Finanz- und Bankenkrise

Die Krise bestätigt meine schon immer vertretene These:

Geld hat keinen eigenen Wert;
Geld ist nur eine Verrechnungseinheit für Leistung.

Die Geldwirtschaft erleichtert den Austausch von Waren und Dienstleistungen. Diesem Kreislauf muss sie dienen.

Wenn heute Manager Millionen verdienen, muss man einmal fragen, wer ihnen in einer Naturalwirtschaft Luxusvillen, Luxusautos und Yachten andienen würde.

Bis zum 10-fachen eines Durchschnittsgehalts mag noch eine adäquate persönliche Leistung gegeben sein. Darüber hinaus erzielte Einkünfte sind nur gerechtfertigt, wenn damit auch ein unternehmerisches Verlust- oder Haftungsrisiko verbunden ist. Die Leistung von Managern rechtfertigt jedenfalls keine Gehälter oberhalb dieser Grenze. Ihrer Führungsaufgabe ist zwar viel Beachtung zu schenken, die Leistung wird aber nur durch ein Team erbracht. Wenn das nicht die Ideen umsetzt, wird auch keine geldwerte Leistung erbracht.

Mittwoch, 8. Oktober 2008 - zuletzt überarbeitet am 28.04.2012

Eine Übersicht über die Entwicklung der Durchschnittsgehälter finden Sie hier.


Wert der Arbeit

Hier passt ein Hinweis zu der anhaltenden Diskussion um Mindestlöhne. Ohne das ausführlich zu diskutieren, mache ich hier gerne die Frage öffentlich, die einmal ein Kollege stellte:

"Wer leistet eigentlich mehr für das Wohl der Menschheit: Der Professor, der sich mit der Anatomie der Ameisenbeine beschäftigt, oder der Müllwerker, der den Dreck forträumt, damit keine Epidemie ausbricht?"

Das war eine kluge Frage, die betroffen machen sollte.

Dieser Seite angepasst, kann man aktuell den Bänker und Manager der Altenpflegerin gegenüberstellen.

Eingefügt am 25.11.2011 - aktualisiert am 17.02.2013

Thema fortgeführt unter Marktwirtschaft - Wert der Arbeit.


Globale Wirtschaftskrise

Inzwischen hat die deutsche Politik mit "Stützungsprogrammen" versucht, der Ausweitung der Krise auf die Realwirtschaft zu begegnen. Mit der Abwrackrämie sollte die Automobilwirtschaft vor dem Ruin gerettet werden. Und was ist die Folge? Nach einem Strohfeuer kommt jetzt die große Flaute und das Werkstattgeschäft, das von der Pflege der älteren, aber grundsätzlich noch einsatzbereiten Fahrzeuge lebte, geht den Bach herunter, weil Neuwagen diese Pflege vorerst nicht brauchen.

Durch die staatliche Geldschöpfung ist inzwischen wieder soviel Kapital im Markt, dass sich neue Blasen abzeichnen. Wenn sich die Politik nicht endlich dazu durchringt, die Kapitalmärkte so zu regulieren, dass das Geld wieder auf seinen Ursprungssinn der Verrechnungseinheit von Leistung reduziert wird, ist die nächste Krise nicht mehr weit. Ob es die Notenpresse in den Kriegsjahren des 20. Jahrhunderts war, oder ob es die heute als "Stützungsprogramm" verkauften Geldmengenausweitungen sind, dem Grundsatz, dass nur das verbraucht werden kann, was effektiv erarbeitet worden ist, entspricht diese Politik nicht. Wachstum kann nicht durch solche Programme herbeigezaubert werden. Es bedarf vielmehr der Hände Fleiß und guter Ideen, die die Arbeitsabläufe effektiv gestalten und innovative Produkte entwickeln zum sparsamen Einsatz der Energieresourcen.

Denn der Konsum an sich ist nicht immerfort zu steigern. In einem Land des Überflusses ist der Bedarf des täglichen Lebens endlich. Schon heute nehmen die Ausgaben für den Grundbedarf an Lebensmitteln je nach Einkommensgruppe nur noch 10 bis deutlich unter 20 Prozent des Gesamteinkommens in Anspruch. Wir leisten uns größere und besser ausgestattete Wohnungen und Reisen, von denen man vor 50 Jahren nur träumen konnte. Wer bedenkt aber schon, dass gerade die Grundversorgung stark subventioniert ist und die vom Staat zur Verfügung gestellte Infrastruktur nicht ohne ständig neue Verschuldungsraten finanziert wird. Würden wir die ehrlichen Kosten für unseren Konsum zahlen, könnte der Staat seine Schulden abbauen und endlich auch die Steuern senken.

