Das Desaster der Energiewende

Hat sich die Politik vergaloppiert?

Jetzt macht eine Meldung die Runde, die zum Nachdenken über die Energiewende anregen sollte:

Bereits in meinem Artikel Folgen der Energiewende - quergedacht vom 21.02.2013 habe ich gefordert, erst einmal neue Techniken zu entwickeln, die den überschüssigen Strom speichern und wieder abgeben, wenn der Wind nicht bläst. Unter Bergwind Solingen habe ich am 22.05.2014 eine Internetseite verlinkt, auf der in einem Video anschaulich vorgeführt wird, dass die Netzstabilität nur gewährleistet ist, wenn das Zusammenspiel von Energie-gewinnung und -verbrauch über ein ausgefeiltes Speichersystem gepuffert werden kann.

Die eingangs angeführten Artikel machen deutlich, dass das System der regenerativen Energiegewinnung zu einem Kollaps führen könnte, den bisher nur wenige ahnen. Erst wenn die Netze wegen der Überproduktion von Strom zusammenbrechen oder ausfallen, weil bei Windflaute und Wolken nicht genügend konventionelle Kraftwerke bereit stehen, die entstehende Lücke in der Versorgung blitzschnell zu schließen, werden alle verstehen, dass das Pferd vom falschen Ende aufgezäumt worden ist.

Inzwischen hat zwar der Bundeswirtschaftsminister das Problem erkannt und lt. Pressemitteilung seines Hauses erklärt, "Speicher sind ein wichtiges Element im Umgang mit der schwankenden Stromerzeugung durch erneuerbare Energien. Sie machen unser Stromsystem flexibler, weil sie dabei helfen, schnell auf unterschiedliche Erzeugungs- und Verbrauchssituationen reagieren zu können". Ich sehe aber noch nicht, dass das Projekt in Schwerin wirklich Schule gemacht hat.

08.03.2015

PS: Droht schon in wenigen Tagen ein echter Kollaps? Die Rheinische Post berichtet über mögliche Folgen der bevorstehenden Sonnenfinsternis am 20.03.2015

Stesstest bestanden:
manager magazin: "Energiewende-Sonnenfinsternis 1:0 - doch das Spiel geht weiter"


Wirtschaftlichkeit von Wind- und Sonnenenergieanlagen

Aufgrund eines jetzt geführten Gedankenaustauschs möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal einfügen, was ich schon an anderer Stelle von unserem inzwischen verstorbenen Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker übernommen habe:

"(...) noch immer muss die Allgemeinheit dort die Kosten tragen, wo der private Markt externe Folgen verursacht, die nicht im Preis enthalten sind. Das gesamtgesellschaftlich faire und schließlich auch das ökonomisch vernünftige Ziel ist es, dass die Preise selbst die ökologische Wahrheit sagen."

Auf die Energiewende bezogen stellt sich danach die Frage: Warum können die Betreiber von Photovoltaikanlagen und Windrädern die garantierte Einspeisevergütung einsacken? Es mag ja sein, dass die Bürger bereit sind, für die Energiewende einen höheren Strompreis zu zahlen, der sollte dann aber allen zu Gute kommen, die die Versorgung mit Strom sicherstellen. Und dazu gehören auch die Betreiber von konventionellen Kraftwerken. Diese werden erst entbehrlich, wenn wir sichere Energiespeicher betreiben können.

Warum kann der Gesetzgeber nicht hingehen und alle Betreiber von Wind- und Sonnenenergieanlagen verpflichten, den erzeugten Strom zunächst in Batterien zu speichern und so eine dauerhafte Versorgung zu garantieren? Für die sodann von dem Investor garantierte Energielieferung kann dann eine für alle Energieanbieter geltende Preisgarantie erteilt werden. Dann sieht die Wirtschaftlichkeit mancher Investition schon ganz anders aus.

