Stadtwerke Langenfeld

Glasfaserkabel und Kundenportal

Bereits in meinem Artikel Neue Arbeiten auf der (ehemaligen) B8 habe ich auf die Pläne der Stadtwerke hingewiesen, in das Geschäft mit dem schnellen Internet einzusteigen. Heute berichtet die Rheinische Post über einen weiteren Fortschritt: "Schnelles Internet hat Berghausen erreicht".

Eine Verbesserung der Internetstruktur ist ja nun nichts Schlechtes. Als Kunde der Stadtwerke stellt sich mir aber die Frage, woher die 30 Millionen Euro kommen, die da investiert werden sollen. Zahle ich da etwa einen zu hohen Gaspreis? Und auf die Mängel des Kundenportals hatte ich auch bereits hingewiesen.

Zwar ist das Kundenportal seit wenigen Tagen wieder online; aufgrund meines Hinweises ist inzwischen auch ein wichtiges Sicherheitselement nachgerüstet worden. Gleichwohl halte ich die jetzige Installation nicht für optimal, weil es zwei getrennte Portale für Gas und Strom einerseits und Wasser andererseits gibt.

Zwar sind die Stadtwerke und das Verbandswasserwerk zwei rechtlich getrennte Unternehmen, beide werden aber über eine Internetpräsenz repräsentiert und von einer Geschäftsstelle verwaltet. Und weil die Kundenportale auch nur über diese eine Schnittstelle zu erreichen sind, sollte es doch zu erwarten sein, auch für alle Kontakte ein einheitliches Portal eingerichtet wird und darin alle Daten zusammengeführt sind.

Die rechtliche Trennung der Geschäfte wird jedenfalls durch die Portale nicht hervorgehoben. Es ist einfach nur ein Ärgernis, dass der die modernen Medien Nutzende schlechter behandelt wird, als der Kunde, der sich zum Kundenzentrum "KunZe" begibt oder die Ablesekarten per Post zurücksendet. Auch auf diesen Ablesekarten sind die Daten für alle Vertragsarten je Verbrauchsstelle (Gebäude) zusammengefasst. Sie ist an beide Unternehmen unter einer Anschrift adressiert. Auch die in den letzten Tagen verteilte Kundenzeitschrift berichtet ohne Unterschied über alle Sparten der örtlichen Versorgung mit Energie und Wasser.

Es ist also noch viel zu tun, die Möglichkeiten der Internettechnologie für den eigenen Service optimal zu nutzen, ehe die Stadtwerke sich auf neuen Geschäftsfeldern tummeln, deren Finanzierung Misstrauen weckt. Wie heißt doch die alte Volksweisheit: "Schuster bleib bei deinen Leisten!"

13.12.2014


Auch das noch!

Unter der Überschrift "Gaskunden zahlen 1,3 Milliarden Euro zu viel" berichtet die Rheinische Post über zu hohe Gaspreise. Jetzt ist das natürlich so eine Sache mit auf lange Sicht ausgehandelten Verträgen. Aber irgendwie bleiben dann doch Fragen, warum es bei Anstiegen des Ölpreises immer sehr schnell geht, die Preise anzuheben, bei fallendem Ölpreis aber immer erst Druck ausgeübt werden muss, den Preisvorteil beim Einkauf auch an den Endkunden weiter zu reichen.

Und dann noch das spezielle Langenfelder Problem. Im ehemaligen Werksausschuss war es schon immer für die Politik schwierig, die Preiskalkulation tiefgründig zu hinterfragen. Auffallend war aber, dass die Gewinne im Jahresabschluss immer deutlich höher ausfielen und oft ein Vielfaches des bei Aufstellung des Wirtschaftsplans prognostizierten Ertrages betragen haben. Da waren Reserven in der Kalkulation versteckt, die so wohl nicht gerechtfertigt waren.

Auf meine oben gestellte Frage, ob die Gaskunden das Glasfasernetz bezahlen, habe ich bisher keine Antwort erhalten. Angesichts der neuen Schlagzeile darf man da wohl getrost unterstellen, dass die Bürger nicht nur fürsorglich mit Energie versorgt, sondern dafür auch kräftig abgezockt werden.