Samstag, den 6. März 2010


Bankenabgabe

Jetzt ist die Politik auf die Idee gekommen, von den Banken eine Abgabe zu verlangen, mit der künftige Finanzkrisen finanziert werden können. Damit streut man dem Wählervolk nur Sand in die Augen.

Wie soll dieses Geld denn angelegt werden, ohne dass die Politik Lust darauf bekommt, es für andere Zwecke einzusetzen, weil ja doch gerade keine Finanzkrise herrscht?

Geht die Abgabe wirklich zu Lasten des Gewinns der Bank, was zur Verminderung der Steuereinnahmen führt, oder zahlt der Kunde durch erhöhte Kreditzinsen und niedrigere Guthabenzinsen?

Ich meine, dass künftige Finanzkrisen nur zu vermeiden sind, wenn sich alle Beteiligten wieder auf die Wertegrundlagen unserer Kultur besinnen.

Es ist doch die Gier des Mammon, die die Welt immer wieder in die Katastrophe geführt hat. Wenn der einzelne Akteur sich keiner moralischen Instanz mehr verantwortlich fühlt, wird er selbstherrlich. Die Befreiung der Kapitalmärkte von allen Regularien, ausgehend von der damaligen Regierung in den USA, entspricht in keiner Weise dem Verständnis unserer Verfassungsväter von einer sozialen Marktwirtschaft. Deshalb hätte sich die deutsche Regierung unter Gerhard Schröder dem Trend entgegenstellen müssen, statt ihn zusammen mit Tony Blair (Großbritannien) zu fördern.

Es gibt nur ein Rezept, künftigen Krisen vorzubeugen: Eine klare Ansage an die Verbraucher, utopischen Erfolgsversprechen zu misstrauen, und die Drohung an die Banken, sie nicht mehr zu retten, wenn sie sich verzockt haben. Unsere Wirtschaftordnung kennt nicht nur das Recht auf Profit sondern auch die Insolvenz, wenn das Geschäft daneben gegangen ist. Und warum werden die Manager und Aufsichtsräte maroder Banken nicht strafrechtlich belangt? Was ist mit den Urhebern von Zinswetten, denen private und öffentliche Anleger zum Opfer gefallen sind? Es genügt nicht, dass Zivilgerichte dies als Glücksspiel gebrandmarkt haben, es müssen auch strafrechtliche Konsequenzen gezogen werden.

Samstag, den 17. April 2010


Haftung für Finanzprodukte

In der "Redezeit" (WDR5) habe ich heute in einem Interview mit Peter H. Grassmann ("Burn out - Wie wir eine aus den Fugen geratene Wirtschaft wieder ins Lot bringen") dessen Forderung vernommen, dass Banken für ihre Produkte ebenso haften sollten, wie jeder Produzent technischer Erzeugnisse für deren Funktionsfähigkeit.

Eine gute Idee! Wer will ernsthaf etwas dagegen einwenden?

Dienstag, den 26. Juli 2010


Fortsetzung unter Schuldenkrise in Europa


Schließt sich der Kreis?

Jetzt sind die Politiker auf den Geschmack gekommen; das Rettungsmodell Zypern soll Schule machen. "Die Welt" berichtet: "Sparerhaftung bei Banken soll zum Normalfall werden"

Ist das vernünftig? Oder gerät das zur Abzocke?

Bereits in meinem Artikel über gescheiterte Geschäftsmodelle habe ich darauf hingewiesen, dass mir eine geordnete Vermögensabgabe zur Rettung maroder Staaten allerdings lieber ist, als das Modell, mit dem Zypern vor dem Kollaps gerettet wird.

Wenn sich die Politiker jetzt darauf verständigen, bei einer Schieflage der Banken die Aktionäre und Kunden in die Pflicht zu nehmen, kann das aber auch positiv betrachtet werden. Schließlich sollten Banken ebenso für ihre Produkte haften, wie ein Industriebetrieb (vgl. vorstehenden Hinweis vom 26.07.2010). Wir sprechen inzwischen ja auch von der Finanzindustrie.

