107 Millionen Euro muss Langenfeld seine Kanalisation in Schuss bringen. (...) Für die Regenwasserbeseitigung sei der Neubau von 47 Rückhaltebecken und 26 Klärbecken nötig, so Wedmann (...) 'Wenn jetzt in so wenigen Jahren so viel Geld investiert werden muss, scheinen in der Vergangenheit Investitionen versäumt worden zu sein', sagte in der Sitzung Joachim Herzig (SPD). (...) Der städtische Chefplaner Ulrich Beul wies den auch von Andreas Menzel (BGL) erhobenen Versäumnisvorwurf zurück."

Rheinische Post - Senfzugabe: "Langenfeld hat ein Abwasserproblem"

Zitat aus dem Kommentar:

"Selbst wenn sämtliche Bauvorhaben dieses ehrgeizigen Investitionsvorhabens fertig sind, sollen allenfalls solche Starkregenereignisse aufgefangen werden, wie sie alle drei Jahre vorkommen.
Folglich muss nach den jüngsten Überschwemmungen die Ursachenforschung deutlich tiefer gehen als die wenigen Meter in die Kanalrohre und Becken hinein. Die zur Schonung des Grüngürtels ausgerufene Verdichtung der Innenstadt stößt dann an ihre Grenzen, wenn nicht genügend Raum für den gedrosselten Abfluss der geklärten Wassermassen über die Bäche da ist. Mehr Regenversickerung auf Grundstücken, weitere Bachrenaturierungen mit Überschwemmungszone, der Abfluss von den umgebenden Autobahnen,... - dies alles und vieles mehr muss geprüft werden."

Ich bleibe bei meinen Anmerkungen zur Regional- und Landesplanung, wonach Langenfeld einfach viel zu dicht bebaut worden ist. Die Folgen der Bauwut der vergangenen Jahrzehnte schlagen jetzt bitter zurück.

Unter dem Titel Verlust von Ackerflächen habe ich bereits ausführlich den Mangel an Verantwortung für die uns umgebende Natur beklagt und auf eine Ausarbeitung der FDP verwiesen, die bereits vor weit über 30 Jahren erklärt hat: "Bebauung total - mir nicht egal!". Es war das erste größere Projekt, an dem ich mich intensiv aktiv beteiligt habe. Die Folgen der Missachtung der damals von uns entwickelten Ideen zeigen sich jetzt auf dramatische Art und Weise, denn auch die FDP hat die damals entwickelten Ideen im Laufe der Zeit vernachlässigt.

Retentionsräume

Was diese Frage angeht, habe ich für den südlichen Bereich (Galkhausener Bach) bereits oben einen Vorschlag unterbreitet. Für die Zuflüsse aus dem Osten habe ich aus meiner Sicht geeignete Flächen in der nachstehenden Karte rot umrandet:

Entscheidend ist m.E. nicht allein, Flächen zu finden, wohin das Wasser abfließen kann, sondern Flächen zu finden, wo es sich ungestört ausbreiten kann, bevor es in die Kanäle quer durch die Stadt gezwängt wird! Das wäre eine echte Gefahrenabwehr, die unbedingt Priorität erlangen sollte.


30.06.2018 - Langenfeld Aktuell:
Ausführungen zum Jahrhundert-Starkregen und seinen Folgen

Zitat:

"[ Ulrich Beul ] weist auch darauf hin, dass die aus einigen Richtungen als Ursache für schlechtere Versickerung ins Feld geführte Flächenversiegelung in einer Stadt wie Langenfeld sicherlich zu Herausforderungen für die Abwasserbeseitigung führt, gleichzeitig aber eine logische und auch bewusst geplante Folge einer prosperierenden Stadt im Ballungszentrum in der Rhein-Ruhr-Schiene darstellt."

(Unterstreichung vom mir!)

Das ist doch das glatte Eingeständnis totaler Fehlplanung!

Der Verfasser des Artikels hat es nur noch nicht selbst bemerkt! So besteht wenig Hoffnung, endlich die Bebauung der Locher Wiesen, eine jetzt schon immer wieder überschwemmte Bachniederung, aufzugeben.


11.07.2018 - Rheinische Post:
"Wetterdienst: Langenfeld ragt im Juni in NRW bei Regenfällen heraus"

Zitat aus dem Bericht:

"Besonders schlimm traf es nach Angaben des Deutschen Wetterdiensts Langenfeld mit fast 130 Litern pro Quadratmeter."

Soviel Ehrlichkeit muss sein! Trotzdem ist es weiterhin als kritisch anzusehen, wie wenig Vorsorge die Stadt betrieben hat, dass Kanäle nicht verstopfen und so Bäche ihre Umgebung überfluten können. Die Warnung war doch rechtzeitig ausgesprochen worden; siehe oben!


18.07.2018 - Rheinische Post: "Langenfelder wollen Schutz vor Regenflut"

Zitat aus dem Bericht:

"Der bei der Bezirksregierung angestellte Wasserwirtschaftler nannte technische, topographische und wirtschaftliche Gründe, warum eine umfassende größere Dimensionierung der (überforderten) Kanalisation keinen Sinn mache. Notwendig sei allerdings die Optimierung von Engpässen, so Ufer weiter. Vorbeugend gelte es dabei, Versickerungsflächen zu erhalten und zusätzliche Rückhalteflächen zu schaffen."

Das bestätigt die Richtigkeit meiner vorstehenden Wertung!

Und was ist mit den Locher Wiesen? Dieses Biotop wirkte bisher als natürlicher Retentionsraum. Ob das jetzt im Bau befindliche Regenrückhaltebecken die Folgen der geplanten Versiegelung wird ausgleichen können, erscheint mir zweifelhaft.


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