Ich rechne die Bereitstellung von Strom zu den gesamtwirtschaftlichen Aufgaben. Die Politik muss endlich ebenfalls in diesen Dimensionen denken und alle Anbieter von Elektroenergie so organisieren, dass daraus ein verlässliches Gesamtangebot wird und alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen. Unter dem Deckmantel des Klimaschutzes einzelne Anbieter ökologisch sinnvoller Lösungen zu bevorzugen, führt nicht weiter.

15.03.2015


Neuer Stresstest durch Sturmböen

Es ist noch nicht lange her, dass die Sonnenfinsternis die Netzbetreiber herausgefordert hat; nun bescheren die Frühjahrsstürme neue Probleme:

DIE WELT: "Ausländische Kraftwerke sichern deutsches Stromnetz".

Wieder einmal zeigt sich, dass es der Idee der Energiewende an einem sicheren Mengenmanagement durch eine geeignete Speichertechnik fehlt, die in so stürmischen Zeiten aufgefüllt werden können.

30.03.2015


Strom, den keiner haben will

Unter der Überschrift "Nachbarländer wollen deutschen Strom blockieren" zeigt DIE WELT auf, welche Probleme durch die nicht planbaren Überschüsse regenerativer Stromerzeugung entstehen. Das Netz in Deutschland ist nicht ausreichend ausgebaut und die Nachbarländer wehren sich, den deutschen Öko-Strom abzunehmen.

Es gibt noch viel Grundsätzliches zu regeln, ehe die Energiewende vorangebracht werden kann!

03.08.2015


Stromspeicher - Baustein der Energiewende

Bereits am 15.03.2015 habe ich mich mit der Wirtschaftlichkeit von Wind- und Sonnenenergieanlagen beschäftigt und die Frage nach einer sachgerechten Verknüpfung von Erzeugungs- und Speichertechnik gestellt. Aus aktuellem Anlass bin ich jetzt noch einmal auf die Suche nach geeigneten Argumenten und Berechnungen gegangen. Ich habe dazu viele Seiten im Internet gefunden. Einen guten Überblick über die Zusammenhänge zeigen folgende Beispiele:

Mit diesen Artikeln wird deutlich, dass sich Speichertechnik am effektivsten mit Wasserkraft organisieren lässt. Der Wirkungsgrad ist hervorragend. Und die Wirtschaftlichkeit war in Zeiten, als nur zwischen teurem Tagesstrom und billigem Nachtstrom unterschieden wurde, ebenfalls gegeben.

Mit der Freigabe der Strompreise, die nunmehr an der Börse gehandelt werden, bricht diese Kalkulation zusammen.

Was Not tut, ist eine Zusammenführung von Produktion und Speicherung, damit eine gleichbleibende Stromversorgung wieder mit der gleichen Qualität gewährleistet werden kann, wie sie unter der Regie der Großkraftwerke gegeben war. Das Risiko von Erzeugung und Verteilung des Stroms aus regenerativen Quellen muss wieder näher zusammengerückt werden.

Durch aktuelle Rundfunknachrichten bin ich dazu auf ein Projekt der RWTH Aachen in Kooperation mit E.ON gestoßen:

„Mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland gewinnen intelligente Netze und Techniken zur Speicherung großer Energiemengen immer stärker an Bedeutung. E.ON investiert im Rahmen seiner Technologie- und Innovationsaktivitäten bereits seit Jahren in ein breites Spektrum von Zukunftstechnologien. Hierbei sind Batteriespeicher besonders interessant, da sie – anders als Druckluftspeicher oder Pumpspeicherwerke – weder an geografische Voraussetzungen geknüpft sind noch langer Planungsfristen bedürfen.“

Diese Aussage macht Hoffnung, dass die Energiewende doch noch gelingen kann.

13.08.2015

21.05.2016 - Rheinische Post: "Deutschlands absurde Energiewende"

Eine lesenswerte Kolumne, die das Desaster treffend auf den Punkt bringt!


Nach oben