Wenn in dem jetzt vorgelegten Modell eine Reihenfolge vorgesehen ist, bei der der (reiche) Normalsparer erst ganz zum Schluss ein Opfer zu bringen hat, könnte das schon in Ordnung gehen. Mir fehlen aber in der Liste der in Anspruch zu Nehmenden noch die verantwortlichen Bankmanager. Nach weit verbreitetem Verständnis sind sie es doch, die in der Vergangenheit die Fehlspekulationen verursacht haben. Wenn sie das Geld ihrer Kunden in viel zu hohen Risiken anlegen und sich damit verspekulieren, nur um selbst hohe Provisionen zu kassieren, sind sie auch in der Pflicht, für den Schaden aufzukommen.

Bereits am 17.04.2010 habe ich in Zusammenhang mit der damals diskutierten Bankenabgabe aber auch auf die Gier des Mammon als Antrieb hingewiesen, die die Welt immer wieder in Katastrophen geführt hat, und jeder einzelne Akteur sich der moralischen Verantwortung stellen muss. Es waren auch immer wieder die Kunden der Banken, die exorbitante Renditen gefordert haben, ohne zu erkennen, dass überhöhte Zinsen auch immer der Ausgleich für das höhere Risiko sind.

So betrachtet könnte die nun von den Politikern angedachte Haftungskette dazu führen, dass sich alle Anleger wieder stärker ins Bewusstsein rufen, dass Geldanlage auch ein Risiko darstellt, bei dem sehr sorgfältig zu überlegen ist, ob der versprochene Ertrag am Ende ein viel zu hohes Risiko voraussetzt und sich deshalb schnell in einen Totalverlust verkehren kann.

Mehr Sorgfalt auf allen Seiten wäre doch ein toller Erfolg!

Langenfeld, den 15. April 2013

Jetzt hat sich auch der neue Papst zu Wort gemeldet: "Papst Franziskus verurteilt die 'unsichtbare Tyrannei der Märkte'". Eine solche Äußerung habe ich nach seiner Wahl erwartet und begrüße sie ausdrücklich.

Langenfeld, den 18. Mai 2013


Bankenkrise jetzt im Griff?

Hier zwei aktuelle Meldungen:

"Merkel kritisiert irische Banker - Dafür habe ich nur Verachtung übrig"

"Nach EU-Einigung - Sind die Steuerzahler jetzt wirklich vor Bankenpleiten sicher?"

Können wir damit die Hoffnung haben, dass jetzt alles auf dem richtigen Weg ist? Ich glaube da nicht so recht daran. Nachfolgend ein Auszug aus meiner Mail vom 07.06.2013 an den liberalen Politiker Frank Schäffler, der sich in der Finanzpolitik engagiert:

Beim Geld geht es aber allein darum, dass es in Bewegung bleiben muss. Der Sparer, der seine Rücklagen zur Zeit nicht benötigt, stellt diese anderen, die gerade investieren wollen, befristet zur Verfügung und erhält dafür Zinsen. Damit nicht jeder mit jedem um Kleinbeträge handeln muss, kommt den Banken die Funktion der Kapital-sammelstelle zu. Und wenn die Banken das Geld gegen Sicherheiten ausgeben, kann ja auch dem Grunde nach nichts passieren.

Das Problem ist aber doch die Geldschöpfung (...) Das widerspricht allem, was ich früher in der Volks- und Betriebswirtschaft gelernt habe. Hier muss die Politik ansetzen und die Banken wieder auf die Funktion der Kapitalsammelstelle beschränken. Und die Zentralbank muss sich auf die Geldwertstabilität konzentrieren. Sie - und nur sie - darf die Geldmenge allenfalls in dem Umfang erhöhen, wie es zur Erwirtschaftung der Zinsen geboten ist.

Auch die Staaten müssen sich endlich auf den rollenden Rubel beschränken. Entweder erhöhen sie die Steuern, um die im Privatvermögen angelangten Spekulationsgelder abzuschöpfen statt sich diesem Markt auszuliefern, oder sie verzichten auf weite Bereiche der ganz oder teilweise kostenfreien staatlichen Leistungen und überlassen das denen, die glauben, ein privates Geschäftsmodell anbieten zu können.

So einfach ist das - packen Sie es an. Das wäre liberale Politik.

Darauf habe ich von ihm eine dem Grunde nach zustimmende Antwort erhalten, die wie folgt endet: "Ziel muss es also sein, die Privilegien der Banken abzuschaffen und die Versorgung mit billigem Zentralbankgeld einzuschränken."

Es ist noch viel zu tun!