30.12.2014

Übrigens: Ich konnte das neue Kundenportal nicht dazu nutzen, meine Zählerstände zum Schluss des Jahres einzugeben. Wegen angeblicher Unschlüssigkeit meiner Eintragungen hat das Portal meine Meldungen nicht angenommen. - Ein Flop, aber Glasfaserkabel!

Lesen bitte auch: Kosten des Internets - Gratis-W-Lan


Jetzt auch noch Kabelfernsehen!

Heute großer Aufmacher im Lokalteil der Rheinischen Post:
"Kabel-TV jetzt auch von den Stadtwerken"!

Bereits in meinem Artikel Neue Arbeiten auf der (ehemaligen) B8 habe ich kritisiert, dass die Stadtwerke nicht in der Lage sind, ein funktionstüchtiges Kundenportal zur Verfügung zu stellen. Das ist zwar inzwischen nach langer Abwesenheit wieder eingerichtet und es findet sich dort folgender Hinweis: "Die technische Funktionsweise unseres Kundenportals ist selbstverständlich auf besten Kundenservice und höchste Sicherheit ausgerichtet." Aber wie sieht die Realität aus?

Zum Jahreswechsel war es mir nicht möglich, die Verbrauchsdaten einzugeben. Ich stehe damit auch wohl nicht allein. Bei unserem ersten Treffen im neuen Jahr berichtete mir ein Freund empört, dass auch ihm das nicht gelungen sei und er sich direkt nach Neujahr im Kunze gemeldet habe, um die Ursachen dafür zu ergründen. Man beruhigte ihn, es läge nicht an seiner Unfähigkeit sondern an Fehlern im System.

Inzwischen habe ich die Wasserrechnung erhalten und wieder eine Überraschung erlebt. Eine meiner Zählerablesungen war zutreffend übernommen worden; die zweite Rechnung beruhte auf einem völlig überhöhten Zählerstand. Dass ich nicht innerhalb weniger Tage eine neue Rechnung in Papierform erwarten kann, ist verständlich. Da ich meine Beanstandung - wie zuvor die Mitteilung zu den Zählerständen - aber per Mail versandt habe, hätte ich ja wohl kurzfristig eine Entschuldigung erwarten können. Auch nach Tagen keine Anwort!

Die Stadtwerke sollten sich endlich auf ihren Kernbereich besinnen und dafür einen exzellenten Kundenservice anbieten, statt mit immer neuen Geschäftsideen Furore machen zu wollen.

28.01.2015

Nachtrag: Heute ist die korrigierte Abrechnung doch noch eingegangen; auf eine Entschuldigung warte ich aber vergebens!


Nun auch Ideen für schnelles Internet auf Landesebene

Die elektronische Vernetzung wird nun auch auf Landesebene voran getrieben: "Bürger sollen für Internetausbau zahlen" berichtet die Rheinische Post.

Natürlich kostet die schnelle Datenautobahn Geld. Das sollte aber nach Inanspruchnahme finanziert werden, denn sonst geht das Gefühl für Leistung und ihre Kosten verloren. Eine Zwangserschließung ist abzulehnen. Deshalb ist auch dem Zitat "Doppelungen bei exzellenter Versorgung sind sinnlos" voll und ganz zuzustimmen.

In neuen Gewerbegebieten moderne Netze anzubieten ist in Ordnung. Aber in bestehenden Wohngebieten neben Telefon/DLS und Kabelfernsehen nun auch noch Rohre für Lichtwellenleiter der Stadtwerke zu verbuddeln, geht an den Bedürfnissen vorbei.

Ich kann mich noch gut an die Sitzungen des Werksausschusses erinnern, als die Stadtwerke noch in der Rechtsform eines kommunalen Eigenbetriebes organisiert waren. Da wurde sehr genau überlegt, ob und wo eine Gasleitung gelegt wurde. Nur wenn ein ausreichender Absatz gewährleistet war, der die Investitionskosten wieder einspielen konnte, wurde gebaut.

Übrigens; auf meine oben gestellte Frage, ob die Gaskunden das Glasfasernetz bezahlen, habe ich noch immer keine Antwort erhalten. Haben da die Stadtwerke Langenfeld schon einen eigenen Weg der Zwangsfinanzierung für ihr neues Geschäftsfeld gefunden?

05.05.2015


Bitte lesen Sie weiter unter
Glasfasernetz - warum eigentlich und wie finanziert?


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