Subventionen für die Landwirtschaft

Mitrechnen gefragt

Da ist jetzt zu lesen, dass die Landwirtschaftsministerin darum kämpfen will, dass die deutschen Landwirte möglichst viel von dem Subventionskuchen der EU erhalten. "Prima", könnte man meinen. Wenn aber drei Viertel dieser Subventionen an die Agrarindustrie gehen, stellt sich díe Frage, ob das noch wirklich Sinn macht.

Wenn ich die Zahlen richtig zusammengetragen habe (Korrekturhinweise nehme ich gerne entgegen!), stehen 56 Mrd. Euro Subventionen einer Bevölkerungszahl von 501 Millionen Menschen EU-weit gegenüber. Das entspricht rd. 112 Euro pro Verbraucher-Kopf.

Sollte man das Geld nicht besser dem Bürger in der Tasche lassen, damit er selbst entscheidet, welcher Lebensmittelproduzent ihm vertrauenswürdig erscheint und wem er deshalb einen besseren Preis gönnt?

Außerdem spart man viel Europa-Bürokratie!

Langenfeld, den 20. Januar 2011


Zu diesem Thema habe ich mich auch an das Landwirtschaftsministerium gewandt und inzwischen von dort eine ausführliche Stellungnahme erhalten. Daraus ist erkennbar, dass die Subventionen in zunehmendem Maße der ländlichen Entwicklung dienen und nur noch zu einem geringeren Rest für Maßnahmen zur Stützung des Marktes ausgegeben werden. Auch sei im Dezember 2010 vereinbart worden, den bürokratischen Aufwand abzubauen.

Schade nur, dass diese positive Entwicklung wenig öffentliches Interesse findet.

Langenfeld, den 24. Februar 2011


Lebensmittelskandale

In jüngster Zeit häufen sich wieder die Lebensmittelskandale: Pferdefleisch in der Lasange; Schimmel im Tierfutter. Die FAZ berichtet unter dem Titel "Lebensmittel - Der Lidl und das Ei" über den Preisdruck, unter dem die Lebensmittelproduzenten (sprich: Bauern) stehen.

Was ist zu tun?

Ich meine, dass es der Verbraucher in der Hand hat, was auf seinen Tisch kommt. Und wie heißt es so schön: "Was nichts kostet ist auch nichts!" Aber wenn dem Bürger nicht klar ist, welcher Aufwand und welche Risiken in der Landwirtschaft herrschen, und die Erzeugung unserer Lebensmittel als Industriezweig abtut, der beliebig zu rationalisieren sei, hat nicht begriffen, auf welcher Lebensgrundlage im wahren Sinne des Wortes wir angewiesen sind.

Wer die Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre mit der ehrlichen Sorge um sein tägliches Brot noch in Erinnerung hat, hat ein besseres Verständnis vom Kreislauf der Natur und dem Aufwand des Landwirtes, allen witterungsbedingten Risiken zum trotz am Ende die Produkte bereitstellen zu können, die wir alle brauchen.

Es ist eine Schande, dass Geschäftemacher den zunehmenden Wunsch nach biologisch rücksichtsvoller Erzeugung betrügerisch ausschlachten und Produkte auf den Markt bringen, die eben nicht so erzeugt worden sind, wie sie vorgeben und es der zahlungswillige Kunde sich wünscht.

Wie ich bereits oben ausgeführt habe, halte ich es für dringend geboten, die Subventionierung der landwirtschaftlichen Industrie aufzugeben. Der Weg hin zu einer Förderung der mit der Landwirtschaft verbundenen Landschaftspflege muss konsequenter beschritten werden. Die eingesparten Kosten verbleiben dem Steuerzahler und befähigen ihn, gute Produkte auch angemessen zu bezahlen.

Langenfeld, den 4. März 2013


Intensivlandwirtschaft als Umweltverschmutzer

Unter der Überschrift "Politik vertut große Chancen für Landwirtschaft" berichtet DIE WELT über die Fehlentwicklungen der industrialisierten Landwirtschaft. Wenn der amtierende Präsident des Bundesumweltamtes fordert, die deutsche Landwirtschaft müsse umweltfreundlicher werden, insbesondere sei der Stickstoffeintrag in Luft und Gewässer noch zu hoch, so belegt das die Fehlentwicklung bei der Erzeugung unserer Lebensmittel. Daran ist aber auch der Verbraucher schuld, der immer mehr hochwertige, zugleich aber billige Lebensmittel verlangt.

Ich vertrete schon immer die Auffassung, dass auch für die Güter des täglichen Bedarfs der ehrliche Preis gezahlt werden muss. Der Staat könnte sich dann die Subventionen sparen (die ja doch nur wieder als Steuern umgelegt werden!) und der Bürger würde sich mit seinem Verbrauch sicher auf das Maß einschränken, das es der Landwirtschaft erlaubt, wieder im Einklang mit der Natur zu arbeiten. Hier erinnere ich gern wieder an die Mahnungen unserer Altbundespräsidenten.

Ein weiterer Aspekt ergibt sich zudem, wenn man die Knebelung der Hausbesitzer betrachtet, die jetzt regelmäßig ohne jeden äußeren Anlass ihre Abwasseranlage prüfen lassen sollen. Lesen Sie dazu bitte unter Private Abwasserkanäle. Daran zeigt sich, wie beliebig die Politik geworden ist. Ein einheitliches Muster für den Umgang mit unserer Natur hat sie nicht.

16.01.2014

Unter der Überschrift "Gülle verseucht Grundwasser in NRW" berichtet jetzt auch die Rheinische Post wie das Grundwasser durch Gülle aus den Niederlanden belastet wird.

12.02.2014


Bitte lesen Sie auch weiter unter:
Kartellrecht
Landwirtschaft im Ballungszentrum
Hendricks will Agrarsubventionen an Naturschutz koppeln



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