Langenfeld, den 28. Juni 2013

PS: Man kann es nicht oft genug wiederholen: Wer auf hohe Chancen setzt, muss auch mit hohen Risiken leben und darf diese nicht auf die Allgemeinheit (= Steuerzahler) abwälzen!


Unter der Überschrift "Brauchen wir ein neues Geldsystem?" findet sich jetzt in der FAZ eine gute Darstellung über die Funktionsweise der Geldschöpfung durch die Banken. Gut, dass das Problem mal öffentlich thematisiert wird. Es fehlt mir in dem Artikel aber die Erkenntnis, dass sich der Wert des Geldes nach dem Wert der Leistung richten muss und lediglich der Verrechnung dieser Leistung mit einer anderen Leistung oder Lieferung dient.

24.08.2013


In einem Artikel der "Zeit" zur Geldpolitik der US-Notenbank habe ich jetzt folgende kluge Aussage gefunden:

"Werte, ob nun an der Börse oder in der Volkswirtschaft, müssen wieder verdient werden. Das Wirtschaften auf Null-Zins-Pump darf nicht einfach weitergehen. Erst muss es in Amerika aufhören, dann in Europa. Sonst entsteht vielleicht kurzfristig neuer Wohlstand, der sich aber langfristig als teure Illusion erweist."

Dem ist nichts hinzuzufügen!

19.09.2013


So werden die Sparer bestraft

Unter der Überschrift "Was tun, wenn Sparen bestraft wird? " berichtet die FAZ über die Fernsehsendung "Hart aber fair".

Wann lernen es die Politiker endlich, den kleinen Sparer zu schützen? Und wer berät ihn, gleiche Chancen wahrnehmen zu können, wie die mit der größeren Geldbörse?

26.11.2013


Skandale erschüttern unser Bankenwesen

Jetzt wird in den Medien über Skandale im Bankenumfeld berichtet; stellvertretend ein Bericht der FAZ: "Aufseher wittern viele weitere Finanzskandale"
Und die SÜDDEUTSCHE kommentiert: "Banker bedrohen das Wirtschaftssystem".

Ich frage: Ist die Gier einiger ausgeflippter Banker denn überhaupt nicht mehr zu bremsen?

Am Anfang dieser Seite habe ich darauf hingewiesen, dass Geld an sich keinen Wert hat. Aber offensichtlich glauben noch immer Banker, die Herren der Wirtschaft zu sein. Was leisten sie eigentlich für das Gemeinwesen? Ich bin froh, dass jetzt endlich harte Strafen gegen die beteiligten Institute verhängt werden, und hoffe, dass auch bald die Banker persönlich hart bestraft werden.

04.12.2013


Endlich wacht die Politik auf und wird aktiv

Unter der Überschrift "Wolfgang Schäuble attackiert Deutsche Bank Chef Jürgen Fitschen" berichtet die Rheinische Post über einen Streit zwischen der Deutschen Bank und der Bundesregierung.

Es wird wirklich Zeit, dass den Banken wieder Fesseln angelegt werden, damit sie sich auf ihre Kernaufgabe besinnen. Und wenn in dem Artikel auf Forderungen nach "höheren Geldbußen für Tricksereien von Bankern und ein Unternehmens- strafrecht" verwiesen wird, "in dem auch die Bank selbst und nicht nur ein einzelner Mitarbeiter bestraft werden kann", so kann das dem Bürger und Sparer nur recht sein. Es bedarf noch viel Arbeit, das Vertrauen in die Finanzwirtschaft zurück zu gewinnen.

Und als ersten Schritt sollten die Politiker überlegen, wie sie Gehaltsstrukturen der Banken regeln können. Denn Geld verzocken ist keine Leistung, die auch noch fürstlich entlohnt werden muss.

06.12.2013

Die FAZ fragt jetzt: "Was wusste Anshu Jain von den Zinsabsprachen?" Am Schluss des Artikels verweist die FAZ darauf, dass die "Bafin (...) Maßnahmen gegen Bankvorstände verfügen" kann, "die von einem 'missbilligenden Schreiben' hin zur Abberufung reichen" könne. Ich wünsche den Prüfern Mut zu klaren Entscheidungen.

07.12.2013


Boni-Zahlungen an Banker

Die Süddeutsche Zeitung bereichtet jetzt: "Briten ziehen Klage gegen Boni-Deckelung zurück ". - Endlich; das war längst überfällig. Es war doch die Gier der Banker, die Europa in die Bankenkrise geführt hat.

21.11.2014


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